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Definiere Deutschland! Großer Konvent der Schader-Stiftung 2017

Artikel vom 10.11.2017

Die Jahrestagung des Großen Konvents der Schader-Stiftung fand unter dem Leitwort „Definiere Deutschland!“ am 10. November 2017 in Darmstadt statt. Gut 170 Teilnehmende diskutierten in einem  interaktiven Format zu Werten, Haltungen und Perspektiven gesellschaftlicher Entwicklungen.

Ein filmischer Prolog und die Videodokumentation des Großen Konvents sind online abrufbar, ebenso die schriftliche Kongresspublikation.

Definiere Deutschland!

Einmal jährlich führt ein Großer Konvent die Partner und Nutzer der Stiftung zusammen, um den Dialog zwischen Gesellschaftswissenschaften und Praxis mit Ihnen gemeinsam fortzuschreiben und in dieser Weise unmittelbar die Gesellschaftswissenschaften in ihrer Praxis-Orientierung zu fördern und zu stärken.

Das Leitwort des Fünften Großen Konvents lautete „Definiere Deutschland!“ und fragte gegen Ende eines von diesem Thema bestimmten Jahres nach Werten und Haltungen, die unsere Gesellschaft prägen – in regionalen wie globalen Kontexten, aber eben auch im eigenen Land. Was verstehen wir als Gesellschaft, als Wissenschaftssystem, wohin „integrieren“ wir – und wer ist dieses „wir“? Große Fragen, die anhand konkreter Projekte und Fragestellungen nutzbar gemacht werden sollten für den Dialog zwischen Gesellschaftswissenschaften und Praxis.

Der Große Konvent findet stets zu einem großen Anteil im offenen Format statt, um die Teilnehmenden mit Ihren Kenntnissen, Erfahrungen und  Perspektiven ins Gespräch zu bringen. Ein filmischer Prolog zeigte zu  Beginn des Konvents einzelne subjektive Positionen zum Thema auf und ist online verfügbar.

Das Programm zur Tagung ist im Downloadbereich abrufbar.

Prolog

Foto: Christoph Rau

Die Veranstaltung begann mit einem filmischer Prolog in dem mehrere Personen aus unterschiedlichen Wirkungsbereichen zu Wort kommen und ein kurzes Statement aus ihrer jeweiligen Perspektive zu dem Thema „Definiere Deutschland!“ abgaben. Zu den Interviewten gehörten: Loimi Brautmann, Urban Media Project, Offenbach, Sarah El Shebini, Stipendiatin der START-Stiftung, Dirk Engelhard, Leitender Kriminaldirektor Abteilung Einsatz, Polizeipräsidium Südhessen, Dr. Stina Kjellgren, Evangelische Akademie Frankfurt, und Rosa Opossum, Vielbunt e.V., Darmstadt.

Keynotes

Foto: Christoph Rau

In der ersten Keynote zum Großen Konvent stellte der Rechtswissenschaftler und ehemalige Bundesverfassungsrichter Prof. Dr. Dres. h.c. Paul Kirchhof die zentrale Frage nach dem Staatsvolk und dem Staat: „Wenn wir nach den Leitgedanken fragen, die den deutschen Staat und seine Kultur kennzeichnen, gibt es zahlreiche Merkmale, die in anderen Staaten vorgegeben, uns aber aufgegeben sind. Deutschland muss um Eigenheiten kämpfen, die anderen Staatsvölker selbstverständlich und gesichert erscheinen.“ Dazu zählt Paul Kirchhof, Mitglied des Senats der Schader-Stiftung, die stetige Entwicklung der Gewaltenteilung, des Freiheitsbegriffs, die Offenheit für überstaatliche Machtverschränkung, beispielsweise die europäische Integration, und eine „Sehnsucht nach Heimat“ bei gleichzeitiger Selbstdefinition als Kosmopolit.

„Es gibt kein Deutschland! Wir leben in einer Migrationsgesellschaft.“ Die Tübinger Erziehungswissenschaftlerin Dr. Safiye Yıldız hält in der zweiten Keynote die Perspektive der nationalen Identitäten für überholt. Angesichts weltweiter Migrationsphänomene ist die Auseinandersetzung insbesondere mit Bildungs-, aber auch Sprach- und Kulturaspekten nicht mehr in „nationalen Containern“ zu definieren, sondern in Form von „Patchwork“- Identitäten neu zu verhandeln.

Dialog-Cafés

Foto: Wiebke Drews

In den folgenden Dialog-Cafés befasste sich der Große Konvent mit übergreifenden Themen und verknüpfte damit Fragen aus der Projektarbeit der Stiftung, der Wissenschaft und der Praxis miteinander. Dabei bestand für die Teilnehmenden die Möglichkeit, zwischen sechs thematisch fokussierten Dialog-Cafés zu wechseln, die jeweils mehrere Sessions umfassen.

Themen waren unter anderem der Wandel der gesellschaftlichen Aufstiegspotenziale vor dem Hintergrund eines veränderten Wirtschaftswachstums, stagnierender Löhne und sozialer Sicherungssysteme. Zentral waren Fragen zur Entwicklung von Bildungschancen, Nachhaltigkeit, Gemeinwohl, Stadtentwicklung und Integrationspotenzialen in einer demografisch vielfältiger gewordener Gesellschaft.

In einem weiteren Dialog-Café ging es um das „Wirtschaftswunderland Deutschland“: Wirtschaftlicher Erfolg definiert wie wohl kaum ein anderer Aspekt das Selbst- wie Fremdbild der Bundesrepublik Deutschland. In ihrem Impuls ging die Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries auf das „Modell Deutschland“ ein, das zeigt, wie volkswirtschaftlicher Erfolg und soziale Verantwortung miteinander vereinbart und die marktwirtschaftlichen Kräfte zugunsten des Gemeinwohls eingehegt werden können. „Wir brauchen ein Wachstum, das allen Teilen der Bevölkerung Chancen und eine faire Teilhabe am Wohlstand ermöglicht. Ein solches inklusives Wachstumsmodell entspricht unserer Tradition der Sozialen Marktwirtschaft und ist die Basis für eine stabile Gesellschaft und für eine erfolgreiche Wirtschaftsordnung. Neben guter Arbeit und leistungsgerechten Löhnen zählt hierzu auch eine gute Qualifizierung und Bildung an Schulen, Hochschulen und in der dualen Berufsausbildung. Gerade die Bedeutung der Bildung wird in Zeiten der Digitalisierung weiter zunehmen. Neue Qualifikationen und eine stetige Weiterbildung werden künftig noch stärker Voraussetzung für wirtschaftlichen Erfolg und individuellen Aufstieg sein“, so Zypries weiter.


Ein Plenum mit moderierter Präsentation der Resümees rundete die Veranstaltung ab.

Der nächste Große Konvent der Schader-Stiftung findet im November 2018 zum Thema „Mehr … wagen. ’68, ’18 und die politisierte Gesellschaft!“ statt.

Impulsgeberinnen und Impulsgeber

Neben den Keynotes durch Dr. Safiye Yıldız und Prof. Dr. Dres. h.c. Paul Kirchhof wirkten u.a. mit:

Begleitung der Dialog-Cafés

Gesamtmoderation