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FellowMe!

Artikel vom 20.05.2022

Foto: Angelina Göb

Und warum Bibliotheken mehr als Buchbehälter sind. Ein Blogbeitrag von Angelina Göb.

Fellow? Fellow!

Am 2. Mai war es endlich soweit: Die Sonne und ich strahlten um die Wette als ich den Schlüssel in das Schloss der Schader-Residence steckte. Auf dem Schader-Campus, genauer in Haus Schader, befindet sich mein neues Zuhause auf Zeit. Hier bin ich die zweite Fellow. Aber was ist eigentlich eine Fellow? Diese Frage wurde mir in den ersten zwei Wochen wohl am häufigsten gestellt. Das Oxford Dictionary gibt verschiedene Möglichkeiten an, den Begriff „fellow“ [ˈfeləʊ] zu nutzen. Zurückgehend auf die Herkunft des Wortes bedeutet fellow so viel wie Partner:in / Gefährt:in. Als solche sehe auch ich mich: verbunden mit der Stiftung und den hier behandelten Themen. In den nächsten drei Monaten werde ich diese Verbindung intensivieren können. Indem ich hier vor Ort forsche und in den Dialog mit der Stadtgesellschaft trete, versuche ich zu verstehen, wie Darmstadt tickt. Ich bin übrigens Angelina, Postdoc im Bereich Kultur- und Sozialgeographie an der Leibniz Universität Hannover und Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Teilinstitut Hannover des Forschungsinstituts Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ). Mein aktuelles Forschungsprojekt beschäftigt sich mit Fragen rund um das Zusammenleben und -wirken in urbanen Nachbarschaften und öffentlichen Bibliotheken. Diese Räume der Begegnung untersuche ich nun auch in Darmstadt.

Bibliotheken – mehr als ein Buchbehälter

Warum ich mich für Bibliotheken interessiere? Bibliotheken sind nicht nur Orte, an denen Bücher gelagert, Wissen gespeichert und Erinnerungen konserviert werden, sondern Orte der und für die Gesellschaft – Orte, der gelebten Demokratie und Diversität. Bibliotheken sind offen und kostenfrei zugänglich für alle. Als soziale Infrastrukturen bieten sie die Möglichkeit zur gesellschaftlichen Teilhabe und für (in)formelle Treffen. Weiterhin stellen sie die kulturelle Grundversorgung der Bevölkerung sicher und können Kohäsion im Kleinen, soziale Nachhaltigkeit im Alltag fördern. Die Begegnungslandschaft Bibliothek stellt insofern eine Gelegenheitsstruktur für den Austausch von und die Aushandlung zwischen Gesellschaftsmitgliedern und einen möglichen Ausgangspunkt für die Gemeinschaftsbildung vor Ort dar.

Aber ist dem auch so? Dies möchte ich mit Hilfe unterschiedlichster Perspektiven auf Bibliotheken herausfinden. Ich untersuche, welche Bedeutungen Menschen Bibliotheken zuschreiben und warum. Welche Nutzungen und Funktionen erachten (Nicht-)Nutzer:innen für notwendig und wünschen sie sich zukünftig? Bibliotheken sind Teil des Stadtbildes und des Stadtgeschehens, liegen allerdings oft im Verborgenen. Diese Potenziale sichtbar zu machen und ins Stadtgespräch zu bringen, ist ein Ziel meiner Arbeit. Aus diesem Grund freue ich mich sehr, bei der Schader-Stiftung zu sein, die diesen Dialog unterstützt, vielfältige Begegnungen möglich macht.

Building Bridges

Zu dem Foto, dass diesen Beitrag rahmt: Es handelt sich um die Brücke, welche die Innenstadt und die Stadtbibliothek im Justus-Liebig-Haus miteinander verbindet. Brücken verbinden – nicht nur Räume, sondern auch Menschen. Bibliotheken weisen diese Brückenfunktion auf, deren Brückenausbau ich begleiten möchte. Dazu suche ich das Gespräch mit lokalen Akteur:innen und Bewohner:innen. Ich möchte erfahren, welche Bausteine für die Mit- und Umgestaltung im Transformationsprozess der Bibliotheken benötigt werden, wie Zugang für eine Gesellschaft Verschiedener gewährleistet und publik gemacht werden kann. Sind Kooperation und Koproduktion Garanten für die soziale Kohäsion? Ich hoffe, dass ich durch viele Begegnungen in Darmstadt Antworten auf diese und viele weitere Fragen in meiner Zeit als Fellow gewinnen, einen Impuls zum Weiter-, Neu- und Anders-Ticken in der Stadtgesellschaft geben kann.

von Angelina Göb, Fellow der Schader-Residence