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Tischgespräche in der Schader-Residence: Kultur

Artikel vom 26.04.2021

Zum zweiten Residence-Gespräch ludt die Schader-Stiftung Gäste zum Themenfeld Kulturelle Teilhabe ein.

Informationen zur Veranstaltung

Beginn: 27.05.2021 | 12:00 Uhr

Ende: 27.05.2021 | 14:00 Uhr

Ort: Haus Schader | Goethestraße 1 | 64285 Darmstadt
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Spargel & Gespräch

Der Fokus des zweiten Tischgesprächs in der Schader-Residence war kulturelle Teilhabe in Darmstadt. Persönlichkeiten aus Kultureinrichtungen, der Freien Szene und dem Kultur- und Eventmanagement sprachen mit der Fellow der Schader-Residence, Anna-Lisa Müller, über digitale Kulturkonzepte in Zeiten der Pandemie, die Finanzierungsnot, die Einrichtungen in Darmstadt zu schaffen macht und die Folge für jene, die sie nutzen möchten.

Digital oder geschlossen?

Wie viele Veranstalter*innen weltweit mussten sich auch viele Kultureinrichtungen in Darmstadt Anfang letzten Jahres entscheiden: digitale Wege finden oder vorläufig schließen? Aber wie kann Kultur online gelebt werden, ohne das wertvolle Gemeinschaftsgefühl zu verlieren? Wie und wann können Veranstaltungen wieder in gewohnter Art stattfinden? Die abflauende dritte Welle der Pandemie gibt Hoffnung auf ein Stück Normalität, jedoch keine Planungssicherheit, erzählten die Gäste bei Spargel und Kartoffeln aus der Region.

Das Problem der Planungsunsicherheit ist nicht allein der Pandemie geschuldet. Die Kulturförderung war schon vor Beginn der Corona-Maßnahmen mangelhaft und oft kurzlebig. Während Initiativen wie „Jedem Kind Ein Instrument“ Kinder an die Musik heranführen und Instrumente zur Verfügung stellen, fehlt es an Musiklehrer*innen, um diese auch langfristig zu unterrichten. Hier braucht es mehr und vor allem nachhaltige Förderung, um Heranwachsenden eine Möglichkeit zu geben, Musik zu entdecken.

Neben Musik sind Theater und Schauspiel ebenso wichtig für die Entwicklung von Kindern. Diese müssen sich ausleben und ausprobieren können – eine Freiheit, die seit Beginn der Pandemie nicht nur den jungen Darmstädter*innen fehlt und nicht gänzlich durch Digitalformate kompensiert werden kann.

Auch die Kultur-Kluft zwischen Stadt und Land war Thema des Tischgesprächs. Wie können Kulturangebote auf dem Land weiter gefördert werden, um auch die Angebote innerhalb der Städte zu entlasten? Welche Rolle spielt hierbei die Politik? Welche Städte oder Initiativen können Darmstadt hierbei als Vorbild dienen? Impressionen und Erfahrungen der Gäste konnten unserer Fellow einen tieferen Einblick in Möglichkeiten und Hürden der Kulturförderung geben.

Digital – Innovation oder Hindernis?

Die Pandemie stellte Organisator*innen jeder Art vor eine Mammutaufgabe. Bei manchen Formaten konnten durch die Nutzung digitaler Medien neue, spannende Wege eingeschlagen werden. Diese machten es zum Beispiel einfacher, mit entfernten Verwandten und Freunden an Kulturangeboten teilzunehmen. Auf der anderen Seite gibt es aber auch Formate, die ohne persönliche Nähe verkümmern: Comedians, die zuvor in vollbesetzten Bars auftraten und von den Reaktionen des Publikums leben, sitzen nun ohne direkte Rückmeldung vor den Kacheln einer Online-Plattform. Musiker*innen, die darauf angewiesen sind, im gleichen Takt zu spielen, scheitern an den technischen Latenzen von Videokonferenzen.

Die Einschätzungen digitaler Veranstaltungsformen durch die Gäste waren gemischt. Einig war man sich allerdings darin, dass die Nutzung digitaler Formate analoge Veranstaltungen zwar nicht ersetzen, jedoch verschiedene Konzepte innovativ ergänzen können.

Neben der zunehmenden Digitalisierung des Alltags wurde aber auch das wachsende Interesse der Darmstädter*innen an Aktivitäten in der Natur deutlich – eine Entwicklung, die nicht so widersprüchlich ist, wie sie scheinen mag. Künstlerische Angebote, die explizit den Weg ins Freie wählen, waren in den vergangenen Monaten sehr nachgefragt und erzeugten neue Formen der Kulturrezeption. Vor allem Jugendliche und Heranwachsende zöge es in die Parks und Wälder, mit teils gravierenden Folgen für den Zustand der Naturräume. Ob dies eine anhaltende Entwicklung ist, wird sich zeigen, sobald analoge Veranstaltungen wieder in gewohnter Form möglich sind.

 

Gäste des Tischgesprächs:
Meike Heinigk, Geschäftsführerin der Centralstation
Cord Meijering, Direktor der Akademie für Tonkunst
Ute Ritschel, Kuratorin des Internationalen Waldkunstzentrums

Ansprechpartnerin: Hanna Santelmann