Menschenrechte | Globale Normen und lokale Umsetzung
Artikel vom 05.08.2026
Die Menschenrechte sind zunehmend konfrontiert mit autoritären Regimen und dem Völkerrecht skeptisch gegenüberstehenden Staaten. Wie können sich Hilfsorganisationen und Menschenrechtsinitiativen auf lokaler Ebene behaupten? Die Tagung diskutiert den Ausweg der Glokalisation: der direkten Verbindung zwischen lokalen Einheiten und globalen Systemen.
Beginn: 11.12.2026 | 10:00 Uhr
Ende: 11.12.2026 | 17:00 Uhr
Ort:
Schader-Forum | Goethestraße 2 | 64285 Darmstadt
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Menschenrechte "glokal"
Globale Menschenrechtsstandards verlieren an Gewicht, weil die staatenbasierte Ordnung infrage gestellt wird. Die Mehrheit der Staaten, die sich schriftlich zum Völkerrecht und zu den Menschenrechten verpflichtet haben, ist nicht demokratisch legitimiert oder entwickelt sich zu autoritären Regimen hin. Lizenzentzug für Hilfsorganisationen in Konfliktregionen, staatliche und nichtstaatliche Menschenrechtsorganisationen, die als „Agenten“ tituliert werden, Zensur und die Jagd auf die Zivilgesellschaft sind nur einige der Konsequenzen.
In der eintägigen Fachtagung werden die unterschiedlichen Ereignisse, Perspektiven und Methoden, die zu dieser Erosion führen, aus wissenschaftlicher, politischer und empirischer Perspektive diskutiert:
- Lässt das Interesse an Menschenrechten nach oder ändert sich deren Wirkungsweise?
- Wie lassen sich bei Änderungen auf globaler Ebene Menschenrechte vor Ort sichern und umsetzen? Welche Gestaltungsmöglichkeiten gibt es für verschiedene Zielgruppen?
- Systeme wie die Vereinten Nationen, der Gerichtshof für Menschenechte und das Völkerrecht sind intergouvernemental angelegt. Wie können sie mit einer Situation dysfunktionaler Staaten umgehen?
- Liefert „Glokalisation“, also eine direkte Verbindung zwischen lokalen Einheiten und globalen Systemen, einen Ausweg?
Im Mittelpunkt stehen Fragen danach, inwiefern die bestehende internationale Ordnung zunehmend durch eine neue „g-lokale“ Struktur ersetzt wird und welche Möglichkeiten bestehen, eine regelbasierte Ordnung wiederherzustellen beziehungsweise aktiv neu zu gestalten – in Deutschland, in Europa sowie auf globaler Ebene.
Rund um die Details der Tagung
Den Einstieg in die Tagung bildet der englischsprachige Vortrag von Lia Mai Torres, Asia Pacific Network of Environmental Defenders, die aus den Philippinen anreist. Ihr Beitrag wird vom Rule of Law Programme Asia der Konrad-Adenauer-Stiftung ermöglicht. Eine Übersetzung wird über deutschsprachige Untertitel stattfinden. Die restlichen Vorträge finden auf Deutsch statt.
Die Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen (DGVN), der Arbeitskreis Menschenrechte der DVPW und die Schader-Stiftung laden Wissenschaftler*innen, politisch Aktive, Vertreter*innen aus Verwaltungen, NGOs und weiteren Praxis-Organisationen zur Fachtagung wird am 11. Dezember 2026 ein. Die Tagung wird hybrid stattfinden. Eine Teilnahme ist also online oder vor Ort möglich.
Die Tagung ist Teil des Programms der Schader-Stiftung im Rahmen des World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026 (WDC2026): „Design for Democracy”.
Ansprechpartnerin seitens der Schader-Stiftung: Dr. Kirsten Mensch

