Ethische Überlegungen im Zusammenhang eines Filmabends
Artikel vom 18.09.2026
8/26 | Raphael Bulckens studiert Sozialwissenschaften im Bachelor an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Von August bis Oktober 2026 ist er Praktikant der Schader-Stiftung.
Newsletter der Schader-Stiftung vom August 2026
„Gemeinwohl und Verantwortung — Demokratie und Engagement — Nachhaltige Entwicklung — Vielfalt und Integration — Stadtentwicklung und Wohnen — Kommunikation und Kultur — Demographie und Strukturwandel“.
So habe ich es kurz vor meinem Praktikumsbeginn Anfang August Revue passieren lassen. Ehrgeizige und optimistische Schwerpunkte, die auch noch ergebnisorientiert und inter- und transdisziplinär Wissenschaft und Praxis zusammenbringen sollen. Ähnlich wie andere Praktikant*innen fühlte ich mich an mein Studium der Sozialwissenschaften bzw. der Soziologie erinnert: Es kommen stets mehr Ansätze zum Erkenntnisgewinn hinzu, aber die konkrete Praxis bleibt durch ihre Vielfältigkeit und mangelnde Anwendung im Studium rätselhaft. Was ist denn jetzt Doing-Stiftung oder Doing-Gesellschaftswissenschaften?
Nach dem Onboarding wurde ich von der Stiftungsdynamik erfasst und recherchierte nach potenziellen Zielgruppen für einen Dokumentationsfilmabend zu den russischen Kriegsverbrechen im ukrainischen Ort Butscha. Nach der Recherche ging es aber noch um eine Trivialität mit Folgen. Zwecks Filmabend testeten wir die neue Popcornmaschine. Erst vollkommen fokussiert auf diese grotesk fröhliche Maschine, stellten wir uns im Nachhinein eine ernsthafte ethische Frage: Ist das vereinbar mit den beklemmenden Szenen und der Botschaft des Films, ist das Popcorn-Kino? Am Ende lautet die Antwort: Nein. Das ist Theorie und Praxis im Konkreten.
Im Rahmen der Summer School 2026 war es eine Freude, junge Studierende und Wissenschaftler*innen, die eine Woche lang in verschiedenen Kommunikations- und Seminarformaten eine sozial- und ökologisch Nachhaltige Wirtschaftsformen erörterten, mit der Gewissheit zu verabschieden, dass hier neue Perspektiven eröffnet und Austausche ermöglicht wurden.
Mit besten Grüßen aus dem Schader-Forum
Raphael Bulckens

