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Wandel des Lebenslaufs. Veränderte Erwerbsbiographien

Artikel vom 08.09.2004

Auch im Bereich der Erwerbsarbeit vollzieht sich ein Wandel und das „Normalarbeitverhältnis“ der 50er und 60er Jahre verliert zugunsten anderer Beschäftigungsformen immer mehr an Gewicht.

Normalarbeitsverhältnis

„‚Normalbiographie‘ und ‚Normalarbeitsverhältnis‘ sind Begriffe, die in die sozialwissenschaftliche Diskussion erst Einzug gehalten haben, als der Tatbestand, den sie bezeichnen sollten, bereits wieder im Entschwinden zu sein schien. Solange man davon ausgehen konnte es gäbe eine ‚Normalität‘ von Arbeitsverhältnissen und Lebensverlauf, blieb sie eher unbemerkt: Erst eine Entwicklung in jüngerer Zeit, die mit Etiketten wie ‚neuer Individualisierungsschub‘ und ‚Erosion des Normalarbeitsverhältnisses‘ versehen wird, bracht zum Vorschein, dass sich über ein rundes Vierteljahrhundert hierzulande etwas vollzogen hatte, was offenbar für ‚normal‘ gehalten wurde und als Standard eine gewisse Allgemeinverbindlichkeit beanspruchen konnte.

Danach hat sich in der Nachkriegszeit mit der zunehmenden Institutionalisierung des Lebenslaufs eine Normalbiographie herausgebildet, die, gestützt auf eine ‚biographische Ordnung‘, ein ‚Gerüst der Lebensführung‘, einen verlässlichen, erwartbaren Lebenslauf ermöglichte. Die Stabilität der Erwerbsverhältnisse in der Nachkriegszeit dürften dafür die entscheidende Voraussetzung gewesen sein, denn der Lebenslauf ‚ist in modernen Gesellschaften um das Erwerbssystem herum organisiert‘ (Kohli). Parallel bildete sich nämlich von der Mitte der 50er bis Ende der 70er Jahre, als ‚der Traum immerwährender Prosperität‘ (Lutz) geträumt wurde, ein ‚Normalarbeitsverhältnis‘ heraus, d.h. ein Arbeitsverhältnis in Form einer arbeits- und sozialrechtlich abgesicherten, im Einklang mit tarifrechtlichen Vereinbarungen stehende, kontinuierliche, auf Dauer angelegte Vollzeitbeschäftigung, die es erlaubt, über einen hinreichenden Lohn die Reproduktion zu sichern, ohne dass während der Beschäftigungszeit finanzielle Leistungen des Familien bzw. Haushaltsverbundes und/oder existenzsichernde Transferzahlungen des Staates in Anspruch genommen werden müssen.

Selbstverständlich handelt es sich dabei um eine Fiktion, als es historisch-empirisch immer schon davon abweichende Arbeitsverhältnisse gegeben hat. Doch diese Fiktion hatte - und hat noch immer - unbestreitbar strukturbildende Kraft, es ist sozusagen eine herrschende Fiktion: Sowohl der Staat als auch Unternehmer und Gewerkschaften orientieren sich unausgesprochen daran und legen sie bei der Regelung ihrer Beziehungen zugrunde. Die geltende Arbeits- und Sozialverfassung der Bundesrepublik stützt sich jedenfalls weitgehend auf diesen (fiktiven) Normalfall. Sie schützt mit zahlreichen einzelnen staatlichen Gesetzen, Vorschriften, Normen, die sich von der Dauer der Betriebszugehörigkeit und der Beschäftigungszeiten, vom Rentenanspruch und der Vollzeitarbeit bis zur Einstufung der Arbeitsaufgaben erstrecken, das Arbeitsverhältnis und macht es zusammengenommen aus. Im Normalarbeitsverhältnis findet die staatliche Regulierung des Verhältnisses von Arbeit und Kapital ihren Ausdruck.

Zugleich eröffnet die in ihm angelegte prinzipielle Kontinuität der Beschäftigung dem einzelnen die Möglichkeit einer gewissen Kontinuität in den Stationen und Statuspassagen seines Erwerbslebens und eine Stabilität in der sozialen und Materiellen Absicherung. Der individuelle Lebensentwurf konnte auf solchen Voraussetzungen aufbauen, welche die gegebene Erwerbssituation und Reproduktionsmöglichkeiten setzten. Mit anderen Worten: Das Normalarbeitsverhältnis erlaubte erst die Herausbildung der Normalbiographie.

Dieses Normalarbeitsverhältnis, auf das staatliche Schutzregelungen und gewerkschaftliche Tarifpolitik sich ausrichten, erweist sich allerdings bei näherer Betrachtung sowohl normativ wie faktisch überwiegend als ein spezifisch männliches. Es gilt vor allem für deutsche Facharbeiter und Angestellte, die in jenen Jahren ins Erwerbsleben traten. Als Träger und Produzenten des technisch-organisatorischen Wandels und des wirtschaftlichen Wachstums der Nachkriegszeit stellten sie aufgrund ihrer Fachkompetenz in den Stammbelegschaften das Rückgrat der Produktion dar. Die überkommene Vorstellung von der Berufsarbeit des Mannes, die dazu dienen soll, die materielle Reproduktion der Familie dauerhaft zu sichern, ist deshalb vom Normalarbeitsverhältnis kaum zu trennen. Frauen arbeiten dagegen noch immer nicht nur seltener, sondern oft in Beschäftigungsverhältnissen, die davon abweichen und häufig von den Schutzregelungen und sozialen und tariflichen Regelungen des Normalarbeitsverhältnisses ausgeschlossen sind. Es kann darum durchaus analog von einer weiblichen‘ Normalbiographie gesprochen werden, deren ‚späte Individualisierung‘ aus jener spezifisch-historischen Konstellation heraus entstand.

Die Normalbiographie - gleichviel ob männlich oder weiblich - ist freilich ihrerseits ebenfalls fiktiv. Denn das Lebenslaufmuster, das für mehrere Generationen als Norm zu gelten schien und in der zeitlichen Abfolge der Biographie durch typische Statuspassagen, in denen der Einfluss wohlfahrtsstaatlicher Gesetzgebung sich geltend macht, strukturiert war - von der Ablösung vom Elternhaus über den Eintritt ins Erwerbsleben und die Gründung einer Familie bis zum Ausscheiden aus dem Erwerbsleben mit dem Wechsel in den Ruhestand-, wies durchaus gewisse Variationen auf: So differieren etwa die Dauer der Lebensläufe und die Verlaufsformen schichtspezifisch in Abhängigkeit von der sozialen Herkunft. Auch je nach dem Niveau der Einstiegsqualifikation in die Erwerbstätigkeit variierten die Chancen kontinuierlicher Berufsbiographien und der daran geknüpften Sicherungen. Und sie weichen nicht zuletzt als berufsspezifische Verlaufsform voneinander ab, weil z.B. die Arbeitsbelastungen, die das Erwerbsleben durch Verschleiß der Arbeitskraft verkürzen (Frühinvalidität), die Vereinbarkeit von beruflicher Arbeit und Hausarbeit, die Stabilität der Qualifikationsanforderungen, kurz: die jeweiligen Arbeitsplatzrisiken, sich unterscheiden.“
(Osterland, Martin 1990: 'Normalbiographie' und 'Normalarbeitsverhältnis'. In: Berger, Peter A. / Hradil, Stefan, Hrsg.: Lebenslagen, Lebensläufe, Lebensstile, Soziale Welt, Sonderband 7, Göttingen: Schwartz, S. 351ff.)

Differenzierung von Erwerbsverlaufsmustern

„Zusammenfassend findet sich also in der Nachkriegsgeschichte der Bundesrepublik insbesondere bei jüngeren Männer und Frauen eine mit zunehmender Gegenwartsnähe wachsende Vielfalt von Erwerbsverlaufsformen. Vor allem die arbeitsmarktbezogenen Stränge von Lebensläufen, also die ,Marktbiographien‘, werden dabei aufgrund von Arbeitsmarktkrisen und Deregulierungstendenzen auch für Männer instabiler und diskontinuierlicher. Immer weniger junge Männer können oder wollen einem ,Normalerwerbsverlauf‘, dem lediglich in den 50er und 60er Jahren der Rang eines weithin auch faktisch gültigen Modells zukam, folgen; diskontinuierliche Erwerbsverläufe werden in diesem Sinne ,normaler‘. Auf der weiblichen Seite sind Erosions- oder Auflockerungserscheinungen nicht so deutlich ausgeprägt, weil dort weiterhin zwei Biographiemodelle - mehr familien- oder mehr erwerbsorientierte Lebensläufe - miteinander konkurrieren und so zu vielfältigen Formen einer sequentiellen Verschränkung von Erwerbsarbeits- und Hausarbeitsbereich führen, während zugleich die jüngeren Frauen in ihrem Erwerbsverhalten ihren männlichen Altersgenossen ähnlicher werden.

Nun ist sicherlich ein Teil der registrierten Verlaufsvielfalt auf ausgedehntere (Aus-) Bildungsphasen, verlängerte Moratorien und Abstimmungsprobleme zwischen Bildungs- und Beschäftigungssystem zurückzuführen. Darüber hinaus muss offen bleiben, inwieweit es sich bei den nachgezeichneten Entwicklungen auch um periodenspezifische, d.h. möglicherweise vorübergehende Effekte von mit den 70er Jahren wieder zunehmenden Arbeitsmarktproblemen handelt. Die im Zuge der Beschäftigungsexpansion in den 80er Jahren weiter steigende Arbeitsmarktdynamik rechtfertigt jedoch die Annahme, dass sich der Trend zur Auflösung oder Entstrukturierung weniger, gut standardisierter Erwerbsverlaufsformen auch in Zukunft fortsetzen wird, zumal sich hier nicht nur destabilisierende Effekte der deutschen Vereinigung und neuerliche ökonomische Krisenerscheinungen einmischen, sondern darin auch zeit- und altersabhängige Selbstverstärkungsprozesse am Werk zu sein scheinen.

Folgt man den eingangs skizzierten Argumenten zum ,Matthäus-Effekt‘, werden nämlich Mechanismen der Kumulation und der Selbstverstärkung, die auf der Ebene von Individuen operieren, und selektive Mobilitätsprozesse, die demgegenüber eher als ,Kollektivmechanismen‘ erscheinen, dazu beitragen, dass die in jungen Jahren angelegten Differenzierungen von Erwerbsverläufen auch im weiteren Lebenslauf wirksam bleiben. Die größere Unruhe und Verlaufsvielfalt, die sich im Hinblick auf diachrone Muster der Erwerbsbeteiligung bei den jüngeren Geburtskohorten beobachten lässt, wird daher lebenslaufbezogene Unterschiede und Ungleichheiten zwischen stetigen und unstetigen Erwerbskarrieren vergrößern: Man braucht hier nur daran zu denken, dass häufige Phasen der Arbeitslosigkeit oder Nichterwerbstätigkeit, seien diese nun als ,Moratorien‘ freiwillig gewählt oder durch ökonomische und soziokulturelle Zwänge auferlegt, nicht nur wegen der damit verbundenen, temporären Einkommenseinbußen das gesamte Lebenseinkommen bis hin zu den Rentenanwartschaften verringern werden, sondern auch zu Qualifikationsentwertungen führen, die sich in der späteren Erwerbsbiographie unverhofft zu ,Negativkarrieren‘ mit wiederholter Arbeitslosigkeit auswachsen können. Bei nicht durch Arbeitslosigkeit bewirkten Erwerbsverlaufsdiskontinuitäten - z.B. durch Weiterbildungsphasen - kann dies jedoch auch zur Erhöhung des individuellen Qualifikationsniveaus und zu einer insgesamt größeren Flexibilitäts- und Lernbereitschaft führen, die weitere Erwerbs- und Berufskarrieren positiv beeinflussen.

Darüber hinaus bewirkt die steigende Verlaufsvielfalt bei gleichzeitig abnehmender Konzentration auf ,Standardverläufe‘ als Kontexteffekt Veränderungen im Wahrnehmungs- und Erfahrungsraum: Auch wenn mann/frau selbst einer Lebensbahn folgt, die den jeweiligen geschlechtsspezifischen Standardmodellen (noch) weitgehend entspricht, lehrt unter diesen Voraussetzungen schon die alltägliche Beobachtung, dass immer mehr Gleichaltrige immer vielfältigere, ,irreguläre‘ Pfade benutzen - und dies zumindest zum Teil unter Vermeidung der Risiken und Gefahren, die ,holprigeren‘ Lebenswegen gemeinhin zugeschrieben werden. Zunehmende Heterogenität macht solche Alltagswahrnehmungen aber wahrscheinlicher und erhöht die Kontakt- und Interaktionschancen zwischen den verschiedenartige Erwerbsbiographien aufweisenden Personen(mehrheiten).

Genau dadurch können freilich auch diejenigen, die bisher den Normallebenslaufmodellen gefolgt sind, dazu angeregt werden, ihre gewohnten Lebensrührungsformen und ihre sicher geglaubten Lebensentwürfe zu überprüfen, die ausgetretenen Trampelpfade zu verlassen und sich den Risiken und Chancen weniger standardisierter Lebensläufe auszusetzen. Nicht zuletzt deshalb werden sich Lebenslaufdifferenzierungen im späteren Erwerbsverlauf fortpflanzen.

Mit bewegteren Erwerbsverläufen können aber nicht nur eher auf der Makroebene angesiedelten Rückkopplungsschleifen oder - auf der Ebene der Individuen - soziale Risiken wie Qualifikationsentwertung, Einkommensverluste und Statusunsicherheiten bis hin zu Identitätskrisen und -kämpfen, insbesondere zwischen den Geschlechtern, verknüpft werden. Vielmehr eröffnen ja Statuswechsel und unruhige Statusbiographien bei allen damit einhergehenden Belastungen den Individuen gleichzeitig andere Erfahrungsräume und bieten zusätzliche Lernchancen an: So beispielsweise, wenn jüngere Väter zu einem - allerdings noch ziemlich raren und meist befristeten - (Teil-)Rückzug aus dem Erwerbsieben bereit sind, um ,mehr Zeit‘ für Haushalt und Familie zu haben. Oder wenn Frauen sich zunehmend seltener einer lebenslangen Einschränkung auf die Hausfrauen- und Mutterrolle unterwerfen, sondern für eine wenigstens zeitweise Rückkehr in die Erwerbssphäre - was ja bei einem deutlich gestiegenen (Aus-)Bildungsniveau immer öfter auch heißt: in ihren erlernten Beruf- oftmals erhebliche Diskontinuitäten in ihren Erwerbsbiographien und zusätzliche Belastungen in Kauf nehmen, sich dadurch aber auch als ,flexibler‘ und für zukünftige Wechselfälle (z.B. Scheidung; ökonomische Krisen) möglicherweise besser gerüstet erweisen.“
(Berger, Peter A. 1996: Individualisierung. Statusunsicherheit und Erfahrungsvielfalt, Opladen: Westdeutscher Verlag, S.131f.)

Empirische Befunde

Selbständige Erwerbsformen haben außerhalb des Landwirtschaftssektors seit den 80er Jahren an Bedeutung gewonnen, während der Anteil selbständiger Landwirte über den gesamten Zeitraum drastisch zurückging. Besonders stark wuchsen die Anteile Selbständiger ohne Mitarbeiter. Unter ihnen wird auch eine wachsende Zahl sog. Schein-Selbständiger vermutet, die arbeitsrechtlich den Arbeitnehmern zuzuordnen wären.

Bei den abhängig Beschäftigten (Arbeiter, Angestellte, Beamte) fällt die erhebliche Ausweitung von Teilzeitbeschäftigung bei gleichzeitigem Rückgang der Vollzeitbeschäftigung auf.

Bei den ‚Normalarbeitsverhältnissen‘ (hier abgegrenzt als abhängige unbefristete Vollzeitbeschäftigung) zeichnet sich seit den 80er Jahren ein Bedeutungsverlust ab.

Befristete Arbeitsverhältnisse - als temporäre Sonderformen von Vollzeit- oder (in geringerem Umfang) Teilzeitbeschäftigung - nahmen insgesamt zu. Dabei veränderten sich die Anteile in Westdeutschland seit den 80er Jahren nur wenig.

Die Zahl überlassener Leiharbeitnehmer hat sich seit Mitte der 80er Jahre sehr dynamisch entwickelt. Wenngleich diese Erwerbsform bisher kein wesentliches Gewicht erreichte, so lag ihr Anteil an allen Erwerbstätigen im Jahr 2000 gegenüber 1985 doch gut viermal so hoch.

Auch im Jahr 2000 unterscheiden sich die ostdeutschen Erwerbsstrukturen noch erheblich von den westdeutschen:
In Ostdeutschland erreichte der Anteil Selbstständiger einschließlich mithelfender Familienangehöriger erst das westdeutsche Niveau Ende der 80er Jahre - sicher ein Beleg für den noch nicht abgeschlossenen wirtschaftlichen Aufholprozess.

Abhängige Vollzeitbeschäftigung hat hier - und zwar im Wesentlichen bei den Frauen - einen weit größeren Anteil als in Westdeutschland. Im Jahr 2000 beträgt der Abstand 10 Prozentpunkte, bei Frauen sogar 19 Prozentpunkte. Dementsprechend hat die Teilzeitbeschäftigung ein geringeres Gewicht.

Auch bei den Normalarbeitsverhältnissen liegen 2000 die Anteile höher als im Westen, doch ist der Abstand mit gut 3 Prozentpunkten wesentlich geringer als bei Vollzeitbeschäftigung insgesamt.

Befristete Arbeitsverhältnisse spielen in den neuen Bundesländern - nicht zuletzt wegen dem noch immer beträchtlichen Umfang arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen - eine größere Rolle als in Westdeutschland. Die stärkere Bedeutung von Vollzeitbeschäftigung geht mit der größeren Zahl befristeter Arbeitsverhältnisse einher.

Aus empirischer Sicht lässt sich folgendes Zwischenfazit festhalten: der Anteil der ‚normalen Vollzeit-Dauerarbeitsverhältnisse‘ hat in den letzten beiden Dekaden gegenüber anderen davon abweichenden Erwerbsformen abgenommen. Die Gewichte zwischen den Beschäftigungsformen haben sich vor allem zugunsten abhängiger Teilzeitbeschäftigung (vor allem von Frauen) und Selbstständigkeit (vorwiegend außerhalb der Landwirtschaft) verschoben. Außerdem sind nicht unbeträchtliche Ausdifferenzierungsprozesse bei den verschiedenen Beschäftigungsformen sichtbar gemacht worden (z.B. in Form der größeren Bedeutung von Einpersonenselbstständigen oder geringfügiger Beschäftigung als besonderer Form der Teilzeitarbeit.)“
(Hoffmann, Edeltraud / Walwei, Ulrich 2002: Wandel der Erwerbsformen. Was steckt hinter den Veränderungen? S. 136ff.)

Literatur und Links

Links zum Thema Lebenslauf

Die Sektion Alter(n) und Gesellschaft der Deutschen Gesellschaft für Soziologie bietet Veranstaltungskalender, Archiv und eine Leseliste.

Die Forschungsgruppe Altern und Lebenslauf (FALL) bietet eine Liste von Veröffentlichungen, sowie aktuelle Forschungsberichte.

Das Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin stellt auf seinen Seiten die Darstellung der Forschungsarbeiten und Projekte, u.a. der Lebensverlaufsstudien zur Verfügung.

Netzwerk Alternsforschung, 2006 in der Nachfolge des Deutschen Zentrums für Alternsforschung der Universität Heidelberg entstanden.

Deutsches Zentrum für Alterfragen, Berlin, stellt zahlreiche Informationen zu Altersfragen zusammen.

Berliner Altersstudie (BASE), Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, Berlin. Ein ausführlicher Überblick zur Studie sowie Hinweise auf Publikationen und weitere Links.


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