Schader-Dialog 2/26 "Design for Democracy"
Artikel vom 18.09.2026
Das neue Magazin der Schader-Stiftung zum Dialog zwischen Gesellschaftswissenschaften und Praxis ist mit dem Titelthema "Design for Democracy" erschienen.
Design for Democracy
Bilder der Demokratie wandeln sich in individueller und kollektiver Erinnerung. Stilisierte Schulbuchbilder des Areopag. Amerikanische Bürger mit Zylinder und Kutsche alle vier Jahre am Dienstag nach dem 1. November. Paulskirche und Kieler Matrosenaufstand. Die Rede Olof Palmes auf dem Lastwagen in Visby. Der Fall der Berliner Mauer. Wie gewinnt demokratisch gelebter Alltag heute Gestalt? Besteck. Mahl. Gemeinsames Essen. Vielleicht beginnt es damit, Waffen und Worte beiseitezulegen und gemeinsam zu essen. Mit vollem Mund spricht man nicht und mit vollem Löffel kämpft man nicht. Unsere Titelbilder entstammen einer Performance des Internationalen Waldkunst-Zentrums auf dem letztjährigen Schader-Festival, die auf achtsamen Umgang mit Natur, mit Nahrung und der Kultur des Essens hinwirkte. Im gemeinschaftlichen Essen kann Verbindung und Gespräch entstehen. Zwischen Kolleg*innen bei einem Mittagstisch, beim Lunch mit Kooperationspartner*innen oder bei wertvollen Pausen von Tagungen und Workshops mit Gästen auf dem Schader-Campus. Wie wir unsere gemeinsamen Mahlzeiten planen, prägt auch unsere Kommunikation. Der Kleine Konvent, unser Wissenschaftlicher Beirat, picknickte zuletzt unter den Platanen des UNESCO-Weltkulturerbes Künstlerkolonie Mathildenhöhe. Wo könnte man besser ins Thema „Design for Democracy“ starten, in das sich die Schader-Stiftung intensiv einbringt, in dem wir ein Teil der World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026 sind – exakt 125 Jahre nach der ersten Ausstellung der Künstlerkolonie. Das Schader-Festival widmet sich am 4. September „Demokratie. Gestalten. Leben.“ Und neben einem ambitionierten gesellschaftswissenschaftlichen und musikalischen Programm wird es Gelegenheit zum Gespräch geben – und zum gemeinsamen Essen.

