Schader-Dialog 1/26 "Eine stille Erfahrung"
Artikel vom 18.09.2026
Das neue Magazin der Schader-Stiftung zum Dialog zwischen Gesellschaftswissenschaften und Praxis ist mit dem Titelthema "Eine stille Erfahrung" erschienen.
Eine stille Erfahrung
„Eine stille Erfahrung“ ist bei Robert Musil ein durch unerwartete Eindrücke ausgelöster Bewusstseinszustand. Die Kunst der 1955 in Teheran geborenen und 2024 als jahrzehntelange Wahl-Darmstädterin verstorbenen Zoya Sadri hat dies eindrücklich in der Schader- Galerie bewusst werden lassen. Vier Monate lang waren Gemälde und Skulpturen dieser Retrospektive der uns schon seit Jahren verbundenen Künstlerin unsere Begleitung im Konventsthema „Timing. Weil nicht alles seine Zeit hat“ Den Dreizehnten Großen Konvent zum Thema „Timing“ stellen wir in diesem Magazin wie üblich nur schemenhaft dar. Die ausführliche Dokumentation finden Sie im Schader-Jahrbuch 2025, ergänzt durch die Reden des Schader-Preises und etliche inspirierende, kluge und unerwartete Beiträge aus un serem Stiftungsjahr zwischen UNO und Jazz, Transformation und Fuß ball, Kommunalfinanzen und Nuklearem Vergessen. Nehmen Sie sich die Zeit dafür; wir senden Ihnen auch gerne ein gedrucktes Exemplar zu. In der Stiftung ist Bewegung: Auch im vergangenen und im begonnenen Jahr freuen wir uns über junge Leute im Praktikum und darüber, dass manche wiederkehren und wichtige Funktionen dauerhaft übernehmen. Das ist so erfrischend wie das aufgefrischte Corporate Design, passend zu einem unserer Schwerpunkte 2026 – einer Vielzahl von Projekten im Rahmen von World Design Capital Frankfurt Rhein Main 2026 unter dem Motto „Design for Democracy“. Genau hier setzt das Konventsjahr 2026 an: „Wie Demokratien leben“. Das wollen wir diskutieren und leben. Nach demokratischen Prinzipien in Gesellschaft, Wirtschaft, Familie und Hochschule fragen, denn auch das Private ist nicht nur politisch, sondern auf seinen demokratischen Wesenskern zu befragen. Leben wir Demokratie, Haltung, Würde, Partizipation, Freiheit und Verantwortung. Das muss gar keine stille Erfahrung bleiben, schon gar nicht, wenn wir die künstlerische Kraft einer Zoya Sadri vor Augen haben.

