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Was ist und wozu dient Utopie? Der Blick aus und in verschiedene Zeiten – Vergangenheit

Artikel vom 14.02.2017

Ein Impulsvortrag von Prof. Dr. Ulrich Bartosch zum Thema „Was ist und wozu dient Utopie?“  im Rahmen der Fachtagung „Utopia. Religion – Macht – Gesellschaft“, die am 09. November 2016 im Schader-Forum in Darmstadt stattfand. Von Ulrich Bartosch

Willkommen im Heute

Vielleicht, so möchte ich beginnen, ist uns das Jahr 1516 eben doch näher, als es allgemein erscheinen mag. Genau besehen greifen – buchstäblich - viele tausend Menschen jeden Tag auf dieses Jahr zurück und vertrauen auf die dort vereinbarten Grundsätze. Wer eine Flasche Bier „gebraut nach dem Reinheitsgebot“ in seinem Einkaufskorb verstaut, verlässt sich auf eine Vorschrift des Herzogs von Bayern,  Wilhelm IV., die er am Georgitag zu Ingolstadt vor 500 Jahren erlassen hat, mithin am 23. April 15161.  Das „älteste Lebensmittelgesetz der Welt“ fordert schlicht: „Ganz besonders wollen wir, daß forthin allenthalben in unseren Städten, Märkten und auf dem Lande zu keinem Bier mehr Stücke als allein Gersten, Hopfen und Wasser verwendet und gebraucht werden sollen.“2  Wir können also durchaus behaupten, dass wir uns in einer „idealen Verbrauchergemeinschaft“ mit all jenen befinden, die sich seither auf die Einhaltung des zeitlosen, ewigen Qualitätsversprechens verlassen. Ein für alle Mal wurde festgelegt, was als optimale stoffliche Grundlage der Braukunst zu gelten hätte. Und der Brauer-Bund sieht dies auch so: „Das Reinheitsgebot von 1516 hat auch heute nichts von seiner Aktualität eingebüßt. Denn es garantiert in einer Zeit, in der andere Lebensmittel oft negative Schlagzeilen machen, einen wirksamen Verbraucherschutz: Deutsches Bier enthält keine künstlichen Aromen und keine Zusatzstoffe - nur Malz, Hopfen, Hefe und Wasser.“3  500 Jahre machen also keinen wirklichen Unterschied. Wir verstehen die Bier-Vorschrift im Sinne eines erreichten qualitativen Optimums – auch heute.

Gilt das ebens für die Utopie? Gilt das auch für die Utopia des Thomas Morus? Im gleichen Jahr 1516 erschienen und bis heute ein Büchlein, das seinen Platz im Kanon der Weltliteratur behauptet. Hat die Utopie noch gültige Relevanz für uns? Ist die Insel Utopia noch im Horizont unserer heutigen Wahrnehmung? Offensichtlich ist auch der Utopie etwas zu eigen, das uns nahelegt, dass wir mit den Autoren der Schriften und der Leserschaft der Vergangenheit eine Gemeinschaft des Nachdenkens über das Ideale bilden.

Vielleicht muss das utopische Denken als Humanum anerkannt werden.4 Es bezeichnet dann die menschliche Fähigkeit, über das Gegebene hinauszudenken und neue Welten zu schaffen. Die (politischen) Utopien sprechen Möglichkeiten an, die zu ihrer Zeit schier unmöglich erschienen sind, aber doch als machbar beschrieben werden konnten. Im Detail mag manche Schilderung in ihrer historischen Gültigkeit längst überholt sein und daher tatsächlich zur Vergangenheit gehören. In dem Sinne aber, da in den Utopien grundsätzliche Fragen des menschlichen Zusammenlebens erörtert werden, bleiben sie in ihrem kritischen Potential eine Herausforderung für jede Gegenwart – also auch für uns heute. Diese Anschlussfähigkeit mit dem Heute im prinzipiellen Sinn macht ihre besondere Bedeutung aus. Da die Utopie eine grundsätzliche Figur des politischen Denkens repräsentiert, kann sie auch nicht durch historische Zeitumstände an ihr Ende kommen. Allerdings kann sich die Bedeutung der einzelnen Entwürfe für uns verändern, was gleich noch mit Blick auf die Utopia von Morus angesprochen werden soll.

Die Feier einer anderen geschichtsmächtigen, zeitgenössischen Entwicklung nahe dem Erscheinen der „optimalen Staatsverfassung“ in Leiden begehen wir im nächsten, dem Luther-Jahr. Was mit dem Jahr 1517 und dem 31. Oktober als Startpunkt markiert wird, ist ja bereits als Prä-Reformation schon vor diesem Datum im Gange und hält in seiner Gültigkeit bis heute an. Wiederum zeigt sich, dass die 500 Jahre nicht eine Trennung, sondern eine Brücke zu uns bilden können. Die grundsätzlichen Fragen des Glaubens haben wir Heutigen mit jenen gemeinsam, die mit Luther und Melanchton, Erasmus und Morus gelebt, gedacht oder korrespondiert haben.

Ich heiße uns willkommen über Fragen des Utopischen im Heute nachzudenken. Mithin über Fragen der Vollkommenheit, der Machbarkeit und der Geschichtlichkeit zu diskutieren und dabei etwas Weiteres neuerlich in seiner politischen Relevanz zu reflektieren: den Glauben. Die religiöse Überzeugung hat als Kristallisationspunkt für Identität und Integration sowie – gegenteilig – als Ausgangspunkt für Xenophobie und Exklusion eine neue Aktualität gewonnen. Ich sehe deshalb Morus und die genannten Humanisten und Theologen als Gesprächspartner für unseren jetzigen, drängenden Diskurs.

Während der Hinweis auf das Jubiläum des Reinheitsgebotes eher spielerischen Charakter hat, was mir im Zusammenhang eines Vortrages zur Utopie zugestanden werden sollte, ist die Verbindung von Religion und Utopie eine ernste Angelegenheit. Ich bin froh, dass wir uns vor dem Luther-Jahr die Zeit dafür nehmen. Wir schließen so an ein Klima des möglichen internen Disputs an, in dem die Utopia entstehen konnte. Sie ist – so behaupte ich – auf einen gemeinsamen religiösen Horizont der Leser angewiesen. Anders gesagt: Nach 1517 hätte Morus die Utopia vermutlich nicht mehr so geschrieben – nicht mehr schreiben können. Und wir müssen heute einen gemeinsamen Horizont entdecken, indem der kritische Charakter der Utopie seine neue Möglichkeit erhält. Dies betrifft nicht mehr allein den Disput der Christen untereinander, sondern den zwischen allen Religionen und darüber hinaus.

Die Vergangenheit der Utopie

Will man der vorgegebenen Einteilung unseres heutigen Abends gerecht werden, muss die Frage geklärt werden, wo die Vergangenheit der Utopie in ihre Gegenwart übergeht, die dann von Uwe Schneidewind  erörtert werden wird. Irgendwie wird er dann auch zu lösen haben, wo er die Gegenwart enden lässt und die Zukunft der Utopie in die Hände von Gesine Schwan legen will.

Ich wähle eine einfache Variante und nehme Joachim C. Fest als Zeugen für „das Ende des utopischen Zeitalters“. Damit kann ich das Ende von DDR und Sowjetunion als die geschichtliche Zäsur bestimmen, in der die Utopie zur Vergangenheit wird. Zwar wäre damals nicht aller Wille zur politischen Veränderung beseitigt worden, aber doch die politische Idee dauerhaft diskreditiert, eine optimale Lösung für gesellschaftliche Organisation von ewiger Dauer zu installieren. Fest schrieb daher in seiner beachteten Schrift von 1991: „ …unzutreffend ist der immer wieder vorgetragene Einwand, dass der Mensch, zusammen mit der Utopie, auch seine gesellschaftlichen Verbesserungswünsche sowie überhaupt den Anspruch aufgeben müsse, jene Widersprüche aufzudecken und zu beseitigen, die der gesellschaftliche Prozess aus sich hervortreibt. Weit eher ist das Gegenteil zutreffend. Der schrittweisen Verwirklichung einer humaneren Ordnung steht das utopische Verlangen geradezu im Wege, weil es alle Ordnung entweder überhaupt beseitigen oder aber von oben dekretieren will. In Wahrheit ginge mit dem Ende der Utopie als System nicht mehr verloren als der Einfluss einiger lange historisch gewordener Sozialphilosophen, die ihre begrenzten Einsichten ins Universelle dehnten und partikulare Wahrheiten mit der Wucht eines menschheitlichen Erlösungsgedankens ausstatteten. All diese Überlegungen drängen zu dem Schluss, dass ein Leben ohne Utopie zum Preis der Modernität gehört.“

Diese Feststellung war und ist nicht unumstritten. Gerne folge ich Thomas Schölderle, der, in fundierter Fortführung der gedanklichen Linie der Arbeiten des Utopie-Spezialisten Richard Saage6, eine differenzierte begriffliche Analyse zur Utopie betreibt und dabei auch deutlich werden lässt, wie einseitig und verkürzt das soeben zitierte Diktum des damaligen FAZ-Herausgebers ist.7 Explizit erinnern will ich hier an die Einlassungen meiner akademischen Lehrer in eben jener Debatte 1992.

Herfried Münkler entlarvte die literarische Utopie als „Aneignung der Verfügungsgewalt über das Utopische durch die Intellektuellen“8  und kommt zu einem Ergebnis, das gar nicht so weit von Fest entfernt scheint: „Ist man … bereit, der hier vorgetragenen These zu folgen, wonach die Utopie eine zeitweilige und damit auch vergängliche Form der Darlegung des Utopischen war, literarisch glanzvoll, aber auch eine Enteignung des Volkes um seine Träume und Wünsche, so ist der jetzt zu konstatierende Niedergang der Utopie und die Wiedererstehung des formlos-anarchischen Utopischen nicht bloß mit Bedauern zu konstatieren.“ Damit markierte auch Münkler eine Zäsur, die allerdings nicht nur abschließt, sondern den Blick frei gibt auf neue Funktionen und Aufgaben des utopischen Denkens.

Und ähnlich äußerte sich auch Iring Fetscher, dessen Aufruf fast unheimlich aktuell klingt und damit besonders geeignet ist, die heutige, bestehende Gültigkeit des kritischen Potentials von utopischen Entwürfen zu belegen: „Das Utopieverbot ist nicht weniger schädlich als die ‚Indienststellung‘ der Menschen für eine höhere ‚utopische Mission‘, deren Wortführer sich zu selbsternannten, über jeden Zweifel erhabenen Exekutoren des Weltgeistes (oder des Heiligen Geistes) machen.“10 Fetscher weist auf den Dienst der utopischen Denker hin, die uns für die Fehlentwicklungen der Welt sensibilisieren. „Ohne solche Augenöffner würden wir blind in die Katastrophe laufen, die heimlich noch immer von vielen ‚geglaubte‘ Pseudo-Utopie ist die eines unbegrenzten Wachstums, weltweit, und der Möglichkeit friedlichen Zusammenlebens zwischen einer immer noch verarmenden Mehrheit und einer reichen Minderheit auf dieser Erde.“11 Wer möchte bezweifeln, dass uns die Probleme der Wachstums-Utopie und der Wohlstand-für-alle-Utopie eingeholt haben? Und wer könnte leugnen, dass die selbsternannten Wortführer in Aktion sind?

Mit der Vergangenheit der Utopie ist es also doch keine leichte Sache. Ich will daher einen weiteren Versuch starten und nach der Vergangenheit in der Utopie suchen. Dass ich mich dabei auf die Utopia von Thomas Morus beschränke, ist nicht nur dem Jubiläum geschuldet. Der paradigmatische Charakter dieser Schrift ist weithin anerkannt.

Die Vergangenheit in der Utopie

Gegen Ende des ersten Buches der Utopia bemerkt Raphael Hythlodeus, also der „Augenöffner“12 von Thomas Morus: „Sie hatten nämlich vor unserer Landung, wie aus ihren Chroniken hervorgeht, von der Kultur unseres Erdteils (den sie den ‚Ulträquinoktialen‘ nennen) niemals etwas gehört, außer dass einmal vor zwölfhundert Jahren ein Schiff in der Nähe der Insel Utopia Schiffbruch erlitt, das der Sturm dorthin verschlagen hatte. Dabei wurden ein paar Römer und Ägypter an ihrer Küste angetrieben, die später nicht wieder fortgingen. Und nun beachte, welchen Nutzen die fleißigen Leute aus dieser einzigen Gelegenheit gezogen haben! Es gab in der Tat keine irgendwie nützliche Kunstfertigkeit im ganzen Römerreiche, die sie nicht von den gestrandeten Fremdlingen erlernt oder aufgrund der erhaltenen Auskunft selbständig erfunden hätten; so wertvoll war es für sie, dass nur einmal ein paar Menschen von hier dorthin verschlagen wurden!“13 Die Yale-Ausgabe kommentiert diese Stelle: „No satisfactory reason for this date has been forthcoming“.14 Einige Zeilen später wird den Aussagen dieser Passage aber große Bedeutung zugesprochen: „This statement is extremely important in the interpretation of Utopia. Granted that talents and resources are equal, the advantage lies in the proper mental attitude: the willingnes to adopt whatever is better…“15 Es ist nun nicht meine Rolle, hier in eine spekulative Interpretation der Utopia tiefer einzusteigen. Aber erlauben Sie mir doch bitte, mit dieser Stelle etwas zu spielen.

Mit der Eroberung der Halbinsel Abraxa hatte Utopos sein vernünftiges Regiment begonnen und durch die Schaffung eines Grabens die Insel Utopia hergestellt. Als Konsequenz seiner Erfahrung, dass ein religiös zerstrittenes Volk leicht besiegbar ist, sichert der Herrscher eine umfassende religiöse Toleranz, die sich auf wenige Grundsätze beschränkte – aber doch die Möglichkeit gab zwischen würdigen und unwürdigen Menschen zu unterscheiden. Die Spur des Gründers verliert sich in der Geschichte Utopias, seine Einrichtungen haben jedoch in ihrer vernunftgemäßen Vollkommenheit zeitlosen Charakter. Die Herrschaft wird nicht in einer Erbfolge oder sonstigen Weitergabe seiner Herrscherwürde verzeitlicht. Sie bringt keine dynastische Geschichte hervor. Gleichwohl begegnen wir dem Fortschritt in der Geschichte Utopias. Was mit Verstand angegangen werden kann und der Vernunft nicht widerspricht wird angenommen und weiterentwickelt.

Es ist bemerkenswert, dass jene Römer und Ägypter nicht als Lehrer der Sprachen und Philosophie gewirkt haben. Und offenbar waren sie auch nicht mit den Anfängen des Christentums vertraut. Aber, das kann man jedenfalls ableiten, sie repräsentieren eine Situation ihrer Heimat, die etwa um das Jahr 300 nach Christus geherrscht hat. Sie kamen also aus einem geistigen Umfeld, das der utopischen Kultur gar nicht so fremd war, wenn nicht sogar dafür vorbildlich sein konnte.

Im Jahre 313 datieren wir die sog. Mailänder Vereinbarung zwischen Konstantin und Licinius, den beiden römischen Kaisern.16 Darin findet sich das Gebot der religiösen Toleranz: „Nachdem wir beide, Kaiser Konstantin und Kaiser Licinius, durch glückliche Fügung bei Mailand zusammenkamen, um zum Wohle aller […] zu regeln […] sowohl den Christen als auch allen Menschen freie Vollmacht zu gewähren […] ihre Religion zu wählen […] damit die himmlische Gottheit uns und allen […] gnädig und gewogen bleiben kann.[…] Wir sind seit langem der Ansicht, dass Freiheit des Glaubens nicht verweigert werden sollte. Vielmehr sollten jedermann seine Gedanken und Wünsche gewährt werden, so dass er in der Lage ist, geistliche Dinge so anzusehen, wie er selbst es will. Darum haben wir befohlen, dass es jedermann erlaubt ist, seinen Glauben zu haben und zu praktizieren, wie er will.“17 Voraussetzung für die Gewährung dieser Freiheit ist, dass durch keine Religionsausübung die öffentliche Ordnung gestört wird.

Durch die Vergangenheit in seiner Utopie führt uns Morus in die eigene Vergangenheit der Christenheit. Er lässt in eine Zeit blicken, in der die dogmatischen Entscheidungen über den katholischen Glauben noch nicht endgültig getroffen wurden. Die Einheit des richtigen Glaubens und was sie bedeutet ist im 3. und 4. Jahrhundert das Kernthema der frühen Christen. Mit der richtigen Antwort wird die Frage der Zukunft – im Sinne der eigenen Heilserwartung – verknüpft. So kommt es zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen den Christen selbst und zwischen Ihnen und einer Obrigkeit, die Beachtung auch der Staatsreligion und ihren Kulten gegenüber verlangt.18 Solche – auch lebensbedrohlichen Herausforderungen haben die Utopier nicht zu bestehen. Das trennt sie fundamental von der Gedankenwelt des Thomas Morus. Wir müssen deshalb in der Vergangenheit des Christentums nach jener Zukunftsidee suchen, die von Raphael Hythlodeus in Utopia noch nicht vorgefunden wird.

Die Zukunft in der Vergangenheit

Die Utopier sind in zweifacher Weise entlastet: Sie haben keine Kenntnis von der Offenbarung Jesu und sie sind (noch) nicht Teil eines Ringens um die wahre Glaubenslehre.19 Sie treten erst mit der Ankunft des Hythlodeus und seiner Gefährten aktiv in die Heilsgeschichte ein. Dann erst wird es konfessionell ernst, könnte man sagen. Die Vergangenheit Utopias dagegen illustriert eine Geschichte die vorangeht, ohne in die göttliche Offenbarung des Christentums eingebunden zu sein. Alles Vernünftige entwickelt sich und auch die Religionen werden vernunftgemäß fortgeschrieben. Dabei werden die drei utopischen Prämissen für menschliche Wesenheit als Übereinstimmung vorgefunden: Glaube, Leben nach dem Tod, Belohnung und Strafe. Wir können sagen: die Utopier haben auch ein Gewissen, das durch die Abschätzung der Folgen ihres Handelns im jenseitigen Leben strukturiert wird und nur dieses verleiht und erlaubt ihnen die Freiheit moralisch zu handeln. Damit ist zugleich die Mindestvoraussetzung für ein funktionierendes Gemeinwesen benannt. Die Selbstkontrolle der Menschen diszipliniert ihr Handeln.

Anders als spätere dystopische oder schwarze Entwürfe, repräsentiert Utopia keinen totalitären Überwachungsstaat, der die erreichte Perfektion erzwingt. Bei Morus funktioniert alles durch die Perfektion der Vernunft. Und – dies ist ebenfalls bemerkenswert – die Menschen werden nicht als perfekte gedacht. Sonst würden alle Überlegungen zu ‚fehlgeleiteten‘ Entwicklungen Einzelner und, wie man sie strafen oder ausschließen müsse, ja überflüssig sein. Aber das individuelle Streben um Vollkommenheit trägt nicht den Prozess allgemeinen Fortschritts in der Geschichte Utopias. Es ist nicht verortet in einem Prozess der Heilsgeschichte, auf deren apokalyptisches vorläufiges Ende man sich selbst vorzubereiten hätte.

Für den Christen Morus und seine Gesprächspartner in Antwerpen, die sich nach dem Gottesdienst in Notre Dame zusammen finden, liegt die Sache aber grundsätzlich anders. Sie befinden sich wissend innerhalb der Heilsgeschichte. Ihre Zukunft ist mit der Entwicklung der Christenheit existentiell verbunden. Das Wohl der Welt und das Heil ihrer Seelen stehen auf dem Spiel. Ihre Zukunft ist in den Heilsplan Gottes eingewoben und damit nicht nur vom vernünftigen Handeln der Menschen abhängig. Selbst der individuelle Glaube gibt noch keine Sicherheit für die Richtigkeit des Handelns. Die Christenheit muss Auge und Ohr offen halten für das Wirken Gottes in der Welt, um zwischen möglichen, richtigen Optionen des Handelns und Denkens die Wahrheit des göttlichen Willens erkennen zu können. Im mittelalterlichen Denken bildeten Eschatologie und ferner Chiliasmus zwei Ausdrücke für Entwürfe des Zukünftigen, die mit der Utopie in gewisser Verwandtschaft stehen. Sie unterscheiden sich freilich vielfach von den neuzeitlichen Utopien. „Allen voran aber“, ich zitiere hier Thomas Schölderle, „unterscheiden sich Utopie und Eschatologie dadurch, dass die Utopie eine Unternehmung der philosophischen Vernunft, die eschatologische Rede dagegen eine solche des christlichen Glaubens ist. … Das kommende Heil wird allein vom Wirken Gottes erhofft.“20 Die Dimensionen dieses Denkens kann ich hier nicht ausreichend erschließen. Ich halte nur fest, dass die Selbstwahrnehmung des Christen auf einen Wendepunkt in der Zukunft gerichtet ist, dem man sich nicht entziehen kann und dessen Gestalt wesentlich durch die christliche Hoffnung auf göttliches Tun geprägt ist. Die Christen und ihre Kirche sind hierfür auserwählte Werkzeuge, die sich in der Wahrheit der Offenbarung bewähren können und müssen. Mit der oben genannten Verbindung in die europäische Zeit um 300 wird eine wichtige Phase der Kirchengeschichte angesprochen, die dieser verantwortlichen Bewährung in besonderer Weise gewidmet war.

Für die christliche Kirche war mit der oben erwähnten Mailänder Vereinbarung eine Zeit heftiger Verfolgung beendet. Von einem heidnischen Standpunkt betrachtet, würden nun Vielfalt von Glaubensüberzeugungen und Einheit unter dem Dach vernünftiger Staatsräson folgen können. Innerkirchlich aber waren Zeiten des Ringens um die Wahrheit des Glaubens und seiner Tradierung angebrochen. Nähert man sich Beschreibungen der Zeit, dann wird man erinnert an die Diskurse in Utopia, aber auch an die streitbaren Auseinandersetzungen um eine weitere Entwicklung des Glaubens und der Kirche, die Morus zu seiner Zeit mitgeführt hatte. Wir finden Tendenzen die Einfachheit und die Armut zu erneuern, die Anfänge klösterlicher Gemeinschaften und heftige Richtungskämpfe um die wahren Grundsätze des christlichen Glaubens.21 Insbesondere die Arianer werden eine starke Kraft, die u.a. die Rolle von Christus und das Verständnis von Kirche radikal in Frage stellen. Es war das von Konstantin einberufene Konzil von Nicäa im Jahr 325, das die Feststellung über die wahren Glaubenssätze treffen konnte und sich gegen den Arianismus wandte.22 Das Glaubensbekenntnis von Nicäa versammelt Entscheidungen über die Wahrheiten, die auch heute im christlichen Bekenntnis noch aufgehoben sind:

"Wir glauben an den einen Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer alles Sichtbaren und Unsichtbaren.
Und an den einen Herrn Jesus Christus,
den Sohn Gottes,
der als Einziggeborener aus dem Vater gezeugt ist, das heißt: aus dem Wesen des Vaters,
Gott aus Gott, Licht aus Licht,
wahrer Gott aus wahrem Gott,
gezeugt, nicht geschaffen,
eines Wesens mit dem Vater (homoousion to patri);
durch den alles geworden ist, was im Himmel und was auf Erden ist;
der für uns Menschen und wegen unseres Heils herabgestiegen und Fleisch geworden ist,
Mensch geworden ist,
gelitten hat und am dritten Tage auferstanden ist,
aufgestiegen ist zum Himmel,
kommen wird um die Lebenden und die Toten zu richten;
Und an den Heiligen Geist.“23

Dieses Glaubensbekenntnis stellt die unumstößliche Wahrheit des Glaubens auf der Basis eines konziliaren Konsensus fest. Wir können es als existentielle Frage der frühen Kirche verstehen, ob es ihr gelang ihre Einheit – mit dem Instrument der Exklusion – zu erhalten.

Für Morus hatte der Konsensus herausragende, ja existentielle Bedeutung. Die Christenheit mit ihrer einen Kirche war das notwendige Gefäß für Offenbarung. Die Möglichkeit für eine verbindliche Erkenntnis der Wahrheit. Hier war ein Ringen im Glauben richtig und unvermeidbar, aber nicht jenseits der Einheit. Die Utopie veranschaulicht die absurde Situation, wenn keine Wahrheit vorausgesetzt und gesucht werden kann: anything goes.

Ich folge hier der Arbeit von Eduard Baumann, der den Konsensgedanken als Zentralbegriff der Responsio ad Lutherum von 1523 herausarbeitet: „More versteht ihn [den Konsensgedanken] als ein formales philosophisches Wahrheitskriterium, dessen personale, gesellschaftliche und literarische Entfaltung einen Zugang zur Wirklichkeit ermöglicht, der dem kohärierenden Gleichgewicht des Kosmos entspricht. In diesem Zusammenhang gewinnt der consensus ecclesiae als nachprüfbares Glaubenskriterium an Bedeutung. Auf der Grundlage dieser Denkform zeigt die Responsio ihren zentralen theologischen Inhalt: die Darstellung des Offenbarungsprozesses, der durch die Autorität des Geistes Gottes den im Konsens der Kirche gesicherten Glauben ermöglicht.“24

Der religiöse Horizont der Utopie verweist auf ihre - heute vergangene - Bedeutung in der Zeit von Morus. Sie erschließen wir nicht mehr leicht und bestätigen dagegen unsere moderne Sichtweise im Blick auf die Toleranz von Utopia. Es geht aber um die Verbindung von Wissen und Gewissen. Wer – Morus folgend – weiß, was Gott durch Jesus mitgeteilt hat, dessen Gewissen wäre nicht mehr für Beliebigkeit der möglichen Entscheidungen verfügbar.

Meine These ist deshalb: das kritische Spiel der Utopie vollzieht sich im Rahmen eines für Morus noch geltenden Konsenses. Morus formuliert ein Diskursangebot innerhalb der noch geltenden Einheitsvorstellung einer in sich differenzierten Kirche/Christenheit. Verlässt man die Einheit des Glaubens, folgen Streit, Inklusion und/oder Exklusion daraus. Die Entscheidung heißt dann: für oder gegen mich. Jetzt würde die Utopie ein verbindliches Statement für diese oder jene Seite. Ihre Perfektion geriete zum nicht hinterfragbaren Diktat.

Die selbstgemachte Zukunft und die aufgeklärte Utopie

Wenn ich nun aus der Idee einer vernünftigen Zukunftsgestaltung, deren Hoffnung aber im Heilswirken Gottes gründet und damit die Bescheidenheit des Menschen anmahnt, die göttliche Rolle rauskürze, dann erscheint schlicht machbar, was der Mensch sich an Zukunft erdenken mag. Behalte ich dabei die Zwangsläufigkeit als Merkmal der Entwicklung bei, dann gibt es keine Alternativen zum optimal angelegten Entwurf. Ich mache einen großen Sprung knapp an die historische Markierung des Endes von Utopie gemäß Fest heran. Ab den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts hatte sich Georg Picht einer Fassung der Utopie zugewandt, die er aufgeklärte Utopie nannte:

„Die künstliche Welt, die wir genötigt sind zu errichten, um der zukünftigen Menschheit ihre Existenzgrundlage zu sichern, muss heute schon im Grundriss entworfen werden; sonst kann ihr Aufbau nicht gelingen. Ein solcher Entwurf des Grundrisses der zukünftigen Welt ist dann eine aufgeklärte Utopie, wenn er den Realitäten gerecht wird, die sich mit den Methoden der rationalen Prognose ermitteln lassen, und wenn er die realen Voraussetzungen politischer Planung nicht ignoriert. … Es steht uns nicht frei, uns je nach Belieben für oder gegen utopisches Denken zu entscheiden. Wir sind zur Utopie gezwungen. Aber es gibt einen unheimlichen Spielraum zwischen der blinden und der aufgeklärten Utopie; in diesem Spielraum wird die Freiheit des Menschen und damit seine ganze Zukunft auf die Probe gestellt."25

Die aufgeklärte Utopie wird in ähnlicher Spannung gedacht wie vorher die naive Utopie. Sie fasst begrifflich die Begrenzung der permanenten Veränderung. Diese findet in der Zeit ein Ende, weil die Welt nunmehr unsere Welt geworden ist und mithin von unserem Denken über die Welt existentiell abhängig würde:

„Der Mensch ist also im Zeitalter der wissenschaftlich-technischen Zivilisation zum Produzenten seiner eigenen Zukunft geworden. In diesem Zukunftsroman der Weltgeschichte verwandelt sich der Verfasser ständig in seine eigene Romanfigur. … Er wird vom Produzenten zum Produkt; aber das Produkt ist mit dem Produzenten nicht identisch, die produzierte Zukunft nicht mehr die eigene Zukunft. Die eigene Zukunft – das wäre jene Zukunft, welche der autonome Wille im Akt des Denkens und Handelns antizipiert. Aber tatsächlich antizipiert er einen Prozess, in dem er sich Veränderungen unterworfen sieht, welche die Autonomie zur Heteronomie, den Schriftsteller zur Romanfigur werden lassen.“26

Picht erkennt in diesem Prozess eine „Entfremdung“, da sich der Mensch nicht als Verursacher seiner eigenen Situation begreift und deshalb auch nicht die Verantwortung für sein eigenes Wirken übernehmen will. Er verhält sich weiter so, als lebe er unter den Bedingungen göttlicher Lenkung oder zufälliger Ereignisfolgen. Picht stellt aber unmissverständlich fest, dass die Verursacher- Verantwortung des Menschen umfassend und dauerhaft ist. Sie prägt unsere Zukunft, und damit macht sie unsere Zukunft unterscheidbar von früheren ‚Zukünften‘:

„Seit der Mensch unwiderruflich zum Bürger einer von ihm selbst produzierten Welt geworden ist, seit er die Macht besitzt, nicht nur tote Waren sondern seine eigene Welt, seine Lebensbedingungen und damit weiterhin sein eigenes Schicksal zu produzieren, seit er sich selbst als einem Produkt begegnet, ist seine Zukunft eine andere geworden. Die Zukunft der technischen Welt unterscheidet sich qualitativ von allem, was frühere Epochen ‚Zukunft‘ nannten.“27

Gegen die Verblendung des Denkens hilft nur kritisches Denken. Die Vergewisserung über die richtige Antizipation von Zukunft erfordert deshalb die Entlarvung von naiven Vorstellungen, die gleichwohl Basis unseres Denkens geblieben sind. Damit holt sich utopisches Denken selbst ein und wandelt sich zu aufgeklärtem utopischem Denken. Dieser Aufgabe widmet sich Picht vielfach.

Picht hilft uns zu verstehen, dass wir heute real in einer Utopie leben (spätestens seit es Atomwaffen gibt), da wir angesichts fundamentaler Gefährdung jeden Tag die Zukunft weiter möglich machen müssen, mit Bedacht und Phantasie – und, zumindest bei Georg Picht, christlich begründet  in einem theologisch interpretierten Horizont der Zeit. Utopie als kritischer Anstoß zur Veränderung, dieser Gedanke verweist bei Picht - ähnlich wie bei Morus - auch auf eine theologische Dimension:

„Die Kluft zwischen Glauben und Wissen ist unüberbrückbar. … Aber damit wir dem, was sich in der Zeit uns manifestiert, nicht verfallen und uns dem transzendentalen Schein der phänomenalen Zeit nicht unterwerfen, bedürfen wir der Offenbarung. Die Offenbarung ist der Ursprung aller Kritik, denn sie ruft den Menschen in allen seinen Möglichkeiten vor das Gericht. Deshalb ist Offenbarung die Bedingung der Möglichkeit für alle Formen kritischen Bewusstseins, mag sich das kritische Bewusstsein dieser radikalsten Konsequenz der Selbsterkenntnis menschlicher Vernunft auch noch so sehr widersetzen. Erst angesichts der Offenbarung hat der Mensch eine Chance, sich von dem transzendentalen Schein des mythischen Denkens auch in seinem Selbstverständnis zu befreien und sich selbst in seiner anthropomorphen Gestalt zu begegnen. Um dies möglich zu machen, und  um den transzendentalen Schein der mythischen Bilder auch im Selbstverständnis des Menschen zu durchbrechen, ist Gott Mensch geworden und auf Golgatha gekreuzigt worden. Das ist der unüberholbare, radikalste und nicht wieder rückgängig zu machende Vollzug der Aufklärung. Alles, was sich sonst Aufklärung nennt, ist seine Verleugnung. Das ist die unaufhebbare Vergangenheit unserer Zukunft.“28

Epilog: Glaube – Wissen - Hoffnung

Wir finden also auch bei Pichts Utopie den Horizont des Glaubens als unbedingt notwendiges kritisches Korrektiv zum menschlichen Wissen mithin zur Kraft der bloßen, nüchternen Vernunft. Was bei Morus als ständige Offenbarung Gottes auch künftig die wahre Verknüpfung zu dieser Dimension eröffnet, ist bei Picht die stets vorhandene Bedingung der getätigten Offenbarung in jeder Zukunft und damit „unaufhebbare“ Vergangenheit.

Bei zwei Denkern der Utopie – an deren Anfang und an deren „Ende“ – stoße ich auf die religiöse Dimension. Sie fängt ein, was auseinanderzubrechen droht. Das wollte ich zum Thema „Was ist und wozu dient Utopie?“ mit Blick auf die Vergangenheit der und in der Utopie erzählen.

Mir scheint dass wir heute weiterhin das utopische Denken als Anstoß für Umsteuerung brauchen. Das werden wir gleich hören. Können die Religionen in diesem Diskurs, kann das Christentum eine konstruktive Rolle dabei spielen? Können sie noch einmal Nährboden für utopische Entwürfe sein, die einen neuen Blick erzeugen?

Lassen Sie mich nochmals Iring Fetscher zitieren: „Ohne solche Augenöffner würden wir blind in die Katastrophe laufen, die heimlich noch immer von vielen ‚geglaubte‘ Pseudo-Utopie ist die eines unbegrenzten Wachstums, weltweit, und der Möglichkeit friedlichen Zusammenlebens zwischen einer immer noch verarmenden Mehrheit und einer reichen Minderheit auf dieser Erde.“29

Thomas Morus und Georg Picht würden uns vielleicht fragen: Woher – wenn nicht von Gott – nehmt ihr die Hoffnung auf Veränderung?  Aber das ist der Blick auf die Vergangenheit der Utopie – auch wenn mir diese Frage in Politik und Gesellschaft in vielfacher Form aufzuleben scheint. Es ist eben nicht nur das Reinheitsgebot, das uns Heutige noch betrifft. Und ich ende hier.

Der Autor: Prof. Dr. Ulrich Bartosch ist Professor für Pädagogik an der Katholischen Universität Eichstätt und war von 2009 bis 2015 Vorsitzender der Vereinigung Deutscher Wissenschaftler.

1 http://www.brauer-bund.de/index.php?id=26

2 http://www.brauer-bund.de/index.php?id=17;

3 http://www.brauer-bund.de/bier-ist-rein/reinheitsgebot.html

4 Auf die Position von Ernst Bloch, die im Lauf der Tagung eine wichtige Rolle einnehmen musste, wird hier nur implizit Bezug genommen.

5 Joachim C. Fest: Leben ohne Utopie, in: Richard Saage (Hrsg.): Hat die politische Utopie eine Zukunft? Darmstadt: WBG, 1992, S. 15-26 (23f.).

6 Grundlegend z.B. Richard Saage: Politische Utopie der Neuzeit, Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 1991.

7 Thomas Schölderle: Utopia und Utopie. Thomas Morus, die Geschichte der Utopie und die Kontroverse um ihren Begriff, Baden Baden: Nomos Verlag, 2011, S. 421-428.

8 Herfried Münkler: Das Ende des Utopiemonopols und die Zukunft des Utopischen, in: Richard Saage (Hrsg.): Hat die politische Utopie eine Zukunft? Darmstadt: WBG, 1992, S. 207-214 (213).

9 Ebd., S. 214.

10 Iring Fetscher: Was ist eine Utopie? Oder: Zur Verwechslung utopischer Ideale mit geschichtsphilosophischen Legitimationsideologien, in: Richard Saage (Hrsg.): Hat die politische Utopie eine Zukunft? Darmstadt: WBG, 1992, S. 58-62 (62).

11 Ebd.

12 Zur Deutung von Raphael als Erzengel, der Tobit wieder sehend macht, siehe Edward Surtz/J.H. Hexter (Ed.): The Complete Works of St. Thomas More, New Haven and London: Yale University Press 1965, S. 301f.

13 Thomas Morus: Utopia. Übertragen von Gerhard Ritter. Mit einem Nachwort von Eberhard Jäckel, Stuttgart: Philipp Reclam jun. 1964, S. 58f.

14 Edward Surtz/J.H. Hexter (Ed.): The Complete Works of St. Thomas More, New Haven and London: Yale University Press 1965, S. 383. Dort findet sich auch ein Verweis auf eine phantasievolle Befassung durch  Heinrich Brockhaus 1929.

15 Ebd.

16 Vgl. Manfred Clauss: Ein neuer Gott für die alte Welt. Die Geschichte des frühen Christentums, Berlin: Rowohlt-Berlin Verlag, 2015, S. 309-313.

17 https://de.wikipedia.org/wiki/Mail%C3%A4nder_Vereinbarung

18 Siehe Manfred Clauss: Ein neuer Gott für die alte Welt. Die Geschichte des frühen Christentums, Berlin: Rowohlt-Berlin Verlag, 2015, S. 140-185.

19 Vgl. Thomas Schölder: Geschichte der Utopie. Eine Einführung, Köln u.a.: Böhlau Verlag, 2012, S. 43f.

20 Thomas Schölderle, Geschichte der Utopie S. 58.

21 Vgl. Will Durant: Weltreiche des Glaubens, [Kulturgeschichte der Menschheit, Bd. 5], Sonderausgabe, Naumann&Göbel: Köln, 1985, S. 218-229.

22 Manfred Clauss: Ein neuer Gott für die alte Welt. Die Geschichte des frühen Christentums, Berlin: Rowohlt-Berlin Verlag, 2015, S. 313-379.

23 https://de.wikipedia.org/wiki/Bekenntnis_von_Nic%C3%A4a

24 Eduard Baumann, Thomas More und der Konsens. Eine theologiegeschichtliche Analyse der „Responsio ad Lutherum“ von 1523, Paderborn, München, Wien, Zürich: Ferdinand Schöningh, 1993, S. 21.

25 Georg Picht, Mut zur Utopie. Die großen Zukunftsaufgaben, in: Zukunft und Utopie, Mit einer Einführung von Enno Rudolph, 1992,  S. 339.

26 Georg Picht, Prognose, Utopie, Planung. Die Situation des Menschen in der Zukunft der technischen Welt, in:  Zukunft und Utopie, S. 4.

27 Ebd., S. 5.

28 Georg Picht, Glauben und Wissen, mit einer Einführung von Christian Link, Stuttgart 1991,  S. 260f.

29 Ebd.