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Wandel des Lebenslaufs. Die Phase der Postadoleszens

Artikel vom 08.09.2004

Eine immer frühere kulturelle Selbstständigkeit der Jugendlichen und ein immer späterer Eintritt in ökonomische Selbstständigkeit und familiale Verpflichtungen lassen die Postadoleszenz als eigene Phase im Lebensverlauf entstehen.

Jugend heute

„Es gibt Anhaltspunkte dafür, dass sich das Alter, mit dem Kinder zu Jugendlichen werden, langsam nach unten verschiebt. Im Alter zwischen 10 und 14 Jahren beginnen heute die Teenager ihre nahezu selbstständige Beteiligung am Konsumsektor. Im Alter von 12 bis 14 Jahren beginnt die emotionale und soziale Ablösung von den Eltern, verbunden mit der Erweiterung der sozialen Beziehungen auf Freundschaften und außerfamiliale Handlungsfelder. Darauf folgt etwa im Alter zwischen 14 und 16 Jahren der Einstieg in jugendkulturelle Aktivitäten, z.B. Diskobesuch und Drogenerfahrungen. Erste gegengeschlechtliche Kontakte und sexuelle Erfahrungen fallen in die Altersspanne zwischen 15 und 17 Jahren. Allerdings haben sich zwischen 1981 und 1991 die Altersspannen wieder nach oben verschoben. Dieser Wandel hinsichtlich sexueller Erfahrungen hängt mit der Bedrohung durch Aids zusammen.

Für die 1990er Jahre zeichnet sich ab, dass unter den Jugendlichen die biographische Ungewissheit hinsichtlich des angemessenen Zeitraums und Zeitpunkts des Absolvierens von Statuspassagen zunimmt. Es werden seltener präzise Altersangaben gemacht als von den Jugendlichen Anfang der 1980er Jahre. Während der Ablösungsprozess von der Herkunftsfamilie und die Aufnahme sexueller Beziehungen verhältnismäßig früh in der Jugendphase stattfinden, sind Berufseinstieg und Familiengründung zu zeitlich offenen Statuspassagen geworden.

Dies bedeutet, dass Altersnormen an Gewicht verlieren und das Ende der Jugendphase offener, also auch biographisch individueller geworden ist. Dies heißt aber nicht, dass die soziale Herkunft für die Struktur der Übergänge an Bedeutung verloren hätte. So lösen sich Jugendliche aus höheren sozialen Schichten von den Eltern früher ab, erreichen aber Berufsstart und Heiratspassagen später als Jugendliche aus unteren sozialen Schichten, die die Ablösung vom Elternhaus später erleben, aber mit Erwerbstätigkeit und Familiengründung früher beginnen. Dies bedeutet einmal, dass die Jugendphase keine einheitliche soziale Gruppierung ausbildet, sondern sozial differenziert ist nach Geschlecht, sozialer Herkunft, Bildungs- und Beschäftigungsstatus. So gibt es eine hohe zeitliche Variabilität in der Aufnahme von Handlungs- und Rollenmustern Erwachsener in Abhängigkeit von Geschlecht, sozialer Herkunft und Schüler- bzw. Erwerbstätigenstatus.“
(Heinz, Walter R. 2001: Der Lebenslauf. In: Joas, Ahns, Hrsg.: Lehrbuch der Soziologie, Frankfurt/New York: Campus, S. 158f.)

Post-Adoleszenz

„Seit den 60er Jahren hat sich durch die Verlängerung der Bildungs- und Ausbildungsdauer der Übergang vor allem von Jugendlichen aus den mittleren und oberen Schichten in den Erwachsenenstatus immer mehr verzögert. So lebten z.B. 1997 von den 21- bis 23-jährigen Männern 53 Prozent und 36 Prozent der Frauen in dieser Altersgruppe noch bei ihren Eltern, und ein beträchtlicher Anteil der 18- bis 24-Jährigen kehrt nach dem ersten Auszug wieder in das Elternhaus zurück. Die Übernahme von Verpflichtungen im Arbeits- und Familienleben entspricht nicht mehr den traditionellen Zeitplänen des Lebenslaufs. Für diese ausgedehnte Phase des Jugendalters hat sich in der Pädagogik und auch bei manchen Soziologen der Begriff der sogenannten ‚Post-Adoleszenz‘ eingebürgert.

Dahinter steht ein ambivalentes Lebensmuster: Viele kulturelle und auch materielle Erwartungen signalisieren einen zügigen Übergang, aber die fehlenden Chancen und die damit verbundenen Risiken im Arbeitsmarkt machen es zunehmend schwierig, die Erwartungen an eine unabhängige erwachsene Lebensführung zu erfüllen. So verschiebt sich die Jugendphase nicht nur nach unten in jüngere Altersgruppen, sondern sie verlängert sich in manchen Fällen sogar bis zum Ende des dritten Lebensjahrzehnts. Nach Hurrelmann ist die Situation für die Jugendlichen ‚durch frühe soziokulturelle Selbstständigkeit bei später sozioökonomischer Selbstständigkeit charakterisiert‘.

Dauer und Form des Prozesses des Erwachsenwerdens weisen starke Variationen auf. Mehrere Studien zeigen, dass höhere Bildungsabschlüsse, Heirat und Geburt des ersten Kindes heute im Vergleich zu den Schulabgängern in den 1960er Jahren in einer späteren Altersspanne stattfinden. So hatte ein Viertel der Schulabschlusskohorte von 1960 in den USA diese drei Statuspassagen innerhalb von vier Jahren nach dem Verlassen der Highschool absolviert. während dies bei nur etwa jedem Zehnten der 1980er Kohorte der Fall war. Und: Über ein Drittel der jüngeren Schulabschlusskohorte hatte nach zehn Jahren noch keine dieser drei Statuspassagen absolviert. Dies bedeutet, dass es eine zunehmende Variation im Zeitpunkt und Ablauf von Übergängen ins Erwachsenenalter gibt. Daher spricht z.B. Buchmann von einer partiellen Destandardisierung des Übergangs ins Erwachsenenleben; dies geht einher mit stärkerer Individualisierung der Biographien in der jungen Generation.

In Deutschland haben sich in den 1990 er Jahren die Arbeitsmarktprobleme auf eine steigende Dauer der Ausbildungsplatzsuche, aber auch ein längeres Verweilen in den Hochschulen ausgewirkt. So liegt das Durchschnittsalter von Auszubildenden bei etwa 20 Jahren (1970 lag es bei 16 1/2 Jahren) und die Studiendauer an den Universitäten im Durchschnitt bei sieben Jahren. Dem entspricht, dass das Lebensalter bei der ersten Eheschließung heute bei Männern bei 30 und bei Frauen bei etwa 27,6 fahren liegt.

Es gibt viele Anhaltspunkte dafür, dass der Übergang von der Jugend zum Erwachsenenalter zu einem eigenständigen Lebensabschnitt und Sozialisationsprozess geworden ist, der schon vor dem Schulabschluss zwischen 16 und 20 Jahren beginnt und bis zum erfolgreichen Einstieg in das Beschäftigungssystem und Aufbau einer stabilen Paarbeziehung im Alter zwischen 21 und 30 Jahren dauern kann. Das Ende der Jugendphase ist also offen - da die Zeitpunkte für die zentralen Statuspassagen wie Auszug, sexuelle Erfahrungen / feste Paarbeziehung, berufliche, materielle Selbstständigkeit und Familiengründung erheblich variieren.“
(Heinz, Walter R. 2001: Der Lebenslauf. In: Joas, Hans, Hrsg.: Lehrbuch der Soziologie, Frankfurt/New York: Campus, S. 159)

Lebensformen junger Erwachsener

„Die verstärkte Individualisierung der Lebensformen wird bei jungen Erwachsenen besonders deutlich. In dieser Altersgruppe haben sich die sogenannten ‚innovativen Lebensformen‘ am stärksten durchgesetzt. Gleichzeitig kam es in faktisch allen westeuropäischen Ländern zu einer deutlichen Verzögerung sowohl der Eheschließung als auch der Geburt eines ersten Kindes. Allerdings kann auch bei jüngeren Erwachsenen höchstens von einem partiellen Durchbruch neuer Lebensformen gesprochen werden. Zum ersten haben die Entwicklungen - wie erwähnt - eher eine Individualisierung gestärkt, wogegen kollektive Wohnformen (z.B. Wohngemeinschaft, Wohngruppen) zumindest statistisch gesehen marginal geblieben sind. Zum zweiten sind viele der neuen Lebensformen häufig eher kurzfristiger und vorübergehender Art (z.B. als Zwischenlösung vor einer Ehe oder nach Auflösung einer Partnerschaft). Dies gilt gleichermaßen für das Alleinleben als auch für das nichteheliche Zusammenleben. Zum dritten haben sich die neuen Lebensformen nicht in allen Ländern gleichermaßen durchgesetzt, wie auch die Abwertung der Ehe oder die Zunahme der Kinderlosigkeit (noch) kein europaweites Phänomen darstellt. Die Form und der Zeitpunkt einer Familiengründung werden von soziokulturellen Traditionen mitgeprägt. Europaweit ist jedoch ein Trend zur Verzögerung der Familiengründung; ein Trend, der unter anderem mit dem Ausbau der Bildungschancen namentlich junger Frauen assoziiert ist.

Eine Eheschließung direkt nach dem Wegzug aus dem Elternhaus ist in vielen europäischen Ländern selten geworden. Am ehesten trifft dies noch junge Frauen in ruralen Gebieten Südeuropas, wo die Eltern weiterhin einen wesentlichen Einfluss auf das Heiratsverhalten ihrer Töchter ausüben. ‚Teenage-Heiraten und ‚Teenage‘-Mütter sind hingegen primär in den englischsprachigen Ländern vergleichsweise häufig, und in dieser Hinsicht zeigt Großbritannien eine stärkere Affinität zu den USA oder Australien als zu Kontinentaleuropa. Im Gegensatz zu den USA ist die Zahl sehr junger (unverheirateter) Mütter in Europa denn auch seit den 70er Jahren im Rückgang begriffen. Bis zu Beginn der 80er Jahre ging der Trend in den meisten europäischen Ländern in Richtung eines immer früheren Wegzugs aus dem Elternhaus, wobei sich die traditionellen geschlechtsspezifischen Unterschiede (männliche Jugendliche bleiben länger zu Hause als Frauen) jedoch kaum verringerten. Seit Mitte der 80er Jahre hat sich der Trend in verschiedenen Ländern gewendet, und junge Erwachsene bleiben wieder länger bei ihren Eltern. Neben verlängerter Ausbildung haben auch steigende Wohnkosten und massive Jugendarbeitslosigkeit diesen Trend verstärkt, namentlich in Frankreich und Spanien.

Junge Erwachsene erleben vor der eigentlichen Familiengründung oft eine mehr oder weniger ausgedehnte Lebensphase, in der oft rasch zwischen verschiedenen Haushalts- und Lebensformen gewechselt. Dieses Muster einer verlängerten ‚Jugend‘ (selbständiges Leben ohne familiale Verantwortung) findet sich primär in den höheren sozialen Schichten urbaner Gebiete. Am stärksten durchgesetzt hat sich das Muster ‚verlängerter Jugend‘ bzw. einer ‚Post-Adoleszenz‘ bisher in den nord- und mitteleuropäischen Ländern, wogegen es in Irland und manchen südeuropäischen Regionen noch seltener auftritt. In diesem Rahmen haben vor allem zwei Lebensformen an Bedeutung gewonnen:
Erstens ist - wie schon erwähnt - ein temporäres Alleinleben junger Erwachsener in manchen europäischen Ländern häufiger geworden. Nach dem Wegzug aus dem Elternhaus, aber auch nach dem Auseinanderbrechen einer nichtehelichen Partnerschaft wird oft zeitweise allein gewohnt (was enge Freundschaften und Partnerschaften nicht ausschließt). Diese Lebensform erlaubt eine flexible Kombination von Selbständigkeit und Sozialkontakten (inklusive Partnersuche). In diesem Zusammenhang sind vermehrt auch Zwischenformen, wie ‚living apart together‘, zu beobachten. In großstädtischen Verhältnissen ist das Alleinleben junger Erwachsener teilweise mit dem subkulturellen Signet einer Singlebewegung versehen. Allerdings lässt sich soweit ersichtlich in keinem europäischen Land ein eindeutiger Trend zu permanentem Alleinleben festhalten.

Zweitens kam es zu einer verstärkten Verbreitung nichtehelicher Lebensgemeinschaften bzw. Lebenszeitgemeinschaften. Seit Beginn der 70er Jahre zuerst in den skandinavischen Ländern (namentlich Schweden und Dänemark) von Bedeutung wurden Formen des nichtehelichen Zusammenlebens in den 80er Jahren auch in anderen Ländern populär, namentlich in Großbritannien, Frankreich, Deutschland und den Niederlanden. Weitaus weniger Verbreitung findet diese Lebensform bisher in Irland und südeuropäischen Ländern (mit Ausnahme von Norditalien und Südportugal).

Das nichteheliche Zusammenleben junger Paare umfasst verschiedene Formen: von einer langfristigen Beziehung, die als Alternative zur Ehe definiert wird, bis zum kurzfristigen Zusammenleben vor einer formellen Eheschließung. Mit Ausnahme skandinavischer Länder ist das voreheliche Zusammenleben dominant, wogegen langjährige Konsensualehen mit Kindern deutlich seltener sind. Faktisch ist das nichteheliche Zusammenleben junger Paare vielfach eheähnlich organisiert, z.B. was gegenseitige Treue und die Alltagsorganisation der Paarbeziehung betrifft. Allerdings sind nichteheliche Lebensgemeinschaften im Durchschnitt instabiler als Ehen, womit das Aufkommen dieser Lebensform zur Instabilität moderner Haushaltsstrukturen beiträgt. Da außerhalb Skandinaviens die Geburtenrate von Konsensualehen zudem deutlich geringer ist als bei Ehepaaren gleichen Alters, trägt das Aufkommen nichtehelicher Formen des Zusammenlebens zur Verzögerung der Geburt von Kindern bei.

In den Gruppen, die eine relativ ausgedehnte ‚vorfamiliale Phase‘ erfahren, verstärkt dies oft eine individualistische Gestaltung der nachfolgenden familialen Phasen. Damit wird der institutionelle Charakter von Ehe und Familie weiter aufgebrochen. Allerdings spiegelt auch die ‚post-adoleszente Phase‘ - soweit sie sich durchgesetzt hat - eine nur partielle Modernisierung wider. Vorherrschend ist auch bei jungen Erwachsenen eine Koexistenz traditioneller und innovativer Lebensformen, und die Wirtschaftskrise zu Beginn der 90er Jahre hat zumindest in einigen Ländern teilweise wieder zu einer Traditionalisierung der Lebensweisen junger Erwachsener geführt.“
(Höpflinger, Francois 1997: Haushalts- und Familienstrukturen im intereuropäischen Vergleich. In: Hradil, Stefan / Immerfall, Stefan, Hrsg.: Die westeuropäischen Gesellschaften im Vergleich, S.106ff.)

Stellenwert der Lebensphase Jugend

„Die Lebensphase Jugend umfasst den Abschnitt zwischen der Pubertät und de Eintritt in ein eigenständiges Berufs- und Familienleben. Sie symbolisiert wie keine andere Lebensphase die Spannung zwischen persönlicher Individuation und sozialer Integration. Jugendliche müssen eine schnelle Veränderung ihrer psycho-physischen Disposition in einer Zeitspanne bewältigen, in der von ihnen mit massivem Nachdruck soziale Anpassung, insbesondere schulische Bildungsleistungen und berufliche Qualifizierungen, verlangt werden. Das Jugendalter wird zu einer Schlüsselphase in einem neu zu komponierenden Lebenslauf, denn es ist Vorbote der Ent-Strukturierung und De-Standardisierung von Lebensphasen.

Das Jugendalter beginnt wegen der anhaltenden Vorverlagerung der Pubertät immer früher. Die Kindheit schrumpft auf fast nur noch 10 Jahre, das Jugendalter dehnt sich auf bis zu 15 oder mehr Jahre aus. Es findet immer häufiger keinen Abschluss mehr. Ein Grund hierfür ist die Verlängerung der Schul- und Ausbildungszeit mit den hierdurch ergebenen Möglichkeiten, Spielraum für eigene Entscheidungen im Blick auf die spätere Berufslaufbahn zu haben, bei gleichzeitig eklatanter Verunsicherung von Arbeitsmarktperspektiven, weil auch bei hohen Schulabschlüssen keine sichere Einmündung in einen Erwerbsberuf mehr möglich ist. Entsprechend kommt es zu vielfältigen ‚Verlegenheits-Kreativformen‘ der Gestaltung des Jugendalters bei einer verhältnismäßig frühen Selbstständigkeit im kulturellen, Konsum- und persönlich-privaten Lebensbereich und einer lang anhaltenden ökonomischen Unselbstständigkeit. An die Stelle einer vorgeprägten Statuspassage von der Kindheit in das Erwachsenenalter tritt eine individualisierte Jugendbiographie.

Auch in früheren historischen Epochen war das Jugendalter durch eine intensive Auseinandersetzung mit der eigenen Person, dem Körper und der Psyche charakterisiert. Heute scheint dieser Prozess aber erheblich mehr innere Kräfte zu binden als früher. Das Finden der Identität und das Verbinden der personalen und sozialen Identität beschäftigt viele Jugendliche bis in das vierte Lebensjahrzehnt hinein. Ein ständiges Suchverhalten und das Bemühen, sozialen Halt und Gewissheit zu gewinnen, sich zugleich aber keine Lebenschancen zu verpassen, sind für Jugendliche heute charakteristisch.

Der traditionellen Idee nach bereitet die Jugendphase den Eintritt in die berufliche, rechtliche, politische, kulturelle, religiöse, familiale, partnerschaftliche und sexuelle Selbstständigkeit der Erwachsenenphase vor. Aber die Vorgaben und Rahmenbedingungen für diesen Übergang sind heute äußerst diffus. Jugendliche leben im Medien- und Konsumbereich und bei der Gestaltung von Freundschafts- und Liebesbeziehungen ein Leben mit relativ hohen und Erwachsenen ähnlichen Graden von Selbstständigkeit, aber sie gehen erst spät - wenn überhaupt - eine Familiengründung an und befinden sich als Schüler und Auszubildende in einem langen Abhängigenstatus und der Situation der ökonomischen Unmündigkeit. Sie werden also nach traditionellen Standards nicht mehr erwachsen.“
(Hurrelmann, Klaus 2003: Der entstrukturierte Lebenslauf. Die Auswirkungen der Expansion der Jugendphase, Zeitschrift für Sozialisationsforschung und Erziehungssoziologie, 23.Jg, H. 2, S. 115-126)

Literatur und Links

Links zum Thema Lebenslauf

Die Sektion Alter(n) und Gesellschaft der Deutschen Gesellschaft für Soziologie bietet Veranstaltungskalender, Archiv und eine Leseliste.

Die Forschungsgruppe Altern und Lebenslauf (FALL) bietet eine Liste von Veröffentlichungen, sowie aktuelle Forschungsberichte.

Das Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin stellt auf seinen Seiten die Darstellung der Forschungsarbeiten und Projekte, u.a. der Lebensverlaufsstudien zur Verfügung.

Netzwerk Alternsforschung, 2006 in der Nachfolge des Deutschen Zentrums für Alternsforschung der Universität Heidelberg entstanden.

Deutsches Zentrum für Alterfragen, Berlin, stellt zahlreiche Informationen zu Altersfragen zusammen.

Berliner Altersstudie (BASE), Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, Berlin. Ein ausführlicher Überblick zur Studie sowie Hinweise auf Publikationen und weitere Links.


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