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"Versäumte Bilder": Lebenszeichen aus Darmstadt und Frankfurt

Artikel vom 23.09.2025

Vor über zwei Jahren sind die “Versäumten Bilder” aus der Schader-Galerie ausgezogen. Von zweien gibt es nun erfreuliche Meldungen. Ein Blogbeitrag von Dr. Stella Lorenz.

Die "Versäumten" sind weitergezogen

Über zweieinhalb Jahre ist es her, dass die KI-generierte Portraits verstorbener Wissenschaftlerinnen aus der Ausstellung „Versäumte Bilder“ von Gesine Born aus der Schader-Stiftung aus- und an neue Orte weiterzogen sind; teilweise sind sie sogar noch immer unterwegs – beispielsweise in Berlin im Bundesministerium für Forschung, Technik und Raumfahrt (BMFTR) oder auf Wanderschaft mit dem Metavorhaben Innovative Frauen im Fokus –, und neue Gefährtinnen gibt es auch, zum Beispiel an der Charité in Berlin, an der Universität Bonn oder im Senckenberg Naturmuseum Frankfurt.

Historisches Bild wiedererkannt

Umso erfreulicher ist es, wenn ein unverhofftes Lebenszeichen der „Darmstädterinnen“ vernommen wird. So ist beispielsweise Gillian Bibby, Komponistin und Pianistin aus Neuseeland, die 1972 bei den Darmstädter Ferienkursen für Neue Musik des Internationalen Musikinstituts Darmstadt (IMD) mit dem renommierten Kranichsteiner Musikpreis für Komposition ausgezeichnet wurde, gerade erst auf einem historischen Foto aus dem IMD wiedererkannt worden: Ihr Mann Roger Wilson, dessen Kontakt mithilfe des Projekts der „Versäumten Bilder“ 2023 ausfindig gemacht wurde, konnte sie identifizieren.

Lecture von Gillian Bibby

Das Foto wurde von dem Darmstädter Fotografen Pit Ludwig in der Georg-Büchner-Schule aufgenommen, es zeigt einen Vortrag des Komponisten Christian Wolff über politische Musik bei den Darmstädter Ferienkursen 1974, wie Sylvia Freydank vom IMD berichtet: „Gillian Bibby sitzt in der Bildmitte direkt hinter dem Tisch.“ Sie selbst hielt 1974 ebenfalls eine Lecture, die hier nachzuhören ist. Das von Gesine Born KI-generierte Bild hängt seit dem Ende der Ausstellung in der Akademie für Tonkunst in Darmstadt gegenüber der Direktion.

Cécile Vogt wacht über den Hörsaal des MPI

Ebenfalls gut eingelebt hat sich das Portrait von Hirnforscherin Cécile Vogt, so Dr. Irina Epstein vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung. Das Bild ist seit Herbst 2024 im Hörsaal des Instituts auf dem Frankfurter Riedberg sichtbar. Auch andere Bilder regen weiterhin zum Nachdenken über Versäumtes und Künftiges an – in der Technischen Universität Darmstadt, dem European Space Operations Centre ESOC, bei Hessian AI, in der University of Labour in Frankfurt und der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. 

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