Ostdeutsche Perspektiven, vieldeutige Identitäten
Artikel vom 09.03.2026
Erinnerungen bestimmen maßgeblich, wie Identitäten geformt werden. Die Schader-Stiftung lädt mit einem Salongespräch dazu ein, ost- und westdeutsche Erinnerungskulturen gemeinsam zu erkunden.
Beginn: 08.06.2026 | 15:30 Uhr
Ende: 08.06.2026 | 20:00 Uhr
Ost- und westdeutsche Erinnerungskulturen als gesamtdeutsches Gespräch
35 Jahre nach der Wiedervereinigung werden die Unterschiede zwischen Ost und West in Debatten über Identität, Zugehörigkeit und Erinnerung neu verhandelt. Zum Beispiel zeigt der Begriff der „Ostalgie" als Reaktion auf Fremdwahrnehmung und Verklärung der DDR, wie unterschiedlich Identitäten aus Ost und West im öffentlichen Diskurs gedeutet werden.
Diese Unterschiede der Erinnerungskultur in Ost und West werden zunehmend von jüngeren Generationen wahrgenommen, die keine eigene Erinnerungen an ein geteiltes Deutschland haben. Ihre Auseinandersetzung folgt daher weniger aus persönlichem Erleben als aus Erzählungen und familiärer Prägung. Gleichzeitig nehmen junge Menschen aus Ostdeutschland Unterschiede zwischen Ost und West bewusster wahr, was prägt, wie sie gesamtdeutsche Politik und Gesellschaft bewerten.
Diejenigen Generationen, die Teilung und Wiedervereinigung selbst erlebt haben, deuten gesamtdeutsche Verhältnisse weiterhin vor dem Hintergrund der eigenen Erfahrung. Die Erinnerungskultur ist damit, genauso wie die Wiedervereinigung, kein abgeschlossenes Kapitel, sondern ein lebendiger Prozess, der Generationen unterschiedlich, aber gleichermaßen betrifft. Wie sie gesamtdeutsche Verhältnisse bis heute formt und was das für ein produktives Miteinander bedeutet, lässt sich also vor allem im gemeinsamen Gespräch ergründen.
Salongespräch
Die Idee für das Salongespräch entstand im Rahmen unserer Ausschreibung auf Impuls von Patricia Preller. Die Schader-Stiftung organisiert und veranstaltet das Gespräch.
Um diese Erinnerungskultur greifbar zu machen, lädt die Schader-Stiftung zu einem Salongespräch zum Thema „Ostdeutsche Perspektiven, vieldeutige Identitäten“ ein. Das Gespräch widmet sich dabei vor allem folgenden Fragen: Wie wird Geschichte innerhalb von Familien und Gesellschaften weitergegeben? Welche Selbst- und Fremdbilder sind dabei in Ost und West entstanden? Und wie können unterschiedliche Erinnerungskulturen als Ressource statt als Hindernis verstanden werden?
Ziel ist es, durch einen vielfältigen, generationsübergreifenden Austausch heutige Mentalitätsunterschiede fassbar zu machen und als Grundlage einer konstruktiven Zusammenarbeit wertzuschätzen.
Einladung an Fachleute
Erfahrungen aus Literatur, Theater, Kunst und Sport bieten dafür als öffentliche Verhandlungen von Identität und Erfahrungen einen unmittelbaren Zugang zu Erinnerungskulturen.
Somit freuen wir uns besonders auf die Teilnahme von Fachleuten aus dem Kulturbereich, um gemeinsam mit Vertreter*innen aus Wissenschaft und Gesellschaft in einen workshopartigen Austausch über innerdeutsche Mentalitätsunterschiede zu treten.
Ansprechpartner'innen seitens der Schader-Stiftung sind Özlem Eren und Dr. Gösta Gantner.

