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Auf dem Weg ins Freie entsteht Zugluft

Artikel vom 29.05.2019

Organische Öffentliche Soziologie (vor dem Brandenburger Tor). Foto: Stefan Selke

Akademische Wissensproduktion im Dialog mit Praxis und Öffentlichkeit braucht Orte, an denen „allgemeines Wissen“ entstehen und zirkulieren kann. Doch mehr und mehr dominieren die Zumutungen des Richterstuhls nachweisbarer Nützlichkeit die akademische Welt. Von Stefan Selke

Die Suche nach einer neuen Haltung

Im Titel des Symposiums liegt zugleich die Aufforderung, über etwas nachzudenken, was allzu oft vernachlässigt wird: Eine ausgeprägte und institutionalisierte „Praxis“ der Gesellschaftswissenschaften ist bislang nicht zu erkennen, wohlklingende Rhetorik verbindet sich noch allzu oft mit weitgehender Handlungsstarre. Was fehlt, ist eine erkennbare, ernstzunehmende und legitimierte Haltung, die darin bestünde, dass „Praxis“ und „Theorie“ weder unvereinbare Gegensätze noch hierarchisch zu denkende Kategorien sind. Deshalb besteht für mich die Zukunft der gesellschaftlichen Wissensproduktion vor allem darin, einen „Weg ins Freie“ zu finden – heraus aus den durch Selbstbezüge geschlossenen akademischen Zirkeln, hinein in das Panoptikum der Gesellschaft selbst, die aufregend ist, wie schon lange nicht mehr. Die rein akademische Form der Wissensproduktion kann zwar selbst auch als eine „Praxis“ angesehen werden. Ein derart aufgeweichter und allgemeiner Praxisbegriff hilft indes kaum weiter, wenn die Ziele in der Öffnung der Wissenschaft und einer intensivierten Rückkopplung mit der Gesellschaft bestehen.

In einer Mischung aus persönlichen Erinnerungen und skizzenartigen Reflektionen möchte ich mich daher als aktiver und überzeugter Öffentlicher Soziologe der Frage nähern, unter welchen Umständen produktive Dialoge zwischen Wissenschaft und Praxis stattfinden und gelingen können. Genau diese Frage führt dann auch zur Hervorhebung der Rolle von Stiftungen. Und hierbei insbesondere der Schader-Stiftung, die seit 30 Jahren das Ziel verfolgt, genau diese Dialoge zu fördern.

Meine Überlegungen beginne ich mit einigen provokanten Bildern. Sie sollen verdeutlichen, wie die Praxis der Gesellschaftswissenschaften gerade nicht aussehen sollte.

Wer heute versucht, innerhalb der akademischen Welt neues Wissen zu produzieren, leidet zunehmend unter dem erzwungenen Kniefall vor dem Richterstuhl messbarer Nützlichkeit. Sichtbare Betriebsamkeit wurde wichtiger als Gelehrsamkeit. Gleichwohl sind die Klagen und das Unwohlsein über die Pathologien des Wissenschaftssystems bei näherem Hinsehen gar nicht so neu. Die britische Sozialreformerin und Gründerin der London School of Economics (LSE), Beatrice Webb, pflegte schon früh einen tiefsitzenden Skeptizismus gegen das etablierte Wissenschaftssystem ihrer Zeit. In ihrer Arbeit balancierte sie auf dem schmalen Grat zwischen ästhetischem Schreiben und fundierter Recherche. Für den Umgang mit ihrem empirischen Material entwickelte sie eine Methode, die zwar damals unter dem Verdacht der Unwissenschaftlichkeit stand, gleichwohl aber höchst erfolgreich war. In ihrem Wohnzimmer stapelten sich tausende von Forschungsnotizen, die sie immer wieder neu arrangierte. Und zwar so lange, bis die Zusammenhänge im Material „zu sprechen“ begannen. So fand sie ihre eigene Stimme und ihren Weg ins Freie. Das waren die Voraussetzungen für erfolgreiche Dialoge mit der Praxis – während andere sich genau dieser Praxis verschlossen. Es verwundert daher kaum, dass sich Beatrice Webb den typischen Gesellschaftswissenschaftler ihrer Epoche vorstellte wie ein astronomisches Observatorium, in das „kein einziges Fenster“ eingebaut wurde.1 Das ist ein bedrückendes, zugleich aber immer noch aktuelles Bild. Studierende der Soziologie lernen heute weniger denn je, mit ihrer Sprache Fenster zu öffnen und den Weg ins Freie zu finden. Mehr noch: Wer einmal erlebt hat, wie sich SoziologInnen bei einem öffentlichen Science Slam vor dem Publikum für ihr eigenes Fach entschuldigen, bleibt mehr als verwirrt zurück.

Öffentliche Soziologie mit postdisziplinärer Haltung

Eine Öffentliche Soziologie ist also auch rund fünfzehn Jahre nach dem echoreichen Postulat „For Public Sociology“2 sowie der vorausgehenden Selbstkritik von Herbert Gans unter dem Titel „More of us should become public sociologists“3 eher eine Randerscheinung. Noch immer sind es vor allem die selbst errichteten Barrieren, die sich zwischen Wissenschaft und Praxis schieben, weshalb Zygmunt Baumann4 plakativ einforderte, die Soziologie vor der Soziologie zu retten. Einer der Wortführer der New Public Social Sciences, John Brewer, rät deshalb zum Verlassen „disziplinärer Bunker“ im Kontext einer „postdisziplinären“ Wissenschaft“5, um den öffentlichen Wert (public value) der Gesellschaftswissenschaften gegenüber einem (vermeintlichen) ökonomischen Nutzen (impact) zu betonen. Eine postdisziplinäre Haltung bedeutet, die distinktive Funktion disziplinärer Wissensbestände zugunsten einer klaren Ziel- und Problemlösungsorientierung in den Hintergrund zu rücken. Jenseits von Fachgrenzen lernen Wissenspartner, mit Verunsicherungen durch fremde Perspektiven umzugehen. Aber es gibt noch mehr Prominente, die mit ähnlichen Appellen aufwarten. Der Soziologe Richard Sennett spricht in seinem Manifest „How I write. Sociology as Literature“ gar von „Gedankenfestungen“, wenn er die Selbstreferentialiät akademischer Wissensproduktion kritisch in den Blick nimmt.6 Sind das nun alles Übertreibungen von Zynikern oder Besserwissern? Nein, denn herablassendes Besserwissen ist tendenziell die Praxis derer, die sich hinter Ritualen, Konventionen und Jargon verschanzen. Sprache als Barriere anstatt als Brücke führt zur Entfremdung von möglichen Publika, aber auch von sich selbst.

Es ist bezeichnend, dass kein Gesellschaftswissenschaftler diesen Zustand einer entfremdeten Praxis perfekt in Worte fasst, sondern der argentinische Journalist und Essayist Martín Caparrós. In seinem brillant recherchierten Buch „Der Hunger“ über die Ursachen globaler Ungleichheit7 findet sich eine Stelle, nach deren Lektüre die Praxis der Gesellschaftswissenschaften eigentlich nicht mehr beim Alten bleiben kann: „Fachbegriffe vermeiden jede Emotion,“ stellt Caparrós zunächst lakonisch fest. Nur um dann auf die tieferen Ursachen dieser institutionalisierten Teilnahmslosigkeit einzugehen. Zwar unterstellt er denjenigen WissenschaftlerInnen, die sich mit den Phänomenen Ungleichheit und Hunger beschäftigen, zunächst das Beste. Aber das Resultat dieser Wissenschaftspraxis kritisiert er zu Recht scharf: „Unterstellen wir mal, es geht den Experten dabei um Professionalität, darum, die Gegenstände ihrer Studien genauer zu definieren. Oder um politische Korrektheit, darum, den Affront zu vermeiden, der entsteht, wenn man einen Hund auch als solchen beim Namen nennt. Unterstellen wir mal, sie tun es aus gutem Willen, um ihre Arbeit richtig zu machen. Dennoch: Am Ende verwandeln sie die Probleme und das Leid von Milliarden Menschen in einen Text, den nur Eingeweihte verstehen, während die Mehrheit nicht begreift, worum es geht. Kurz: Diese Sprache funktioniert wie eine Schranke gegen das allgemeine Wissen, auf das es doch eigentlich ankommt.“

Damit ist der Kern des Problems bezeichnet. Eine Wissenschaft, die Leid von Menschen in Texte verwandelt, anstatt dazu beizutragen, Probleme zu lösen, ist gleichbedeutend mit einer Wissenschaft, die unfähig dazu ist, Dialoge zu führen. Leid, das in Texte verwandelt wird, ist der enttäuschende Ausdruck eines herablassenden Besserwissertums, das niemals Transformationsprobleme lösen wird. Diese Texte sind höchstens Ausdruck eines armseligen Relativismus’ der Zahlen (zum Beispiel in Armutsberichten), einer Distanz zur Welt und der Abwesenheit ethischer Beteiligung. Denn genau darum geht es: Es gibt kaum noch Orte, an denen das von Caparrós angemahnte „allgemeine Wissen“ entstehen und, wichtiger noch, zirkulieren kann. Wo sind diese Orte? Die Seminarräume an den Hochschulen sind es jedenfalls nicht.

Um Hochschulen wieder zu öffentlichen Hochschulen zu machen, an denen allgemeines Wissen jenseits von Fachgrenzen zirkulieren kann, bedarf es noch weitreichender Anstrengungen. Gegenwärtig ist der Schutz der Wissenschaft vor der Öffentlichkeit meist noch stärker ausgeprägt als die Tendenz zur Öffnung der Wissenschaft in Richtung Gesellschaft. Der Bezug zur Praxis oder zur Öffentlichkeit wird noch immer als (minderwertiges) Pflicht- oder Notprogramm deklassiert. Öffentliche Wissenschaft ist nur selten Teil einer bewusst gelebten Rolle. Meist wird eine „Überfremdung“ der Wissenschaft durch außerwissenschaftliche Interessen befürchtet, die sich vermeintlich reputationsschädigend auswirkt. Die Öffentlichkeit wird als Zumutung verstanden, nicht als Resonanzraum. Als gesellschaftliches Subsystem soll sich Wissenschaft ja auf eine spezifische Leistung konzentrieren. Dazu gehört aber im Selbstbild vieler GesellschaftswissenschaftlerInnen weder, das Wissen der Anderen zu berücksichtigen, noch die Anderen am eigenen Wissen teilhaben zu lassen. Die Praxis der Wissenschaft ist daher durch ein strukturelles Defizit gekennzeichnet. Zur (vermeintlichen) Leistungssteigerung werden einerseits Grenzen nach außen gezogen (Postulat der Autonomie der Wissenschaft). Andererseits wird die Absicherung von (vermeintlich unverzichtbaren) Standards nach innen (Normierung wissenschaftlicher Operationen, normatives Regel- und Gratifikationssystem, Sprache als Barriere) vorgenommen. Der Mythos der Leistungssteigerung von Wissenschaft beruht auf dem bereits von Robert Merton hervorgebrachten Argument, dass die doppelte Grenzziehung nach innen und außen zu einer Erweiterung abgesicherten Wissens führe. In der Immunisierung beziehungsweise Indifferenz gegen die Ansprüche der Öffentlichkeit wird sogar ein Prinzip der Leistungssteigerung erkannt. Das Erkenntnismandat der Wissenschaft könne vermeintlich nur durch Unabhängigkeit und Standardisierung eingelöst werden. Außerwissenschaftliche Publika braucht es dazu kaum, was die geringe Affinität für diese Bereiche (Öffentlichkeit, Publika, Zivilgesellschaft, Medien) zumindest ansatzweise erklärt.

Zur Illustration nur ein einziges plakatives Beispiel: Ein Wissenschaftler fordert in einer Vorlesung mit dem (eigentlich) vielversprechenden Titel „Wissenschaft als öffentliche Angelegenheit“8 sinngemäß für die eigene Gemeinschaft das Recht auf Unverständlichkeit. Im Mittelpunkt sollte seiner Meinung nach ein striktes innerdisziplinäres Bewährungsprogramm stehen, das sich gerade nicht an Verständlichkeit ausrichtet. Hinzu käme noch das Recht auf Schweigen. Lang dauernde Reifezeiten wissenschaftlicher Wissensproduktion seien der Maßstab für professionelles Forschen. Die Praxis aber hat meist drängende Fragen, deren Beantwortung gerade keinen Zeitaufschub duldet. Und völlig zu Recht haben Vertreter der Praxis auch wenig Freude an Unverständlichkeit. Das eigentliche Problem liegt aber noch tiefer: Aus der institutionalisierten Gleichgültigkeit dieser unverständlichen und verschwiegenen Wissenschaft resultieren langfristig mangelnde gesellschaftliche Integration und erodierende Legitimation der Wissenschaft insgesamt – am deutlichsten sind bereits jetzt die Geistes- und Gesellschaftswissenschaften betroffen. Bürgern ist (vor allem in ihrer Rolle als Steuerzahler) oft nicht klar, in welchem Umfang das, was Wissenschaftler in deren Praxis tun, mit ihren eigenen Sinn- und Nutzenerwartungen zusammenhängt. Das inner- und das außerwissenschaftliche Relevanzsystem fallen immer weiter auseinander. Das ist das genaue Gegenteil eines Dialogs zwischen Wissenschaft und Praxis.

Resonanzräume engagierter Öffentlicher Soziologie

Bevor ich zur Rolle der Stiftungen komme, möchte ich drei Beispiele aus meiner persönlichen Praxis als Öffentlicher Soziologe einflechten. In aller Kürze sollen sie illustrieren, was sich Unverständlichkeit und Schweigen entgegensetzen lässt und welche Effekte damit verbunden sein können:

Erstens: Für den Deutschlandfunk produzierte ich 2018 ein einstündiges Radiofeature über die soziale Utopie des „Geldverteilers von Salzburg.“ Das Thema des Features ist durch und durch ambivalent: Ein Mann sitzt in einem Container und verteilt Geld an Arme. Ist das nützlich? Bei der Bearbeitung dieses Themas ging es mir mehr um „erzählerische Wahrheit“ als um abschließende Befunde. Das Medium des Features bietet die Möglichkeit, vielfältige Perspektiven und Sichtweisen in den Vordergrund und die gesellschaftswissenschaftliche Einordnung in den Hintergrund zu rücken. Im Medium Radio verzichte ich auf die Nennung akademischer Titel.9 Reichweite ist wichtiger als Reputation. Öffentliche Wissenschaft hat in diesem Fall die Aufgabe und das Ziel, Debatten über strittige gesellschaftliche Fragen zu initiieren, anstatt über prestigeträchtige Fachveröffentlichungen Probleme und Leid einfach nur in Texte zu verwandeln. Verteilungsgerechtigkeit wird so zu einem Gegenstand des allgemeinen Wissens und nicht zum Topos akademischer Theorieproduktion. Damit kehren sich interessanterweise auch Produktionsabläufe um: Letztendlich wurde aus dem Feature ein Buch10, das die vielen Stimmen zu dem Projekt des Geldverteilers „polyvokal“ einfängt, anstatt eine fachwissenschaftliche Bewertung abzugeben. Damit wurde die Schranke gegen das allgemeine Wissen aufgehoben, die Lesenden können und sollen Wissen ko-produzieren.

Zweitens: Das „Haus der Geschichte“ in Bonn stellte 2018 Exponate aus, die im Kontext einer Aktion meiner „organischen“ Öffentlichen Soziologie entstanden. Es handelt sich um Artefakte, Fotos, Videos und Zitate aus dem Kontext einer öffentlichen Demonstration gemeinsam mit Armutsbetroffenen vor dem Brandenburger Tor. Dieser Event fand 2013 statt und war Teil eines dreitägigen Programms zusammen mit engagierten Künstlern, Journalisten, Politikern und vor allem Armutsbetroffenen. Eine derartige Praxis eingreifender Gesellschaftswissenschaft stößt nicht überall auf Gegenliebe. So verzichtete die Deutsche Gesellschaft für Soziologie (DGS) auf die Förderung dieser Veranstaltung. Im Kontext der Kampagne „DGS goes public“ hatte ich mich 2013 (in der ersten Runde) als einziger Antragsteller mit dieser Projektidee beworben. Das scheint mir bezeichnend für die (damalige) Diskrepanz zwischen Absichtserklärung („go public“) und Praxis zu sein. Fünf Jahre später konnte ich dann im Halbdunkel des Ausstellungsraums spontan entstehende Diskussionen belauschen. Klar ersichtlich setzen sich die BesucherInnen im Museumskontext auf eine vollkommen andere Art und Weise mit Themen (Armut, Tafeln, Gerechtigkeit) und damit zusammenhängenden Argumenten auseinander. Dieses Beispiel zeigt: Soziologisches Wissen kann gerade auch dann wirksam werden, wenn auf Gesten fachlicher Distinktion verzichtet wird und es an einem anderen Ort als allgemeines Wissen in verständlicher Form auftaucht und zirkulieren kann.

Ein letztes Beispiel: Zwei meiner Sachbücher wurden für das Theater adaptiert. Für mich persönlich war das jeweils eine ganz besondere Genugtuung. So griff das Schauspielhaus Essen in der Saison 2015/16 unter dem Leitthema „Werte zählen“ mein Sachbuch „Lifelogging“11 über digitale Selbstvermessung (und gerade nicht eine meiner Fachpublikationen) auf. Im Theaterstück mit dem schönen Titel „Ich habe nichts zu verbergen. Mein Leben mit Big Data“ fanden sich dann direkte Zitate und Beispiele aus dem Buch wieder. Auch der Kabarettist Ingo Börchers griff ähnliche Stellen für sein Bühnenprogramm „Ich“ auf. Das Theater „hintenlinks“ in Krefeld wiederum baute aus Passagen meines Buches „Schamland“ über Armut in Deutschland12 eine beeindruckende Gänsehaut-Szene im Stück „Budenzauber“. Selten war ich zufriedener als im Theatersaal im Bewusstsein darüber, dass meine Beiträge zu relevanten gesellschaftlichen Problemen „den Weg ins Freie“ gefunden hatten. Theater, die allgemeinem Wissen einen Ort geben, sind prädestinierte Partner für Öffentliche Wissenschaft. Andere Partner sind Stiftungen.

Die Rolle der Stiftungen für die kulturelle Position von Wissen

Von einem System, das die eigene Unverständlichkeit und die eigene Verschwiegenheit als Bewährungsprogramm in den Mittelpunkt stellt, sind auch in Zukunft kaum ernsthafte Reformen zu erwarten, die das Verhältnis zu Praxis und Öffentlichkeit betreffen. Es braucht daher andere Protagonisten. Die Rolle der Stiftungen – und hier insbesondere der Schader-Stiftung – lässt sich vor dem skizzierten Hintergrund in einem Satz zusammenfassen: Stiftungen ermöglichen eine alternative kulturelle Position von Wissen und Wissensprozessen. Sie tragen dazu bei, allgemeines Wissen zirkulieren zu lassen. Zur Erläuterung dieser Behauptung greife ich auf zwei Klassiker zurück. Neben einer beeindruckenden Aktualität liefern sie tieferliegende Begründungsdimensionen für das schwierige Verhältnis zwischen Wissenschaft und Praxis.

Wissensproduktion im Modus von Haben und Sein

Zunächst nehme ich Bezug auf den Psychoanalytiker Erich Fromm und dessen bekanntes Hauptwerk „Haben oder Sein“13. Mit der Unterscheidung zwischen Haben und Sein bezeichnet Fromm zwei grundlegende Existenzweisen des Menschen und somit zwei Arten der Orientierung in der je eigenen (Um-)Welt. Diese Unterscheidung macht Barrieren sichtbar, die sich immer wieder zwischen Wissenschaft und Praxis schieben.

Leben im Modus des Habens bedeutet, sich etwas „konsumierend einzuverleiben“. Das betrifft selbstverständlich alle alltäglichen Konsumakte. Aber eben auch den Konsum von Wissen beziehungsweise Wissensprodukten. Im Haben-Modus zu lernen und Wissen zu produzieren heißt vor allem: Inhalte werden zwar wahr-, aber nommen, sie bleiben innerlich fremd. Das Ergebnis ist informierte Ignoranz. Da im gegenwärtigen Wissenschaftssystem vor allem Zeit fehlt, wird Wissen immer häufiger unter der Bedingung informierter Ignoranz produziert. Der Zwang zu (messbarer) Betriebsamkeit frisst jegliche Möglichkeit zu verinnerlichter Gelehrsamkeit auf14, so wünschenswert Letztere auch wäre. Der Philosoph Peter Bieri spricht in diesem Zusammenhang von einer Art Gereiztheit, die sich als Resultat rhetorischer Fassaden einstellt, als Folge des rhetorischen Drills, der im schlimmsten Fall in „Gehirnwäsche und Sektenzugehörigkeit“ mündet. Das Gegenmodell nennt er „gedankliche Unbestechlichkeit“15. Aus purer Erschöpfung sind WissenschaftlerInnen dabei, sich als handelndes Subjekt zu verlieren16, wenn sie Wissen im Modus des Habens konsumieren.

Die Selbstreferentialität des Wissenschaftssystems kann vor diesem Hintergrund als Beispiel für den Verlust der Gemeinwohlorientierung durch eine gestörte Zweck-Mittel- Balance dienen. Bildung, die immer mehr einer massenindustriellen Logik folgt, macht WissenschaftlerInnen zu „Gefangenen in einem künstlichen Milieu“17 und sie entkoppelt Wissenschaft von der Praxis. Orientiert sich die Effizienz von Forschungs- und Bildungsprozessen immer einseitiger an internen Maßstäben, geht die gesellschaftliche Außenperspektive verloren. Genau das passiert gegenwärtig, wohin man auch schaut. Aber genau diese Fremdheit ist keine gute Basis für einen Dialog zwischen Wissenschaft und Praxis. Im Haben-Modus wird die eigene Meinung als eine Art Besitztum verstanden. Man sagt „ich habe Wissen“ oder „ich weiß“. Wissen wird wie eine Ware betrachtet. Vor allem aber bedeutet Wissen im Haben-Modus auch, einen Titel zu haben und dieses Besitztum entsprechend zu nutzen. Kurz: Im Haben-Modus stehen die eigene Meinung und der eigene Status einem echten dialogischen Austausch untereinander und mit der Praxis im Weg.

Leben im Modus des Seins bedeutet nach Fromm hingegen ein vitales Interesse am Wandel und auch an persönlichen Veränderungen. Im Seins-Modus wird Wissen – gerade auch „das Wissen der Anderen“ – zum bereichernden Bestandteil der eigenen Gedanken- und Lebenswelt. Erst auf diese Weise kann echte Perspektivenvielfalt entstehen. Es beginnt aber noch viel früher: Im Seins-Modus wird Zuhören zu einem aktiven, bewussten Prozess, der auch den Austausch von je eigenen Motivgeschichten beinhaltet. Die Motive der eigenen Praxis verschieben sich im besten Fall von „um-zu-Motiven“ (zum Beispiel etwas zu tun, um anderen zu gefallen etc.) zu echten „weil-Motiven“ (etwas zu tun, weil es Sinn macht, weil es eine ethische Beteiligung ausdrückt etc.).

Neue Ideen entstehen erst dann, wenn Menschen miteinander reden, die nichts festhalten wollen, sondern den Mut besitzen, ihre eigene Meinung loszulassen, die also bereit sind, auf ihre Wissensbesitztümer zu verzichten. Erst dann hört eine Unterhaltung auf, ein Austausch von Waren zu sein und wird zu einem Dialog, bei dem es keine Rolle mehr spielt, wer welchen Titel, welche Position und wer Recht hat. Genau das ist mit einer alternativen kulturellen Position von Wissen gemeint. Dieses Wissen kann und wird zirkulieren, auch über die Grenzen des Wissenschaftssystems hinaus. Genau darauf sollte es bei einem Dialog zwischen Wissenschaft und Praxis ankommen.

Hermeneutik des Hungers

Meine zweite Referenz ist eine Hommage an die Theologin und Dichterin Dorothee Sölle, die im Kontext der Befreiungstheologie sehr bekannt wurde. Den Hinweis auf ihre Verstehenslehre verdanke ich der Freundschaft mit einem Mönch, mit dem ich mich regelmäßig zu Fragen Öffentlicher Wissenschaft austausche. Von ihm konnte ich lernen, dass es auch in der Wissenschaft darauf ankommt, Lebensform und Wissensform in Einklang zu bringen, will man langfristig biographische Beschädigungen und Entfremdungen vermeiden.18

Sölle unterscheidet in ihrem Erkenntnismodell zwischen einer „Hermeneutik des Verdachts“ und einer „Hermeneutik des Hungers“, zwischen ordentlichen und außerordentlichen Wegen zum Wissen. Die „Hermeneutik des Verdachts“ kennzeichnet den orthodoxen Weg zur Erkenntnis, also das „brave“ Verfolgen tradierter Lehren, die Ebene des „abgesicherten“ Lehrbuchwissens, der „ordentliche“, methodische, aber auch dogmatische und teils sogar gelenkte Weg zum Wissen. Es gibt unzählige historische Beispiele, die zeigen, dass unter diesen Bedingungen kaum Innovationen zu erwarten sind – man denke nur an Brechts „Leben des Galilei“. Im Stück räsoniert der Gelehrte über den Zustand seiner Zeit, deren Wissenskanon und die Notwendigkeit, einen Weg ins Freie zu finden: „Denn wo der Glaube tausend Jahre gesessen hat, eben da sitzt jetzt der Zweifel. (...) was nie bezweifelt wurde, das wird jetzt bezweifelt. Dadurch ist eine Zugluft entstanden, welche sogar den Fürsten und Prälaten die goldbestickten Röcke lüftet.“19.

Galilei folgt einer „Hermeneutik des Hungers“, die Zugluft entstehen lässt. Trotz des Wissens um den Ausgang des historischen Konflikts wäre es wieder an der Zeit, mehr von dieser Zugluft zu verspüren. Eine „Hermeneutik des Hungers“ meint nach Sölle den heterodoxen Weg zur Erkenntnis. Also nicht institutionalisierte (sowie nicht institutionalisierbare) Formen der Wissensproduktion. Und damit auch: Methodenpluralismus, ethische Beteiligung, „weltverändernde Tätigkeiten“. Soziale Realität wird nicht bloß abstrahiert dargestellt, sondern im Lichte der damit verbundenen Praktiken verstanden und verändert. Heute sprechen wir plakativ von transformativer Wissenschaft20. Der Unterschied zwischen einer „Hermeneutik des Verdachts“ und einer „Hermeneutik des Hungers“ besteht (in einem Satz) darin, dass im ersten Fall Autoritäten befolgt werden, während im zweiten Fall eine experimentelle Suche nach Wissensformen beginnt, die wir in der zeitgenössischen Wissenschaftssprache als „sozial robust“ bezeichnen. Es ist nichts anderes als das „allgemeine“ Wissen, das Martín Caparrós so schmerzlich vermisst, wenn er klagt, dass menschliches Leid durch Wissenschaft bloß in Texte verwandelt wird.

Stiftungen als dritter Ort

Zusammenfassend lässt sich vor diesem Hintergrund die Rolle von Stiftungen präziser beschreiben. Die Schader-Stiftung ist nicht nur das genaue Gegenteil eines „fensterlosen Observatoriums“, sie ist vor allem ein Ort, an dem die experimentelle Suche nach zirkulationsfähigem Lösungswissen für dringende Probleme der Praxis seit 30 Jahren nachhaltig praktiziert wird, ein Ort, an dem bei Zugluft nicht gleich Türen und Fenster geschlossen werden. Einige Eigenschaften der Stiftung sind dafür besonders hilfreich:

Die Schader-Stiftung ist ein offener Suchraum für die dazu notwendige Artikulations- und Übersetzungsarbeit. Sie bietet Raum für Gespräche, die sich gerade nicht auf den warenförmigen Austausch von Wissensbesitztümern beschränken. Im Sinne von Fromm ermöglicht die Stiftung tendenziell, vom Habens- in den Seins-Modus der Wissensproduktion zu gelangen. Die Schader-Stiftung ermöglicht Dialoge, deren Regeln nicht allein durch Sprecherpositionen vordefiniert sind, sondern durch nachweisbare Beteiligung an den Problemen und Zielen der Praxis. Sie sorgt dafür, dass alle Beteiligten sich wechselseitig wahrnehmen, anstatt einfach nur informiert zu ignorieren. Die Schader-Stiftung ist auch ein informeller Entwicklungsraum für zukunftsfähige Anreizsysteme. Gerade im Bemühen um die nächste akademische Generation bietet sie eine Plattform, auf der sich das prekäre Wechselverhältnis zwischen persönlicher Entwicklung und Karrierekalkül zumindest ausloten lässt. In der Summe gelingt damit genau die Verschiebung der kulturellen Position von Wissen, die ich als essentiell für einen Dialog zwischen Wissenschaft und Praxis ansehe. Nochmals: Echter Wissensdialog bedeutet, vom Haben- in den Seins-Modus der Wissensproduktion zu kommen. Dazu braucht es in beide Richtungen „offene Fenster“, um das Wissen der Anderen überhaupt wahrnehmen zu können, anstatt systemstabilisierender Barrieren, die in Sprache, Status oder Schweigegelübden begründet sind.

Für mich persönlich ist die Schader-Stiftung auch ein Ort, der Mut macht. Ein Ort, an dem es möglich ist, Dinge auszusprechen, die sonst ungern gehört werden. Ein Rückzugsort vor den Zumutungen des Richterstuhls nachweisbarer Nützlichkeit, die die akademische Welt mehr und mehr dominieren. Ein Ort, der den Weg ins Freie markiert und an dem Grenzgänger zwischen Wissenschaft und Praxis mit dem notwendigen Proviant versorgt werden. Dafür meinen ganz persönlichen Dank an Herrn Schader und das gesamte Team der Stiftung!

Dieser Beitrag erschien zuerst in der erweiterten Dokumentation des Symposiums „Die Praxis der Gesellschaftswissenschaften“, das anlässlich des 90. Geburtstags des Stifters Alois M. Schader am 16. Juli 2018 im Schader-Forum stattfand.

Stefan Selke: Auf dem Weg ins Freie entsteht Zugluft. Wissensproduktion im Dialog mit Praxis und Öffentlichkeit, in: Alexander Gemeinhardt (Hrsg.): Die Praxis der Gesellschaftswissenschaften. 30 Jahre Schader-Stiftung, Darmstadt 2018, 24-32.

Der Autor:
Prof. Dr. Stefan Selke, geboren 1967, lehrt Soziologie und Gesellschaftlichen Wandel an der Hochschule Furtwangen. Er ist Forschungsprofessor für Transformative und Öffentliche Wissenschaft sowie Visiting Professor an der University of Huddersfield (UK).

Literatur

Baumann, Zygmunt (2014): What Use is Sociology? Conversations with Michael-Hviid Jacobsen and Keith Tester. Cambridge: Polity.

Bieri, Peter (2017a): Wie wäre es gebildet zu sein? (Extra: Die Vielfalt des Verstehens). München:  Komplett-Media.

Bieri, Peter (2017b): Eine Art zu leben. Über die Vielfalt menschlicher Würde. Frankfurt a.M.: Fischer.

Brecht, Bertolt (2017): Leben des Galilei. Frankfurt a.M.: Suhrkamp.

Brewer, John (2013): The Public Value of Social Sciences. London: Bloomsbury.

Burawoy, Michael (2005): For Public Sociology. In: American Sociological Review, 4, S. 4–28.

Caparrós, Martín (2015): Der Hunger. Frankfurt a.M.: Suhrkamp.

Fromm, Erich (2018): Haben oder Sein. Die seelischen Grundlagen einer neuen Gesellschaft. München: dtv.

Gans, Herbert (2002): More of Us Should Become Public Sociologists. Footnotes (Juli/August). www.asanet.org/footnotes/julyaugust02/fn10.html (23.09.2015).

Illich, Ivan (2009): Tools for Conviviality. London: Boyars Publishers.

Lepenies, Wolf (1985): Die drei Kulturen. Soziologie zwischen Literatur und Wissenschaft. München: Hanser.

Neidhardt, Friedhelm (2002): Wissenschaft als öffentliche Angelegenheit. WZB-Vorlesungen (3). Berlin: WZB.

Quartier, Thomas (2018): Monastische Lebensform als engagierte Wissensform. In: Stefan Selke/Annette Treibel (Hrsg.): Öffentliche Gesellschaftswissenschaften. Grundlagen, Anwendungsfelder und neue Perspektiven. Wiesbaden: Springer VS, S. 323–341.

Schneidewind, Uwe/Singer-Brodowski, Mandy (2014): Transformative Wissenschaft. Klimawandel im deutschen Wissenschafts- und Hochschulsystem. Marburg: Metropolis.

Selke, Stefan (2013): Schamland. Die Armut mitten unter uns. Berlin: Econ.

Selke, Stefan (2014): Lifelogging. Wie die digitale Selbstvermessung unsere Gesellschaft verändert. Berlin: Econ.

Selke, Stefan (2018a): Betriebsamkeit statt Gelehrsamkeit. Öffentliche Hochschulen als Werkzeuge konvivialer Gesellschaften. In: Stefan Selke/Annette Treibel (Hrsg.): Öffentliche Gesellschaftswissenschaften. Grundlagen, Anwendungsfelder und neue Perspektiven. Wiesbaden: Springer VS, S. 405–433.

Selke, Stefan (2018b): Der Geldverteiler vom Mirabellplatz. Baden-Baden: Tectum.

Sennett, Richard (2009): How I write: Sociology as Literature. Münster: Rhema.

Dieser Beitrag ist die überarbeitete und ergänzte Fassung des Impulsreferats, das vom Autor am 16. Juli 2018 anlässlich des Symposiums „Die Praxis der Gesellschaftswissenschaften“ im Themenblock „Öffentliche Wissenschaft“ gehalten wurde. Teile des Vortrages gehen selbst wieder auf eine praktische Form Öffentlicher Wissenschaft zurück: eine Radiovorlesung mit dem Titel „Lob des Narrativen“ (produziert von SWR 2 Aula und gesendet am 4. Mai 2018). Nachhörbar unter: www.swr.de/swr2/programm/sendungen/wissen/aula-lob-der-narration-plaedoyer-fuer-eine-andere-art-von-wissenschaft/-/id=660374/did=21634056/nid=660374/fj3s5l/index.html (27.09.2018).

1 Lepenies, Wolf (1985): Die drei Kulturen. Soziologie zwischen Literatur und Wissenschaft. München: Hanser.

2 Burawoy, Michael (2005): For Public Sociology. In: American Sociological Review, vol. 70, 1, S. 4–28.

3 Gans, Herbert (2002): More of Us Should Become Public Sociologists. Footnotes (Juli/August). Online verfügbar unter www.asanet.org/footnotes/julyaugust02/fn10.html (23.09.2015).

4 Baumann, Zygmunt (2014): What Use is Sociology? Conversations with Michael-Hviid Jacobsen and Keith Tester. Cambridge: Polity.

5 Brewer, John (2013): The Public Value of Social Sciences. London: Bloomsbury.

6 Sennett, Richard (2009): How I write: Sociology as Literature. Münster: Rhema.

7 Caparrós, Martín (2015): Der Hunger. Frankfurt a.M.: Suhrkamp.

8 Neidhardt, Friedhelm (2002): Wissenschaft als öffentliche Angelegenheit. WZB-Vorlesungen (3). Berlin: WZB.

9 Die Sendung ist bei Interesse hier nachzuhören: www.deutschlandfunk.de/fairshar-der-geldverteiler-von-salzburg.1247.de.html (27.09.2018).

10 Selke, Stefan (2018b): Der Geldverteiler vom Mirabellplatz. Baden-Baden: Tectum.

11 Selke, Stefan (2014): Lifelogging. Wie die digitale Selbstvermessung unsere Gesellschaft verändert. Berlin: Econ.

12 Selke, Stefan (2013): Schamland. Die Armut mitten unter uns. Berlin: Econ.

13 Fromm, Erich (2018 / Erstveröffentlichung 1976): Haben oder Sein. Die seelischen Grundlagen einer neuen Gesellschaft. München: dtv.

14 Selke, Stefan (2018a): Betriebsamkeit statt Gelehrsamkeit. Öffentliche Hochschulen als Werkzeuge konvivialer Gesellschaften. In: Selke, Stefan / Treibel, Annette (Hrsg.): Öffentliche Gesellschaftswissenschaften. Grundlagen, Anwendungsfelder und neue Perspektiven. Wiesbaden: Springer VS, S. 405–433.

15 Bieri, Peter (2017a): Wie wäre es gebildet zu sein? (Extra: Die Vielfalt des Verstehens). München: Komplett-Media.

16 Bieri, Peter (2017b): Eine Art zu leben. Über die Vielfalt menschlicher Würde. Frankfurt a.M.: Fischer.

17 Illich, Ivan (2009 / Erstveröffentlichung 1973): Tools for Conviviality. London: Boyars Publishers.

18 Quartier, Thomas (2018): Monastische Lebensform als engagierte Wissensform. In: Selke, Stefan / Treibel, Annette (Hrsg.): Öffentliche Gesellschaftswissenschaften. Grundlagen, Anwendungsfelder und neue Perspektiven. Wiesbaden: Springer VS, S. 323–341.

19 Brecht, Bertolt (2017 / Uraufführung Zürich 1943): Leben des Galilei. Frankfurt a.M.: Suhrkamp.

20 Schneidewind, Uwe / Singer-Brodowski, Mandy (2014): Transformative Wissenschaft. Klimawandel im deutschen Wissenschafts- und Hochschulsystem. Marburg: Metropolis.