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Geschredderte Notizen

Artikel vom 03.04.2019

4/19 | Sara Lüttich war von Februar bis April 2019 Praktikantin der Schader-Stiftung. Sie befindet sich derzeit im Masterstudiengang Gesellschaft und Kulturen der Moderne an der Justus-Liebig-Universität Gießen.

Newsletter vom 3. April 2019

Erinnern Sie sich an das Gemälde "Mädchen mit Ballon" des britischen Streetart-Künstlers Banksy, das im Herbst letzten Jahres während seines Verkaufs im Londoner Auktionshaus Sotheby´s vor Publikum zerschreddert wurde? Die Reaktionen hätten nicht unterschiedlicher ausfallen können: Auf der einen Seite Empörung, Entsetzen oder Erstaunen wegen des zerstörten Kunstwerks per se, auf der anderen Seite eine gewisse Heiterkeit und Schadenfreude, weil dem Kunstmarkt auf diese Weise Widerstand geleistet wurde. In den Hintergrund geriet dabei aber die eigentliche - politische - Message dieses Kunstwerks, das Teil der Kampagne zur Unterstützung syrischer Bürgerkriegsflüchtlinge war.

Kunst kann, darf und soll politisch sein. Diesen Auftrag setzten neun Fotografinnen und Fotografen des Vereins Unwort-Bilder e.V. um, indem sie ihre Bilder zum Unwort des Jahres 2018 vom 7. bis 17. März im Schader-Forum präsentierten. In vielfältiger Weise konnten die Besucherinnen und Besucher der Ausstellung an den Interpretationen und Gedanken zum Begriff "Anti-Abschiebe-Industrie" teilhaben, der vom Vorsitzenden der CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag Alexander Dobrindt geprägt wurde. Was mich persönlich begeistert hat, war die Möglichkeit des öffentlichen Austauschs von und mit den Fotografinnen und Fotografen und den Gästen, die mit der Ausstellung geschaffen wurde. Das gesellschaftswissenschaftliche Begleitprogramm sowie das Angebot kunstsoziologischer Führungen vermittelten darüber hinaus verschiedene Zugänge zu einem Thema, das in unserer Gesellschaft mitunter sehr emotionalisiert ist. Dort, wo nicht alles nur mit Sprache und Schrift ausgedrückt werden kann, knüpft also Kunst an. Oder mit Johann Wolfgang von Goethe: "Die Kunst ist eine Vermittlerin des Unaussprechlichen.

Öffentlichen Raum für Dialog und Austausch will die Schader-Stiftung auch in den kommenden Frühlingsmonaten bereitstellen. Hierzu wird mit dem neuen Georg-Moller-Forum eine bürgerschaftlich-kritische Plattform zur Diskussion von Problemen und Chancen der Stadtentwicklung in Darmstadt am 8. April 2019 geboten, zu der Sie herzlich eingeladen sind. Im Rahmen einer öffentlichen Abendveranstaltung wird die Publikation "Kulturelle Mitte Darmstadt - Ein kritischer Stadtführer" der Werkbundakademie und der Bürgergruppe "StadtGestalt" präsentiert.

Der Stiftungszweck der Schader-Stiftung, also die Verknüpfung zwischen Gesellschaftswissenschaften und Praxis, findet sich nicht nur in den bisherigen und kommenden Veranstaltungen wieder, sondern auch in meinem Praktikum. Während der Zeit in der Schader-Stiftung bot sich mir die Gelegenheit, eine Brücke zwischen meinem wissenschaftlichen Hintergrund als Studentin der Soziologie und der praktischen Ebene in der Gesellschaft zu schlagen. Ich freue mich darauf, dass ich diese Brücke auch in Zukunft überqueren darf, beispielsweise durch Teilnahme an Veranstaltungen.

In diesem Sinne werde ich es nun Banksy gleichtun und meine Notizen schreddern, denn die Erlebnisse hier werden mir sicherlich auch so in Erinnerung bleiben. Mehr zu den kommenden Veranstaltungen finden Sie untenstehend sowie auf unserer Webseite und via Twitter.

Viele Grüße
Sara Lüttich
Praktikantin der Schader-Stiftung

Alle Editorials unter www.schader-stiftung.de/editorial_p.