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Ansichten des Ich

Artikel vom 27.10.2011

Das Hessische Landesmuseum Darmstadt (hier) und die Schader-Stiftung zeigen mit „Ansichten des Ich“ die zehnte Ausstellung in der Reihe „Bilder gesellschaftlichen Wandels“.

 

 

27. Oktober 2011 bis 29. Januar 2012

Die Wahrnehmung des Individuums – die eigene Sicht, aber auch der gesellschaftlich definierte Blick – hat spätestens seit der Renaissance eine lange Tradition in der Kunst- und Sozialgeschichte. Das künstlerische Porträt ist dabei der Ausdruck der Selbstvergewisserung und der Präsentation des einzelnen Ichs, seit das Individuelle als Hauptmerkmal und als wichtigster Bezug des Menschen zu sich selbst und zur Gesellschaft sozial und kulturell anerkannt wurde. Am intensivsten erscheint das Ich im Gegenüber durch den Blickkontakt. Er stellt die unmittelbarste Kommunikation zweier Individuen her, auf die sich das Bildnis in zahlreichen Variationen ikonographisch bezieht. Das Porträt ist damit zugleich auch immer eine soziale Größe, denn es findet seine repräsentative und psychologische Funktion sowie seine entsprechende Wirkung nur in der Positionierung des Porträtierten gegenüber dem betrachtenden anderen Individuum, und dieses erkennt sich selbst wohl vor allem im Spiegel des Anderen.

Die Ausstellung präsentiert erneut eine Vielzahl von Werken des Hessischen Landesmuseums. Sie reichen vom Ende des 19. Jahrhunderts bis in die Gegenwart. Arbeiten u.a. von Ernst Ludwig Kirchner, August Macke und Käthe Kollwitz bis Karl Hartung, Michelangelo Pistoletto und Marie-Jo Lafontaine zeigen ein differenziertes künstlerisches und soziales Spektrum, darunter sind Selbstbildnisse, Herrscher- und Künstlerporträts. Aktuelle Videoarbeiten des jungen Kölner Künstlers Martin Brand erweitern die Gattung des Porträts durch die Darstellung von Jugendlichen, deren unmittelbare visuelle Präsenz uns herausfordert. Wir danken ihm sehr für sein Engagement, das sich auch im Sinne des erweiterten Kunstbegriffs als Sozialarbeit mit diesen Jugendlichen verstehen lässt.

Die Schader-Stiftung und das Hessische Landesmuseum Darmstadt  (hier) bedanken sich bei allen Beteiligten für die Realisierung der Ausstellung und des Katalogs, hier besonders Dr. Christian Steuerwald für seinen Beitrag. Auch Marlies Blücher, die für die Gestaltung der ganzen Katalogheftreihe verantwortlich zeichnet, sei an dieser Stelle anlässlich des zehnten Heftes ein spezieller Dank ausgesprochen. Wir wünschen uns zahlreiche Begegnungen mit den Porträts der Ausstellung, denn das Interessanteste am Menschen ist immer der andere Mensch.