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Sozial-ökologische Transformation: Theorie und Praxis

Artikel vom 13.10.2020

Foto: shutterstock

Die Online-Konferenz in Kooperation mit der Technischen Universität Darmstadt, Institut für Politikwissenschaft, eröffnete einen Raum, sozial-ökologische Perspektiven auf die Transformation unserer Gesellschaft gemeinsam mit Studierenden, Wissenschaftler*innen, Praktiker*innen und Interessierten in den Blick zu nehmen und gemeinsam zu diskutieren.

Informationen zur Veranstaltung

Beginn: 19.03.2021 | 17:00 Uhr

Ende: 19.03.2021 | 20:30 Uhr

Ort: Schader-Forum | Goethestr. 2 | 64285 Darmstadt | digital
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Was wird unter Transformation verstanden?

Die aktuelle Debatte um planetare Grenzen geht immer häufiger mit der Forderung nach einer Transformation unserer Gesellschaft(en) einher. Dabei bleibt oft unklar und umstritten, was unter Transformation genau verstanden wird. In der Abschlusskonferenz der Darmstädter Tage der Transformation präsentierten Studierende ihre Ergebnisse der theoretischen und empirisch-forschenden Auseinandersetzung mit Transformation in den Aktionsfeldern Mobilität, Ernährung und Bildung, die im Rahmen eines Seminars an der Technischen Universität Darmstadt erarbeitet wurden. Nach einem anschließenden Vortrag von Prof. Dr. Ulrich Brand, Universität Wien, gab es Gelegenheit, sozial-ökologische Perspektiven der Transformation gemeinsam zu diskutieren.

Die abschließende Veranstaltung der dritten Darmstädter Tage der Transformation stand im Kontext des Projekts „Systeminnovation für Nachhaltige Entwicklung (s:ne)“, ein von der Bund-Länder-Initiative „Innovative Hochschule“ gefördertes Vorhaben der Hochschule Darmstadt.

Das Programm der Konferenz und einzelne Konferenzbeiträge finden Sie in den Downloads. 

Ihre Ansprechpartnerin ist Saskia Flegler.

Rückschau: Sozial-ökologische Transformationen: Theorie und Praxis

Im Rahmen der Konferenz am 19. März 2021 präsentierten Studierende der Technischen Universität Darmstadt ihre Forschungsarbeiten zu sozial-ökologischen Transformationen. Daran schloss sich ein Impulsvortrag von Prof. Dr. Ulrich Brand, Politikwissenschaftler an der Universität Wien zum Thema „Warum sozial-ökologische Transformationen Kapitalismuskritik brauchen“ an. Bei der Abschlussveranstaltung der dritten Darmstädter Tage der Transformation waren online etwa 150 Teilnehmer*innen zugeschaltet.

Die Konferenz „Sozial-ökologische Transformation: Theorie und Praxis“ fand in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Darmstadt statt und war als öffentliche Abschlussveranstaltung des gleichnamigen Seminars, das im Wintersemester 2020/21 am Institut für Politikwissenschaft an der Technischen Universität Darmstadt unter Leitung von Dorothea Elena Schoppek angeboten wurde, konzipiert. Die Studierenden widmeten sich im Seminar unterschiedlichen Transformationskonzepten und erarbeiteten Chancen, Hindernisse und Strategien einer sozial-ökologischen Transformation. Für ihre Präsentationen setzten sich die Studierenden in den drei Themenfeldern Mobilität, Ernährung und Bildung mit verschiedenen Initiativen im Rhein-Main Gebiet auseinander. Es wurden Interviews mit transformativen Akteur*innen geführt und ausgewertet. Untersucht wurde das transformative Potenzial des Dannenröder Forsts (Mobilität), des Ernährungsrats Frankfurt (Ernährung) und der Bildungseinrichtungen Umweltzentrum Hanau sowie Konzeptwerk Neue Ökonomie (Bildung).

Im anschließenden Vortrag von Prof. Dr. Ulrich Brand ging es um den Stellenwert von Kapitalismuskritik in sozial-ökologischen Transformationsprozessen. Eine solche Transformation erfordert, so Brand, eine grundlegende Veränderung des Staates, nicht bloß eine Kritik, die an den Institutionen und am Markt hängen bleibt. Er schlägt daher einen kritischen und gesellschaftstheoretisch fundierten Transformationsbegriff vor. Ulrich Brand bezeichnet die Gesellschaft, in der wir leben, als „Externalisierungsgesellschaft“, bei der die Voraussetzung dieser imperialistischeren Lebensweise auf Kosten anderer unsichtbar gemacht wird. Das Benutzen von Mensch und Natur für den Zweck einer Kapitalakkumulation geschieht dabei durch rechtliche, politische und ideologische Absicherung.

Zusätzlich zur Bestimmung der gesellschaftlichen Dynamiken, die zu ökologischen Problemen führen, soll auch die Frage nach alternativen attraktiven Lebensweisen gestellt werden. Hierfür ist, laut Brand, ein neues Verständnis von Freiheit notwendig, bei dem es nicht um Konsummöglichkeiten, sondern um die Anerkennung der Bedürfnisse anderer geht. Die Gefahr eines „Grünen Kapitalismus“ als Teil einer ökokapitalistischen Modernisierung zeigt die Wichtigkeit der Verbindung von Wissenschaft und Praxis: Kapitalismuskritik muss, so Brand, als praktische, gesellschaftlich-verändernde Kritik verstanden werden.

Nach dem Vortrag wurden verschiedene Aspekte einer sozial-ökologischen Transformation gemeinsam im Plenum diskutiert. Während der gesamten Veranstaltung hatten die Teilnehmenden Gelegenheit, Fragen an die Vortragenden zu richten.

Rückschau von Eva Benner