Filtern Sie im Bereich "Themen"

Thema
  • Kommunikation und Kultur
  • Gemeinwohl und Verantwortung
  • Demokratie und Engagement
  • Vielfalt und Integration
  • Stadtentwicklung und Wohnen
  • Demographie und Strukturwandel

Zur Filterung muss mindestens ein Thema ausgewählt sein.

Fokus
Zeitraum
Was bewegt Sie?

Sie haben offene Fragen? Anregungen? Ideen?

Wir kommen gerne mit Ihnen ins Gespräch. Bitte hinterlassen Sie das, was Sie bewegt, im Schader-Dialog.

Call: Taking back Control. Zur globalen Finanzkrise und den Ambitionen einer Steuerung des Finanzsystems

Artikel vom 06.02.2018

Ist es möglich, das Finanzsystem nicht nur zu stabilisieren, sondern auch auf gesellschaftliche Ziele auszurichten? Und wie könnte das geschehen? Diese und andere Fragen wird die Tagung "Taking back Control" am 6./7. September 2018 diskutieren. Die Schader-Stiftung und der Forschungsverbund "Was sollen Banken tun?" rufen  zu Vorschlägen für Beiträge und Impulse auf. Einsendeschluss ist der 15. März 2018.

Informationen zur Veranstaltung

Beginn: 06.09.2018 | 13:00 Uhr

Ende: 07.09.2018 | 16:00 Uhr

Ort: Schader-Forum | Goethestr. 2 | 64285 Darmstadt
In Google Maps öffnen

Taking back Control. Zur globalen Finanzkrise und den Ambitionen einer Steuerung des Finanzsystems

Weltweit hat das Vertrauen in grundlegende Institutionen moderner Gesellschaften, in die Koordinationsfähigkeit des Marktes sowie in das Korrektiv- und Steuerungspotential des Staates schwere Kratzer bekommen. Aus Anlass des zehnten Jahrestages der Pleite der Investmentbank Lehman Brothers, die einen dramatischen Höhepunkt der globalen Finanzkrise markiert, wird die Tagung drei Themen in den Mittelpunkt stellen:

  • Transdisziplinäre Krisendiagnosen, die ein integrales Verständnis für die Entstehungsbedingungen der Finanzkrise ermöglichen
  • Die Bedeutung der globalen Finanzkrise für die Stabilität demokratischer Gesellschaften
  • Gesellschaftliche Kontrolle des Finanzsystem - wie und wozu?

Die Veranstalter laden mit diesem Call sowohl junge als auch erfahrene Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedener Fächer dazu ein, sich mit einem kurzen Paper, das einem dieser drei Gebiete thematisch zugeordnet werden kann, für einen Vortrag auf der interdisziplinären Fachtagung zu bewerben.

Bitte senden Sie Ihr Paper (ein bis zwei Seiten Din A4) bis zum 15. März 2018:tagung@finanzsystem-und-gesellschaft.de Die Auswahl erfolgt Mitte April 2018.

Der Call

Die Insolvenz der Investmentbank Lehman Brothers am 15. September 2008 markiert einen dramatischen Höhepunkt der globalen Finanzkrise. Diese Krise allein auf riskante Geschäftsstrategien einiger Finanzinstitute am US-amerikanischen Hypothekenmarkt zurückführen, greift jedoch zu kurz. Vielmehr bereitete ein kultureller, institutioneller und organisationaler Wandel den Weg in die Krise.

Zugleich sind ihre Wirkungen vielschichtig. Unter anderem in ihrer Ausprägung als europäische Schuldenkrise zeitigte die Finanzkrise nicht nur in der Finanzmarktpolitik Folgen, sondern auch weit darüber hinaus. Der Zwang der Regierungen zu einem schnellen und kooperativen Krisenmanagement, die Austeritätspolitik in Südeuropa und eine Geldpolitik, die Verantwortung für Finanzstabilität übernimmt, haben die internationale Politik transformiert. Die Europäische Union hat sich durch die Krise und die Art ihrer politischen Bearbeitung grundlegend verändert: nicht nur im Zusammenspiel ihrer politischen Institutionen, sondern auch als transnationaler Sozialraum sowie in ihrer Bedeutung für die Identität der Bürgerinnen und Bürger Europas und für deren Hoffnungen auf Verbesserung der Lebensumstände.

Weltweit hat das Vertrauen in grundlegende Institutionen moderner Gesellschaften, in die Koordinationsfähigkeit des Marktes sowie in das Korrektiv-und Steuerungspotenzial des Staates schwere Kratzer bekommen. Auch daraus dürften sich die Erfolge populistischer Bewegungen in Europa und Nordamerika speisen.

Diese und andere Wirkungen der globalen Finanzkrise jenseits der Finanzwirtschaft, neuere sozialwissenschaftliche Analysen des sozialen Wandels vor und nach der Finanzkrise sowie Reflexionen über Aufgaben und Ziele der Finanzwirtschaft sind Gegenstand der interdisziplinären Fachtagung „Taking back Control. Zur globalen Finanzkrise und den Ambitionen einer Steuerung des Finanzsystems“. Ist es möglich, das Finanzsystem nicht nur zu stabilisieren, sondern auch auf gesellschaftlicheZiele auszurichten? Und wie könnte dies geschehen?

Aus Anlass des zehnten Jahrestags des Zusammenbruchs von Lehman Brothers und in zeitlicher Nähe dazu findet diese Tagung am Donnerstag und Freitag, den 6./7. September 2018 in Darmstadt im Schader-Forum statt. Die Veranstalter, die Schader-Stiftung und der vom BMBF geförderte Forschungsverbund „Was sollen Banken tun?“ (SOFI Göttingen, Hochschule Darmstadt und Nell-Breuning-Institut Frankfurt am Main), laden mit diesem Call dazu ein, sich mit einem Paper für einen Vortrag auf dieser Tagung zu bewerben.

Im Mittelpunkt der Tagung werden die folgenden drei Themengebiete stehen:

Transdisziplinäre Krisendiagnosen
Ein mehrdimensionales Verständnis des Weges indie Krise ist eine wichtige Grundlage dafür, problemadäquateIdeen für die Gestaltung künftigensozialen Wandels zu entwickeln. Ein integrales Krisenverständnis erfordert Beiträge aus unterschiedlichen Sozialwissenschaften. Neuere Forschungsansätze untersuchen die Wechselwirkungen zwischen jenen kulturellen, institutionellen und organisationalen Veränderungsprozessen, ohne die vor zehn Jahren die Finanzkrise nicht ausgebrochen wäre. Zu welchen Ergebnissen kommen diese?

Die Bedeutung der globalen Finanzkrise für die Stabilität demokratischer Gesellschaften
Ein Mindestmaß an Vertrauen auf die Stabilität und Überschaubarkeit der eigenen Lebensumstände und die Überzeugung, dass es bei der Verteilung gesellschaftlicher Risiken und Lasten nicht offen unfair zugeht, sind für die Stabilität demokratischer Gesellschaften zentral. Entstehung, Verlauf, Bewältigung und Nachwirkungen der Finanzkrise sind geeignet, diese Legitimitätsgrundlagen zu unterminieren. Dies könnte die Schwächung etablierter demokratischer Parteien und den Aufschwung diverser populistischer Bewegungen mit befördert haben. „Take Back Control!“, ursprünglich ein Slogan der Brexitbefürworter gegen die „Bevormundung“ durch die EU, steht heute auch für den populistischen Anspruch, einer „korrupten Elite“ das Heft des Handelns zu entreißen, bedrohliche Entwicklungen abzuwenden und – unter Ausblendung der für moderne Gesellschaften charakteristischen Komplexität – den Wandel der Gesellschaft umfassend zu steuern.

Gesellschaftliche Kontrolle des Finanzsystems– wie und wozu?
Die Einsicht in die Komplexität und hohe Selbstreferenzialität des modernen Finanzsystems bedingt eine erhebliche Skepsis gegenüber ambitionierten Vorstellungen seiner Steuerung. Zugleich stellt sich die Frage nach dem „Nutzen“ der Finanzwirtschaft, welche Leistungen sie erbringt (und erbringen könnte): für die Gesamtwirtschaft und für das Streben der Menschen nach dem guten Leben, aber auch für die Bewältigung drängender gesellschaftspolitischer Herausforderungen wie etwa der großen ökologischen Transformation. Auf welche gesellschaftlichen Ziele sollte und kann die Finanzwirtschaft ausgerichtet werden? Wie wäre dies möglich?

Die Veranstalter laden mit diesem Call sowohl junge als auch erfahrene Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedener Fächer dazu ein,sich mit einem kurzen Paper, das einem dieser drei Gebiete thematisch zugeordnet werden kann, für einen Vortrag auf der interdisziplinären Fachtagung zu bewerben.

Bitte senden Sie Ihr Paper (ein bis zwei Seiten Din A4) bis zum 15. März 2018 an:
tagung@finanzsystem-und-gesellschaft.de Die Auswahl erfolgt Mitte April 2018.

Die Fachtagung wird im Rahmen der Förderinitiative „Finanzsystem und Gesellschaft“ vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

 

Veranstaltungsorganisation
Prof. Dr. Jürgen Kädtler, PD Dr. Michael Faust
SOFI Soziologisches Forschungsinstitut Göttingen an der Georg-August-Universität

Prof. Dr. Ulrich Klüh
Hochschule Darmstadt, Fachbereich Wirtschaft

Prof. Dr. Bernhard Emunds
Oswald von Nell-Breuning-Institut für Wirtschafts-und Gesellschaftsethik, Frankfurt am Main

Dr. Tobias Robischon
Schader-Stiftung

 

Veranstalter
Schader-Stiftung
Forschungsverbund „Was sollen Banken tun?“