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Armut und Zusammenleben im Stadtviertel

Artikel vom 01.09.2004

Analytisches Potential und praktische Grenzen einer „Ressourcenperspektive“. Von Rolf Keim

Einleitung

„Wir sind nicht ‚Soziale‘“, mit diesen Worten brachte in Kassel-Brückenhof, einem unserer Untersuchungsgebiete, eine Bewohnerin ihr Unverständnis und auch ihre Verletzung über die Kennzeichnung ihres Wohngebietes als Problemviertel zum Aus­druck. Der Begriff „Soziale Stadt“ wurde nicht nur von ihr als diffamierend interpretiert. Ihre Reaktion ist eine Widerspiegelung der vorherrschenden sozialwissenschaftlichen Sichtweise von den Lebensverhältnissen in den Quartieren der Sozialen Stadt. Diese zielt ganz überwiegend auf deren Defizite; nicht nur in baulicher, infrastruktureller und öko­nomischer, sondern auch in sozialer Hinsicht. Neben baulichem Verfall, einer Ausdün­nung und Überlastung des privaten wie öffentlichen Infrastrukturangebotes und der Schließung und Verlagerung von Betrieben werden die Viertel durch Arbeitslosigkeit, Armut und eine hohe Zahl von Sozialhilfebezieherlnnen charakterisiert. „In diesen ar­men Vierteln“, so die verbreitete Ansicht, sei eine „Erosion traditioneller informeller So­lidarpotentiale in Familie und Nachbarschaft in der Folge von Verstetigung der Arbeits­losigkeit, von materieller Not und sozialer Ausgrenzung zu beobachten.“ (Strohmeier / Kersting 2003: 232) Die Bewohnerstruktur - nicht zuletzt aufgrund des hohen Anteils von Migrantinnen - gilt als problematisch, Nachbarschaften als „überfordert“, die Be­wohnerinnen insgesamt seien „benachteiligt“.

Die Ursachen für diese Defizitperspektive liegen auf unterschiedlichen Ebenen: Zu­nächst ist sie im Sinne einer Skandalisierung in der Vergangenheit politisch motiviert ge­wesen. Sozialwissenschaftlerlnnen, Gemeinwesenarbeiterinnen und Lokalpolitikerin­nen wollten so öffentliche und professionelle Aufmerksamkeit für die räumliche Kumu­lation sozialer Problemlagen und den nötigen Druck für (sozial-)politische Interventio­nen erzeugen. Für das Zustandekommen div. Länderprogramme und schließlich des Bund-Länder-Programms „Soziale Stadt“ war diese Strategie sicher nicht unerheblich. Nach innen wirkt die Skandalisierung - so zweckmäßig sie in den 1990er Jahren gewesen sein mag - aber verheerend. Die mit ihr zwangsläufig verbundene Orientierung auf De­fizite hat nichtbeabsichtigte Nebeneffekte: Sie ebnet durch die Etikettierung als benach­teiligtes Problemviertel die Unterschiedlichkeit von verschiedenen Stadtvierteln einer­seits und zwischen den Bewohnerinnen bzw. Bewohnergruppen innerhalb der jeweili­gen Viertel andererseits ein. In dieser Perspektive erscheinen die Bewohnerinnen glei­chermaßen als Opfer misslicher Lagen. Gleichzeitig wird so der Blick auf vorhandene Ressourcen verstellt und - ganz wichtig - das Selbstwertgefühl der Bewohnerinnen der betroffenen Quartiere beschädigt. Klassifikation und Zuschreibung avancieren zu einer eigenen Form sozialer Ungleichheit (vgl. Neckel 2003).

Eine weitere Ursache für die geschilderte Defizitperspektive liegt auf der Ebene der wissenschaftlichen Analysen von Armut und sozialer Ungleichheit. Hier dominiert eine „objektivierende Zentralperspektive“ (Barlösius 2001: 76), verbunden mit einer Abstrak­tion der sozialen Wirklichkeit von Armut. Das Problem ist ihr relationaler Ansatz: Ar­mutsentwicklung und Zusammenlebensformen in städtischen Problemvierteln werden in Quer- wie auch Längsschnittuntersuchungen als Abweichungen von einem Standard diskutiert. Die sozialen Lagen im Quartier, nach Einkommen, Beschäftigung, Bildung / Qualifikation und nach der Verfügbarkeit sozialer Anrechte oder nach Haltungen, Sozi­alkontakten und Arbeitsorientierung, weichen ab von einem gesamtstädtischen oder auch gesellschaftlichen Durchschnitt. Als Maßstab dient eine Mehrheitsgesellschaft, de­ren Normen, Regeln und Sicherheiten als eine historische Besonderheit des fordistischen Wohlfahrtsstaates selber brüchig geworden und in Frage gestellt sind. Dennoch werden in dieser Sicht die Lebensbedingungen in den „benachteiligten“ Stadtvierteln als Abstand zu jenen in der Mehrheitsgesellschaft charakterisiert. Unter diesen Vorzeichen erscheinen die Problemviertel zwangsläufig als Sammelbecken benachteiligter Bevölkerungsgruppen, die - verkürzt - „weniger haben“ und/oder „anders sind“. Aufgeweicht wird diese relationale Defizitperspektive durch den Hinweis auf besondere Qualitäten des Zusammenlebens in diesen Quartieren. Ihnen wird zugestanden, als „ethnische Kolonie“ oder als „sozialräumliches Milieu“ die Funktion eines Schutz- und Rückzugsraumes zu haben, der Menschen in kritischen Lebenslagen Sicherheit gibt.

Hier taucht das Quartier zwar zunächst als eine Ressource von Lebenschancen seiner Be­wohnerinnen auf. Allerdings erweise sich diese scheinbare Qualität als ein „vergiftetes Geschenk“: Ökonomische Randständigkeit in Verbindung mit sozialer und räumlicher Isolation begründe normative Orientierungen (Arbeitsethik), abweichende Haltungen und den Verlust von Fähigkeiten, wodurch die betroffenen Bevölkerungsgruppen von der Mehrheitsgesellschaft entkoppelt werden. Es sind diese circulus-vitiosus-Effekte, auf die wir im Konzept der underclass wie auch dem der exclusion stoßen, die für die Bewohnerinnen die Gefahr des Eingeschlossenseins im Quartier heraufbeschwöre und dadurch auf Dauer das Ausgeschlossensein von der Mehrheitsgesellschaft zemen­tiere (vgl. Häußermann / Kronauer / Siebel 2004).

Die Wirksamkeit von „benachteiligenden Quartierseffekten“ wird hier nicht bestrit­ten; es geht nicht darum zu entscheiden, ob die Problemviertel eher Ressource oder eher Falle bzw. Fessel ihrer Bewohnerinnen sind, sondern welchen Bewohnergruppen es un­ter welchen Bedingungen möglich wird, „Armut und Verwundbarkeit zu begegnen, Kon­flikte zu lösen und Vorteile aus neuen Möglichkeiten zu ziehen.“ (Putnam / Goss 2001; 21) Denn wenn es richtig ist, dass die zentralen gesellschaftlichen Integrationsmechanismen (Erwerbsarbeit, Wohlfahrtsstaat, Wohnungspolitik) zunehmend versagen, und zwar nicht mehr nur an den Rändern, sondern auch in der Mitte der Gesellschaft, wenn die sog. Mehrheitsgesellschaft also immer mehr zur „historischen Fiktion“ wird, dann wird es im­mer wichtiger, die „Suchscheinwerfer der Forschung und der Politik“ (Häußermann/Kronauer / Siebel 2004: 33) auf die Ressourcen zu lenken, die Betroffene angesichts der so­zialen Verheerungen des „flexiblen Kapitalismus“ zu mobilisieren im Stande sind.

Gesellschaftliche Gefährdung und Bedrohung

Vergegenwärtigen wir uns einige der gesellschaftlichen Gefährdungen und Bedro­hungen, von denen immer mehr Menschen (und nicht nur in den Problemvierteln) betrof­fen sind:

  • Arbeitslosigkeit verfestigt sich weiter auf hohem Niveau. Beschäftigungsabbau und „Prekarisierung der Arbeit“ (Castel 2000: 349) bedeuten eine latente Bedro­hung nicht nur, aber vor allem der gering qualifizierten Arbeitskräfte. Ungesicher­te und befristete Beschäftigungsverhältnisse („lebenslange Probezeit“) und solche im Niedriglohnbereich nehmen zu; wenn jede/r zehnte Vollzeitbeschäftigte heute weniger als die Hälfte des durchschnittlichen Nettoeinkommens verdient (vgl. „taz“ - Die Tageszeitung vom 25.05. 2004), bietet Erwerbsarbeit keinen Schutz vor Armut mehr.
  • Von der wachsenden Armut betroffen sind vor allem Frauen, Familien und Kinder. Sozialhilfe erhielten im Ruhrgebiet 2001 zu 60% Haushalte von Alleinerziehenden und Paaren mit Kindern; in Bremen lebten 23% aller Kinder von Sozialhilfe. Bun­desweit von Einkommensarmut betroffen waren über drei Millionen Kinder (vgl. Strohmeier / Kersting 2003).
  • Für Geringverdiener wird die Koppelung von Erwerbsarbeit und sozialer Siche­rung zum Problem: Für diejenigen, die im Arbeitsleben schon nicht viel verdient haben, für die werden Rente und Arbeitslosigkeit zur existenziellen Bedrohung. Besonders problematisch sind Übergangsphasen, in denen verschlissene und aus­gemusterte Arbeiterinnen im arbeitsmarktkritischen Alter zwischen 45 und 55 Jahren nicht mal mehr den Übergang von der Arbeitslosenversicherung in die Frühverrentung schaffen.
  • Der Rechtsstatus von Zuwanderern und ungesicherte Aufenthaltsrechte hier le­bender „Ausländer“ bedeutet für viele Migrantinnen eine permanente Unsicher­heit und Gefährdung ihrer Lebenssituation. Die leidlich gelittenen Zuwanderer mit Aussiedlerstatus bleiben durch die Nichtanerkennung beruflicher Qualifikati­onen an den Rand gedrängt.
  • Das Ziel gleicher oder gleichwertiger Lebensbedingungen in der Bundesrepublik bleibt unerreicht; es verschärfen sich im Gegenteil die Disparitäten, vor allem zwi­schen den Kernstädten und ihrem Umland. Baulich und infrastrukturell vernach­lässigte Stadtgebiete vergrößern sich angesichts kommunaler Finanznöte.
  • Der Wohlfahrtsstaat entledigt sich etlicher Aufgaben und entlässt die Existenz­sicherung zunehmend in den Zuständigkeitsbereich der von Armut und Ausgren­zung Betroffenen. Mit dem Zwang zur Arbeit als Niedriglöhner (Arbeitslosengeld II) verschieben sich die Koordinaten der sozialen Sicherung weiter dramatisch zu Lasten benachteiligter Bevölkerungsgruppen.

Damit keine Missverständnisse aufkommen: Die geschilderten Entwicklungen markieren eine zunehmende Ungleichverteilung von „ökonomischen Ressourcen, Lebenschancen und Lebensrisiken in unserer Gesellschaft (...) aufgrund des sozial-ökonomischen Strukturwandels wie als Folge einer immer stärker an neoliberalen Prinzipien orientierten Modernisierungspolitik“ (Gern et al. 2004: 9) - aber unter den Bedingungen eines insgesamt weiterhin wachsenden Wohlstandes. Wir haben es mit einem gesellschaftlichen Polarisierungsprozess zu tun. Aufgrund der selektiven Wirkungen der Verteilungsmechanismen auf dem Wohnungsmarkt und dessen politischer Regulierung (vgl. Keim 1999), aber auch der Wohnstandortentscheidungen einzelner Bevölkerungsgruppen (erzwungene und freiwillige Segregation), treffen wir in jenen Stadtgebieten, die heute als Problemviertel bezeichnet werden, einen hohen Anteil der Bevölke­rungsgruppen, die von den geschilderten Entwicklungen negativ betroffen sind. In die­ser Perspektive auf die sozialen Problemlagen in städtischen Problemvierteln stehen also jene sozialen Verwerfungen im Mittelpunkt, die ihre Ursachen in gesamtgesellschaftli­chen Entwicklungen und - wie die Mittelkürzungen im Bereich sozialer Dienste - in po­litischen Entscheidungen haben. Allerdings muss man den Eindruck gewinnen, dass in den gegenwärtigen Diskussionen über Problemviertel solchen Verursachungszusammen­hängen sich verschlechternder Lebenschancen (sicher auch, weil sie auf der kleinräumigen Ebene der Quartiere nur unzureichend bearbeitet werden können) kaum mehr Be­achtung geschenkt wird. Im Gegenteil: Eine Reihe von Problemen, die hinsichtlich ihrer gesellschaftlichen und politischen Ursachen thematisiert werden müssten, werden in andere Zuständigkeitsbereiche verlagert. So wird z.B. die Feststellung der sinkenden po­litischen Repräsentanz der Problemviertel oder die Beobachtung einer physischen Ver­wahrlosung dieser Gebiete und einer Verschlechterung der sozialen Infrastruktur (z.B. Schulen) unmittelbar in Beziehung zur Bewohnerstruktur dieser Quartiere gesetzt. Aber muss die mangelnde politische Repräsentanz nicht primär auf die Vorenthaltung von (Bürger-)Rechten für Migrantinnen zurückführen, und sind die Ursachen für Verwahrlo­sung und für die Verschlechterung im Angebot sozialer Infrastruktur nicht vor allem in der Verweigerung eines angemessenen „Bedarfsausgleiches“ zu sehen?

Schwerer wiegt die Verschiebung von sozialen Problemlagen in den Verantwortungs­bereich der Betroffenen. Gegenwärtig werden strukturelle Benachteiligungen zuneh­mend in individuelle Defizite umgemünzt. Arbeitslosen Jugendlichen fehlt es demnach an „Berufsfähigkeit“, isolierten Migrantinnen an ausreichender „Sprachkompetenz“ oder „Integrationswilligkeit“. „Benachteiligung“ in diesem Sinne fungiert als gesellschaftliche Zuschreibung und ist damit selber an der Reproduktion sozialer Ungleichheit beteiligt (vgl. Walther 2002). Dass die Menschen den Anschluss an die Mehrheitsgesellschaft nicht finden, liegt in dieser Diktion an ihrer fehlenden Anpassungsfähigkeit oder -willig­keit.

Was meint Ressourcenperspektive?

Hier ist nun beabsichtigt, die Praxis von Bewältigungsstrategien der Bewohnerinnen und deren Bedeutung für die Lebensbedingungen in diesen Vierteln in den Mittelpunkt zu stellen. Hintergrund sind unsere Erfahrungen aus Untersuchungen in drei städti­schen Problemvierteln in Kassel und Northeim (Keim / Neef 2003). Die Ressourcenper­spektive beabsichtigt nicht, die begründeten Hinweise auf die benachteiligenden und ausgrenzenden Lebensbedingungen in den Problemvierteln umzudeuten in eine Nichtbe­achtung und mangelnde Anerkennung existierender Ressourcen. Die Orientierung auf eine Ressourcenperspektive hat mit anderen Worten nicht die Absicht, die Aufmerksam­keit vom halbleeren (das Quartier als Falle) auf das halbvolle (das Quartier als Ressour­ce) Glas zu lenken. Ausgangspunkt ist vielmehr die Beobachtung, dass sich mit der Nicht­beachtung von Ressourcen auch eine Herabminderung existierender Ressourcen ver­bindet. Uns geht es um eine differenzierte Bewertung von Lebenschancen der Bewohner­gruppen, bei der Ressourcen nicht ausschließlich in ihrer „Brückenfunktion“ in die (brüchige) Welt der Mehrheitsgesellschaft, sondern in ihrer Bedeutung für das alltägli­che Handeln der Bewohnerinnen unter den Bedingungen existentieller Unsicherheit von Belang sind. Damit greifen wir auch ein bisher wenig beachtetes, aber trotzdem grund­legendes Dilemma in der Programmatik der Sozialen Stadt auf (vgl. Strohmeier / Kers­ting 2003): Während sozialwissenschaftliche Beiträge überwiegend auf die anomischen Tendenzen in den belasteten Stadtvierteln hinweisen, propagiert das Quartiersmanage­ment die Aktivierung der Bewohnerinnen. Wie aber lassen sich apathische, isolierte, durch Konflikte zermürbte Bewohnerinnen mit beschädigtem Selbstvertrauen aktivie­ren? Für Aktivierungsstrategien - so unsere Überlegung - sind Kenntnisse über (existie­rende und fehlende) Ressourcen unerlässlich.

Zu Beginn der 1980er Jahre waren ressourcenorientierte Forschungsansätze in ganz unterschiedlichen gesellschaftlichen Kontexten weit verbreitet: Dabei ging es um Sozialbeziehungen in städtischen Quartieren, um die Bedingungen familialer Sozialisation, um Ansätze im Bereich der sozialen Arbeit; im Gesundheitsbereich um den Zusammenhang von Krankheitsentstehung und Gesunderhaltung und in der geographischen Entwicklungsländerforschung um Strategien der Überlebenssicherung in Krisensituationen. Die Ansätze verbindet ihr Bezug auf die Lebenswelt als Erfahrungs- und Handlungsraum von Individuen und Gruppen. In diesem Kontext geht es um eine Differenzierung unter­schiedlicher Ressourcen und deren Bedeutung in jeweiligen Belastungssituationen.

In der Sozialarbeit charakterisiert der Ressourcenbegriff solche (Hilfs-)Mittel, auf die Menschen in ihrer Lebensführung und bei der Bewältigung von Problemen zurückgreifen können, mit denen sie „im sozialen Leben wirtschaften“. „Mit Ressourcen“ - so schreibt Wendt - „sind hier im natürlichen und sozialen Umfeld menschlichen Lebens vorhandene (externe) Möglichkeiten gemeint sowie in ihm selbst aus Anlagen und Fähigkeiten erschließbares Können (interne Ressourcen).“ (Wendt 1986:20) Ähnlich ist die Unterscheidung zwischen familieninternen Ressourcen, zu denen Wissensbestände, Fertigkeiten und Orientierungen gerechnet werden, und externen Umweltressourcen (vgl. Strohmeier 1983: 53).

In einer Studie über sozialpolitische Hilfen bei der familialen Sozialisation unterscheiden Kaufmann et al. ökonomische, ökologische und kulturelle Ressourcen. Zentral sind für sie die ökologischen Ressourcen, worunter sie die Ausstattung mit Wohnraum und Gütern, aber auch die von der sozialen Umwelt zur Verfügung gestellten sozialen Hilfen und Dienste sowie Hilfen in informellen Netzwerken (z.B. Nachbarschaftshilfe) verste­hen. Kulturelle Ressourcen bezeichnen hingegen die Partizipationschancen an gesell­schaftlichen Wissensbeständen, wodurch Handlungsorientierungen geschaffen und für die „alltäglichen Handlungsvollzüge“ dauerhaft gesichert werden (vgl. Kaufmann et al. 1980:104).

In der sozialepidemiologischen Forschung besteht die Forderung nach einer Umorientierung von der Defizit- zur Ressourcenanalyse seit 20 Jahren (vgl. Badura / Ferber 1981). Danach lässt sich die Tragfähigkeit von Ressourcen zur Lebensbewältigung aus der Beziehung von Belastung (Stressor), Bewältigungsverhalten (coping) und sozia­ler Unterstützung (social support) ableiten. Angenommen wird, dass die Existenz so­zialer Unterstützungen bei entsprechenden coping-Strategien die Gefährdungen durch äußere Belastungen mindern können. Zu den Quellen informeller Unterstützung zählen: emotionale Unterstützung (Zuwendung, Zugehörigkeit, Vertrauen), soziale Unterstüt­zung (soziale Netze fördern das Selbstwertgefühl und tragen zur Erhaltung und Entwick­lung sozialer Identität bei), praktische Hilfe (personenbezogene Hilfen wie Leihe, Pflege, Einkaufen), finanzielle Unterstützung (informelle Geldtransfers, Geschenke, Kredite) und schließlich der Zugang zu Informationen und Tipps, durch die informelle Ressour­cen mobilisiert, neue Kontakte geknüpft und Möglichkeiten der Verhaltensorientierung und der sozialen Kontrolle geschaffen werden.

Resourcen und Verwundbarkeit

In der geographischen Risikoforschung geht es um die Bedeutung von Ressourcen von Individuen und Gruppen für ihre Betroffenheit von Krisensituationen. Im Konzept der „Verwundbarkeit“ werden die Dimensionen Belastungen / Restriktionen und Bewäl­tigung / Ressourcen als wechselseitige Beziehung betrachtet. Es geht zum einen um die Handlungs- und Bewältigungsstrategien, die einen Ausweg aus Armut ermöglichen, und zum anderen um Risiken, die Handlungsspielräume einschränken und neue Belastun­gen hervorrufen. „Strategien der Überlebenssicherung bedeuten in diesem Zusammen­hang eine Verknüpfung von individuellen und gemeinschaftlichen Handlungsstrategi­en, die darauf ausgerichtet sind, Ressourcen (...), Aktiva (...) und Lebenschancen (...) zu mobilisieren und/oder nachhaltig abzusichern.“ (Bohle 1998: 14)

Für die Ressourcenperspektive im Kontext städtischer Problemviertel ist das Konzept der „Verwundbarkeit“ interessant, weil hier Handlungsspielräume und Gefährdungen von Bewohnergruppen in benachteiligten sozialen Lagen in ihrer Wechselwirkung be­trachtet werden. Verwundbarkeit wird so eine Funktion gesellschaftlicher Gefährdun­gen und individuell bzw. gemeinschaftlich verfügbarer Ressourcen, die in der alltägli­chen Praxis Handlungsmuster und Bewältigungsstrategien der Quartiersbewohnerin­nen generieren.

In der sozialwissenschaftlichen Diskussion wurde der Begriff der Verwundbarkeit durch Robert Castel populär (vgl. Castel 2000). Er unterscheidet, abhängig von der Integ­ration in den Arbeitsmarkt und von der Dichte der Integration in Beziehungsnetzwerke, unterschiedliche Zonen der sozialen Verhältnisse: „die Zone der Integration, die Zone der Verwundbarkeit, die Zone der Fürsorge und die Zone der Exklusion oder viel mehr der Entkoppelung“ (2000: 360 ff.). Für die Ressourcenperspektive ist hier vor allem die Prekarität der „Zwischenzonen“ interessant, in denen die Verfügbarkeit von Ressourcen we­sentlich über Handlungsfähigkeit und eine eigenständige Lebensführung entscheidet. Außerdem schreibt Castel den Graden ökonomischer und sozialer Integration eine wech­selseitig kompensatorische Wirkung zu. Ähnlich der Kapitaltheorie von Bourdieu (1983) sieht Castel in einer soliden Verankerung in sozialen Netzwerken (soziales Kapital) einen Hebel für die Bewältigung prekärer Beschäftigung.

Über die Bewältigungsstrategien von Menschen, die ein „Leben in Armut“ zu führen gezwungen sind, berichtet auch Andreß in einer Studie aus den 1990er Jahren. Danach re­agieren Haushalte, die in eine prekäre ökonomische Lage geraten sind, in sehr differen­zierter Weise auf diese Situation mit dem Ziel, ihre Haushaltsökonomie neu auszubalan­cieren (vgl. Andreß 1999:47). Dabei unterscheidet er interne Ressourcen (Mobilisierung von Arbeitskraftreserven, Aufnahme von Nebentätigkeiten, Inanspruchnahme staatli­cher Transfers etc.), die durch interne Restriktionen (Kinder u. Pflegebedürftige im Haus­halt, fehlende Qualifikationen, gesundheitliche Belastungen, hohes Alter etc.) begrenzt werden.

Eine systematische Aufarbeitung dieser Ansätze steht noch aus, erscheint uns für ei­ne ressourcenorientierte (wissenschaftliche und soziale / politische) Arbeit in städti­schen Problemvierteln aber lohnend. In all diesen Ansätzen geht es um die Frage, wie es Menschen möglich wird, ihre Handlungsfähigkeit gegenüber sozialen Gefährdungen zu erhalten und ob sie darüber ein Mehr an Kontrolle über ihre eigenen Lebensverhältnisse gewinnen können. Welche Alternativen des Handelns bieten sich ihnen angesichts be­schränkter Anrechte auf Teilnahme und eines begrenzten Angebotes von Tätigkeiten und Gütern? Die These ist, dass die Menschen zwischen „Optionen“ und „Ligaturen“ (vgl. Dahrendorf 1992) an der Gestaltung ihrer Lebenschancen beteiligt sind, etwa im Sinne von „You are not responsible for being down, but you are responsible for getting up“ (vgl. Bröckling 2003).

Ressourcenperspektive und Sicherung des Lebensunterhalts

Wir verstehen unter Ressourcen zunächst alle Tätigkeiten, Güter, Dienste sowie Fä­higkeiten und Beziehungen, mit deren Hilfe die Haushalte im Quartier ihren Lebensun­terhalt bestreiten können (vgl. Keim / Neef 2003; Klagge 2002). Dazu gehören

  • Erwerbsarbeit, öffentlich geförderte Erwerbsarbeit, erwerbsnahe Arbeit (Schwarz­arbeit, Mitarbeit in Familienbetrieben) und „Tätigkeiten“: Eigenarbeit (Hausarbeit, Kindererziehung, Produktion von im Haushalt konsumierten Gütern, Dienstleis­tungen), gegenseitige Hilfen (Arbeitsleistungen für andere Haushalte);
  • Potentiale der effizienten Bewirtschaftung vorhandener Ressourcen abhängig von Haushaltsgröße und -Zusammensetzung und den Präferenzen, Fertigkeiten, Aus­dauer und Geschick, Sparsamkeit; dazu gehören auch Bestände sozialen Wissens, wie sie sich in beruflichen Fertigkeiten, Qualifikationen und im Alltagswissen ma­nifestieren (vgl. Evers / Nowotny 1987: 47);
  • die Quantität und Qualität sozialer Beziehungen (Transfer von Informationen, Geld, Gütern und Dienstleistungen); Hilfen als in sozialer Interaktion vermittelte Fähigkeiten und Leistungen;
  • die Kenntnis von der Qualität und den Zugangsvoraussetzungen öffentlicher sozi­aler Einrichtungen und sozialer Anrechte (Nutzung von Beratung, Qualifizierung, materiellen Hilfen) wie auch der privaten und sozialen Infrastruktur; Nutzung räumlicher Gelegenheiten.

Der „Ausnutzungsgrad“ der skizzierten Ressourcen lässt sich nur teilweise quantifi­zieren. Welche Bedeutung Eigenarbeit oder eine verlässliche Nachbarschaft als hilfrei­che Beziehung besitzen, ist in materieller Hinsicht nur vage zu bestimmen. Dennoch kann aus der Gesamtheit kombinierter Ressourcen ein Bild der sozialen Lage von Haus­halten in Problemquartieren entstehen. So werden im Kontext der Lebensführung ein­geübte Orientierungen zu Strategien der Alltagsbewältigung. Wir treffen, abhängig von den Normen und Bindungen, auf die die Individuen zurückgreifen („Ligaturen“ bei Dah­rendorf), auf spezifische Muster verschiedener sozialer Gruppen. Ihre Lebensweise ist gekennzeichnet durch die „Gesamtheit normativer Orientierungen und Handlungsstruk­turen, die im Verlauf einer Biographie in der kontinuierlichen Auseinandersetzung zwi­schen Subjekt und gesellschaftlicher bzw. natürlicher Umwelt entwickelt wird.“ (Wendt 1986: 74)

Nach der Quelle ihres Einkommens (Markt / Arbeit und Staat / soziale Anrechte) un­terscheiden wir zunächst vier Versorgungstypen von Haushalten und versuchen dann, abhängig von den jeweiligen Haushaltskonstellationen deren Ressourcen für eine eigen­ständige Lebensführung zu ermitteln. Neben den Nicht-Erwerbsfähigen-Haushalten als besonderem Versorgungstyp können wir jeweils einen reinen Markt- und einen reinen Transfertyp sowie eine Mischform aus beiden darstellen: Rentenhaushalte mit nicht-er­werbsfähigen Personen (Alter, anerkannte Erwerbsunfähigkeit), die Anrechte aus voran­gegangener langjähriger Erwerbstätigkeit geltend machen können; Erwerbshaushalte mit Personen im erwerbsfähigen Alter, von denen mindestens eine Person unbefristet vollerwerbstätig ist; Transferabhängige mit erwerbsfähigen und nicht-erwerbsfähigen Personen, die soziale Anrechte geltend machen oder Sozialhilfe erhalten und keinen be­zahlten Tätigkeiten nachgehen; prekäre Kombinierer mit Personen im erwerbsfähigen Alter, die teilzeit- oder geringfügig beschäftigt sind und soziale Anrechte geltend machen sowie Haushalte, die neben einer Grundversorgung durch Sozialhilfe einer bezahlten Tä­tigkeit nachgehen (vgl. Keim / Neef 2003: 218 ff.).

Die Art und Kombination von Einkommen der Haushalte verbinden wir mit anderen Formen der Existenzsicherung; dazu zählen sonstige „Tätigkeiten“, die Intensität und Nützlichkeit von Sozialbeziehungen, Strategien in der Haushaltsführung sowie der Zu­gang und die Nutzung öffentlicher Hilfen. Daraus können wir dann vier Bewältigungsty­pen ableiten, die im nachfolgenden aufgeführt sind. Für Gesicherte und Prekäre nehmen wir eine eher la­tente Verwundbarkeit an, bei der den Haushalten relativ stabile Bewältigungsstrategien zur Verfügung stehen. Eine akute Verwundbarkeit sehen wir bei den Gefährdeten und den Marginalisierten, wo den äußeren Belastungen keine adäquaten Bewältigungsstra­tegien der Haushalte gegenüberstehen, z.B. weil Ressourcen durch den dauerhaften Prob­lemdruck aufgebraucht sind, so dass nur noch ein situativ-reaktives Handeln möglich ist.

Die Bewältigungstypen im Problemviertel lassen sich wie folgt charak­terisieren:

Gesicherte: Erwerbstätigen- und Rentnerhaushalte mit festen Einkommen und stabi­len sozialen Beziehungen, einige unter der Armutsschwelle, aber mit dauerhaft funktio­nierenden Haushaltsstrategien. Erwerbsarbeit und weniger noch die Orientierung auf Erwerbsarbeit ist aus den Problemquartieren nicht verschwunden. Von allen Haushal­ten (in unseren Untersuchungsgebieten) verfügt ein Drittel über mindestens eine voller­werbstätige Person; ihr Anteil erhöht sich nochmals deutlich, wenn wir die Rentnerhaus­halte herausrechnen. Es sind Angelernte und Facharbeiter in nahegelegenen Industrie­betrieben und kleine Angestellte; im Altbauquartier zudem eine beträchtliche Anzahl von Selbständigen. Im Neubauquartier treffen wir zudem auf zahlreiche qualifizierte Facharbeiter, die im nahegelegenen industriellen Großbetrieb tätig sind. Hinzu kommen jene Haushalte mit Personen, die in befristeten bzw. Teilzeittätigkeiten beschäftigt sind.

Prekäre: Haushalte mit ausgeprägten Bewältigungsstrategien und vielfältigen Einkommenskombinationen, aber ohne eine dauerhafte Vollerwerbstätigkeit; sie haben überwiegend intensive und hilfreiche Sozialbeziehungen; sie verfolgen langfristige, er­probte Haushaltsstrategien (Gespartes, Eigentum); durch eigene Aktivität halten sie ins­gesamt die latenten Gefährdungen durch ihre Bewältigungsstrategien in einem prekä­ren Gleichgewicht.

Gefährdete: Darunter sind einige Rentner und Transferempfänger sowie einige Kom­binierer; sie benötigen für die Alltagsbewältigung alle verfügbaren Ressourcen und sind gezwungen, kurzfristig-reaktiv zu agieren. Die Gefährdeten sind noch „tätig“, aber es handelt sich dabei um „Strategien des von-der-Hand-in-den-Mund-Lebens, also um Über­lebensstrategien, die auf der Gegenwart aufbauen." (Castel 2000: 358) Ihre Sozialbezie­hungen sind labil und auf nur wenige Personen bezogen.

Marginalisierung: Diese ist erreicht, wenn verwundbare Gruppen über keine Hand­lungsspielräume mehr verfügen, so dass die Krise in eine Katastrophe umzukippen droht, wenn nicht von außen eingegriffen wird. Dazu gehören Transferempfänger, ver­schuldet und mit schmalen Sozialbeziehungen bzw. sozial isoliert; die Ressourcen sind aufgebraucht bzw. können nicht in ausreichendem Umfang mobilisiert werden.

Fallstricke der Ressourcenperspektive

Es gibt drei Konfliktfelder, in denen sich die Ressourcenperspektive behaupten muss:

Erstens steht sie in einer engen Beziehung zur Sozialpolitik. In Zeiten der sozialpoliti­schen Verlagerung von gesellschaftlichen Lebensrisiken in den Verantwortungsbereich der Betroffenen ist die Propagierung der Ressourcenperspektive heikel: Immer steht sie in Verdacht, mit Hinweisen auf bestehende Ressourcen bzw. auf eine lückenhafte Res­sourcennutzung der Betroffenen den Rückzug öffentlicher Unterstützungsleistung zu le­gitimieren. Das Gegenteil ist hier beabsichtigt: Ziel ist die „Stärkung der Überlebensfä­higkeit der Individuen“ (Walther 2002: 88). Es geht um die Anerkennung eigenständiger Lebensweisen und eine Verpflichtung zu darauf bezogenen Hilfen. Dazu schreibt Badura: „Wenn die (...) immer häufiger genannte Maxime der Hilfe zur Selbsthilfe keine ide­ologische Formel bleiben soll, bedürfen wir sehr viel präziserer Kenntnisse über die Entstehung und Verteilung sozialer Belastungen und über die Qualität und die Verteilung nicht nur institutionalisierter, sondern vor allem auch informeller Ressourcen und Po­tentiale; wo informelle Ressourcen und Potentiale nicht vorhanden sind, bedürfen sie vor einer Inanspruchnahme zunächst der Förderung und Entwicklung, benötigen wir - ökonomisch gesprochen - Investitionen in die soziokulturelle Infrastruktur, bedarf es der Knüpfung und Unterstützung kleiner Netze und Hilfegemeinschaften.“ (1981: 152) Im Moment ist leider festzustellen, dass vielfach auch in den Quartieren der Sozialen Stadt mit dem Hinweis auf „Eigenverantwortlichkeit“ eine vermeintliche „Versorgungs­mentalität“ gegeißelt und dem „Fördern“ das „Fordern“ vorangestellt wird. Eine stabile soziale Versorgung ist aber unerlässlich, weil sie die Menschen erst ermächtigt, Ressour­cen zu mobilisieren.

Zweitens erfordert die Ressourcenperspektive eine andere Form der „Sozialberichter­stattung“ in städtischen Problemvierteln. Wissen über bestehende Ressourcen und ihre Verwendung entsteht dabei erst durch die Auseinandersetzung mit den Bewohnerinnen bei der Entwicklung konsensorientierter Handlungsstrategien (vgl. Evers / Nowotny 987). Kenntnisse über Bewältigungsstrategien lassen sich nur in reflexiven und partizipativen Armutsanalysen gewinnen. Das bedeutet, dass die lokalen Interventionsfelder - zum Beispiel Jugendarbeit im Quartier - nicht bloßer Anwendungskontext bestehender Wissensbestände sein dürfen, sondern zu einem Ort der primären Wissenserzeugung werden müssen.

Drittens impliziert die Ressourcenperspektive eine andere Form der Intervention in städtischen Problemvierteln. Während die derzeitige Programmatik durch Kurzfristig­keit und intensive Eingriffe / Maßnahmen gekennzeichnet ist, verlangt die Ressourcen­perspektive Langfristigkeit und - wie Lucius Burckhardt formuliert hat - den „kleinst-möglichen Eingriff“ (1985: 241 ff.). Nur den können die Bewohnerinnen nachhaltig in ih­re Handlungsstrategien integrieren. Und nur der bezeugt den Respekt gegenüber der Würde der Menschen in den Problemquartieren und ihren Fähigkeiten im Umgang mit den ihnen auferlegten materiellen Zwängen.

Der Autor: Prof. Dr. Rolf Keim lehrt an der Hochschule Darmstadt. Forschungsgebiete: Armut, Armutsbewältigung und Zusammenleben in städtischen Problemvierteln. Er ist Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Soziologie, Sektion Stadt- und Regionalsoziologie und der Deutschen Gesellschaft für Sozialarbeit.

Literatur

  • Andreß, Hans-Jürgen, 1999: Leben in Armut. Opladen / Wiesbaden: Westdeutscher Verlag
  • Badura, Bernhard / Ferber, Christian von (Hrsg.), 1981: Selbsthilfe und Selbstorganisation im Gesundheitswesen. München / Wien: Oldenbourg
  • Barlösius, Eva, 2001: Das gesellschaftliche Verhältnis der Armen - Überlegungen zu einer theoretischen Konzeption einer Soziologie der Armut. In: Dies. / Ludwig-Mayerhofer, Wolfgang (Hrsg.): Die Armut der Gesellschaft. Opladen: Leske + Budrich, S. 69-94
  • Bohle, Hans - G., 1998: Strategien der Überlebenssicherung und Verwundbarkeit in Entwicklungsländern. In: Rundbrief Geographie, Nr. 149, S. 13-16
  • Bourdieu, Pierre, 1983: Ökonomisches Kapital, kulturelles Kapital, soziales Kapital. In: Kreckel, Reinhard (Hrsg.): Soziale Ungleichheiten. Göttingen: Otto Schwartz, S. 183-198
  • Bröckling, Ulrich, 2003: You are not responsible for being down, but you are responsible for getting up. Über Empowerment. In: Leviathan, Heft 3, S. 323-344
  • Burckhardt, Lucius, 1985: Die Kinder fressen ihre Revolution. Hrsg.: Bazon Brock. Köln: Du-Mont
  • Castel, Robert, 2000: Die Metamorphosen der sozialen Frage. Eine Chronik der Lohnarbeit. Konstanz: UVK
  • Dahrendorf, Ralf, 1992: Der moderne soziale Konflikt: Essay zur Politik der Freiheit. Stutt­gart: DVA
  • Dahrendorf, Ralf, 2003: Auf der Suche nach einer neuen Ordnung. München: Beck
  • Evers, Adalbert / Nowotny, Helga, 1987: Über den Umgang mit Unsicherheit. Frankfurt/M.: Suhrkamp
  • Gern, Wolfgang et al„ 2004: Haushaltskonsolidierung und gesellschaftliche Bedeutung sozi­aler Dienste. In: Hanesch, Walter / Koch, Karl / Segbers, Franz et al.: Öffentliche Armut im Wohlstand - Soziale Dienste unter Sparzwang. Hamburg: VSA, S. 7-17
  • Häußermann, Hartmut / Kronauer, Martin / Siebel, Walter (Hrsg.), 2004: An den Rändern der Städte. Frankfurt/M.: Suhrkamp
  • Kaufmann, Franz Xaver et al., 1980: Sozialpolitik und familiale Sozialisation. Schriftenreihe des BMJFG, Bd. 176. Stuttgart: Kohlhammer
  • Keim, Rolf, 1999: Wohnungsmarkt und Soziale Ungleichheit. Über die Entwicklung städtischer Polarisierungsprozesse. Basel / Boston / Berlin: Birkhäuser
  • Keim, Rolf / Neef, Rainer, 2003: Handlungsfähig in Armut. Über Erwerbskombinationen und Haushaltsstrategien in Problemvierteln. In: Informationen zur Raumentwicklung, Heft 3/4, S. 217-229
  • Klagge, Britta, 2002: Lokale Arbeit und Bewältigung von Armut - eine akteursorientierte Perspektive. In: Geographische Zeitschrift, Heft 3/4, S. 194-211
  • Neckel, Sighard, 2003: Kampf um Zugehörigkeit. Die Macht der Klassifikation. In: Leviathan,
    Heft 2, S. 159-167
  • Putnam, Robert D. / Goss, Kristin A., 2001: Einleitung. In: Putnam, Robert D. (Hrsg.): Gesellschaft und Gemeinsinn. Gütersloh: Bertelsmann, S. 15-43
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  • „taz“ - Die Tageszeitung Nr. 7366 vom 25.05.2004, S. 4
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