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Die Gemeinde: Einwohner – Strukturdaten – räumliche Verteilung der Zuwanderer
Die Gemeinde Belm, am nordöstlichen Rand von Osnabrück gelegen, ist Teil des Landkreises Osnabrück, der 17 Gemeinden umfasst. Mit ihren fünf Stadtteilen hat die Gemeinde insgesamt gut 14.000 Einwohner (31.12.2003). Der Aussiedleranteil an der Gesamtbevölkerung beträgt ca. 17% (31.12.2003), der Ausländeranteil gut 5%, darunter bilden Türken die größte Gruppe. Die Arbeitslosenquote in der Gemeinde beträgt zum 31.12.2003 durchschnittlich 11,1%, unter Ausländern ist sie mit 16,1% etwas höher. Insgesamt besitzen 11,5% der Schulabgänger des Schuljahres 2002/2003 keinen Hauptschulabschluss, unter den Ausländern ist der Anteil mit gut 5% aber nur halb so hoch. Belm sieht sich mit erheblicher Wohnsegregation konfrontiert; insbesondere eine ehemalige Großwohnsiedlung britischer NATO-Soldaten, die in den 1980er und 90er Jahren geräumt wurde, trägt mit einem Migrantenanteil von über 70% deutliche Züge der Stigmatisierung. 58% der Jugendlichen bis 25 Jahre leben dort von Sozialhilfe. Seit 2000 gehört Belm zum Programm „Soziale Stadt“.
Wenzel (2002) schreibt über den Umgang mit dem Aussiedlerzuzug im Landkreis Osnabrück: „Mit der Aussiedlerzuwanderung waren in den 1990er Jahren auch erstmals die kleineren ländlichen Gemeinden gefordert, weil ein Großteil dieser Migranten dort aufgenommen wurde. Die Kommunalpolitiker bemühten sich zu Beginn der 1990er Jahre sehr nachhaltig um diese Zuwanderer, weil die früheren umfänglichen staatlichen Unterstützungen als eine Art Strukturförderung verstanden werden konnten, die sie gleichzeitig in die Lage versetzte, den Bevölkerungsrückgang dieser Gebiete zu stoppen. Nachdem die wohlfahrtsstaatlichen Förderungen sukzessive abgebaut wurden, die Aussiedler zunehmend stärker von Erwerbslosigkeit betroffen waren und der kommunal aufzubringenden Sozialhilfe anheimfielen (bei 'explodierenden' Sozialetats), war spätestens ein verstärktes Engagement der Kommunen im Sinne eines sozialen und sozioökonomischen Risikomanagements gefordert. Dieser Zeitpunkt markierte den Beginn für viele Initiativen, die auch von den Landkreisen und Kommunen initiiert wurden und in die verschiedene Wohlfahrtsverbände, Kirchen, Sportvereine, Migrantenvereine etc. eingebunden wurden.“
Die Integrationsarbeit der Gemeinde Belm im Überblick
Die Darstellung der Integrationspolitik der Gemeinde Belm erfolgt zunächst in einem kurzen Überblick. In weiterführenden Links werden die Informationen vertieft.
1) Beteiligung der Gemeinde am Programm „Soziale Stadt“
Ende der 1990er Jahre zeichnete sich ab, dass die Segregation der zugewanderten Bevölkerung in Verbindung mit den baulichen Missständen der Großwohnsiedlung ohne intensive integrative Maßnahmen Abstieg und dauerhafte Ausgrenzung für die betroffene Bevölkerung bedeuten würde. Daher wurde Belm im Jahr 2000 in das Programm „Soziale Stadt“ aufgenommen und entwickelte im Zuge dessen ein integriertes Handlungskonzept zur Stabilisierung des Wohnquartiers.
2) Zentrale Rolle des Quartiermanagements
Die Gemeinde Belm begreift Integration als „Chefsache“ und investiert zwei Drittel ihres Budgets für freiwillige Ausgaben in die Integrationsarbeit. Zentral für die Steuerung und Umsetzung von Projekten wie auch für die Wahrnehmung der Brückenfunktion zwischen Bürgermeister, Verwaltung und Bevölkerung ist jedoch das Quartiermanagement.
3) Integrationsansätze und -strategien
Die Gesamtstrategie der Integration von Zuwanderern in Belm stützt sich auf vier Säulen:
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- Aufbau eines Netzwerkes aus sozialen Einrichtungen und Akteuren
- Vernetzung der Integrationspolitik als „Chefsache“
- Soziale und berufliche Integration der Zuwanderer
- Nutzung der Potenziale der Zuwanderer
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4) Highlights der Integrationsarbeit
Gute Erfahrungen hat die Gemeinde mit einigen Projekten gemacht, die sie als „Highlights“ der möglichen Nachahmung empfiehlt.
Ansprechpartner in der Gemeinde
Viktor Hermeler
Erster Gemeinderat
Marktring 13
49191 Belm
Tel.: 05406 / 505-26
E-mail: hermeler@belm.de
Literatur und Links
Belm: Informationen zu Integrationsansätzen und –strategien der Gemeinde Belm. (Ausführliche Bewerbung der Gemeinde beim Integrationswettbewerb von Bertelsmann Stiftung und Bundesministerium des Innern)
Belm/ Universität Osnabrück: Zwischenbericht Quartiermanagement. Stand: Dezember 2004. Osnabrück 2005
Bertelsmann Stiftung und Bundesministerium des Innern: Erfolgreiche Integration ist kein Zufall. Strategien kommunaler Integrationspolitik. Auschreibung Teil II. Fragebogen ausgefüllt von der Gemeinde Belm. o.O. o.J.
Niemand begrüßt dich mit einem goldenen Teller. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 20.7.2005
Wenzel, Hans-Joachim: Aussiedlerintegration als kommunalpolitische Aufgabe. Aktivitäten und Maßnahmen am Beispiel des Landkreises Osnabrück. In: K.J. Bade, J. Oltmer (Hg.): Zuwanderung und Integration in Niedersachsen seit dem Zweiten Weltkrieg. Osnabrück 2002. S. 167-198
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© 2001 - 2010 Schader-Stiftung. Alle Rechte vorbehalten.
Letzte Änderung: 02.12.2005 |
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