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Altbaubestand in Ostdeutschland
Abriss in Altenburg

Abriss barocker Gebäude in der Altenburger Teichstraße

Eckdaten zum Stadtumbau in Altenburg Einwohnerentwicklung:
Rückgang der Einwohnerzahl um ca. 15,6% im Zeitraum von 1990 bis 2001. Gleichzeitig Zunahme der Bevölkerung im Zentrum um ca. 7,7% von 1995 bis 2001.
Einwohnerentwicklung gesamt:
1990: 48.926
2001: 41.290
Einwohnerentwicklung Zentrum:
1995: 3.501
2001: 3.771

Ziele des Stadtumbaus:
konsolidierende Stadtentwicklung von Innen und Rückbau vom Rand
Stärkung des Einzelhandels in der Innenstadt sowie der kulturellen Zentrumsfunktionen (Schlossmuseum, Theater etc.)
Stärkung der Wohnfunktion in der Innenstadt durch Schaffung zeitgemäßem Wohnkomforts, zum Beispiel in Form von vielfältigen und kleinmaßstäblichen Haus- und Wohnformen
Konsolidierung der Großwohnsiedlungen, besonders in Altenburg-Nord, stärkere Durchgrünung
Auflockerung des Bestands durch Rückentwicklung der Bausubstanz in schwachen Gründerzeitbeständen sowie an Splitterstandorten
Schaffung individueller, kleinteiliger und eigentumsfähiger Wohnformen auf verschiedenen Lückenstandorten
Wiederverwertung durch Abriss entstandener Brachflächen

Entwicklungsziele für die Altstadt:
Gebäudesanierung und Lückenschließung bei gleichzeitiger Gestaltung des öffentlichen Raumes
Schaffung zeitgemäßer Wohn- und Wohnumfeldbedingungen unter stärkerer Berücksichtigung der jeweiligen Nachfrage
Weniger dichte neue Überbauungen im Blockinnern zugunsten von mehr Wohn- und öffentlichem Grün
Temporäre Begrünung als Zwischennutzung
Übergang zu einer aktivierenden, prozesssteuernden Sanierung über Block- und Teilblockkonzepte

Die Situation Die Region um Altenburg ist stark landwirtschaftlich geprägt und war einst als bedeutendes Zentrum des mitteldeutschen Braunkohlenbergbaus, der karbochemischen Industrie sowie später auch durch den Uranabbau der SDAG Wismut, bekannt.

Durch den zur DDR-Zeit übermäßig betriebenen randstädtischen Wohnungsneubau kam es schon damals zu einer sehr starken Entleerung in den zentralen Stadtteilen und damit zu einer starken Verwahrlosung der historischen Bausubstanz in der Innenstadt.
Der seit 1989/90 in allen neuen Bundesländern stattfindende gesamtgesellschaftliche Transformationsprozess führte auch in Altenburg zu einem Verlust an industriellen Fertigungsstätten und somit zu einer Arbeitslosigkeit von über 21% im Jahr 2000.
Der rapide Bevölkerungsrückgang in Altenburg seit 1989 ist daher nicht nur Folge der natürlichen Bevölkerungsentwicklung, sondern auch der sehr starken Bevölkerungsabwanderung in das Umland bzw. in die alten Bundesländer.

Dadurch sind trotz umfassender Sanierungsmaßnahmen seit 1990 nicht nur innerstädtische Altbaubestände vom Leerstand bedroht, sondern auch die erst in den 70er und 80er Jahren neu errichteten Stadtgebiete.

Eine Verbesserung der Situation ist aufgrund der Randlage Altenburgs in Thüringen sowie der anhaltenden Funktionsschwächung durch den Verlust an industriellen Arbeitsplätzen nicht abzusehen. Im Gegenteil: bei anhaltendem Wohnungsleerstand ist ein Anstieg an Insolvenzen seitens der Wohnungs- als auch Einzeleigentümer zu erwarten.

Stadtsanierung in Altenburg Der Sanierungsprozess in Altenburg ist aufgrund des hohen Wohnungsleerstandes stark von Abriss geprägt. Hiervon ist besonders der innerstädtische Altbaubestand betroffen, da dieser zu DDR- Zeiten zu sehr vernachlässigt und die heutige Bausubstanz dementsprechend schlecht ist. Ein Beispiel stellt dabei die Teichstraße dar, wo fast die Hälfte (d.h. 13 von insgesamt 30) Gebäuden abgerissen werden mussten. Eine Neubebauung ist momentan nur für einige wenige entstandene Brachflächen vorgesehen.

So wurde in der Teichstraße 16 ein Renaissancegebäude von 1564, das aus zwei ehemaligen Klostergebäuden bestand, abgerissen. Das Gebäude war gekennzeichnet durch massive Feuchtigkeitsschäden, Deckendurchbrüchen, Hausschwammbefall sowie durch eine instabile und vom Einsturz bedrohte Straßenfassade aus Naturstein.

Nach Ankauf des Gebäudes durch die Stadt Altenburg wurde es 2003 abgerissen. Einige alte Bauteile konnten dabei geborgen und von der Unteren Denkmalschutzbehörde eingelagert werden.
Eine Neubebauung des nun brach liegenden Geländes wird im Rahmen „Denkmal 2004“ von Studenten geplant.


 
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Letzte Änderung: 01.07.2004