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Praxis des Stadtumbaus
Fünf kleine Stadthäuser aus großer Platte in Cottbus / Brandenburg


Teilrückbau eines Wohnhochhauses in der Großsiedlung Sachsendorf / Madlow, Th.-Storm-Str. 9


Das Projekt in Bildern
Der Bestand vor sowie nach dem Umbau, die Demontage, Zwischengestaltung. Zur Fotogalerie >>


Ansicht eines neuen Stadthauses nach dem Umbau Cottbus, Stadthäuser aus Platte, Straßenansicht


Eckdaten des Stadtumbaus in Cottbus Einwohnerentwicklung:
Wanderungsverlust zwischen 1993 und 2000 von ca. 16% in der Gesamtstadt und ca. 41% im Stadtteil Sachsendorf / Madlow .
1993: Einwohnergesamtzahl von ca. 128.400, davon ca. 30.179 aus Sachsendorf / Madlow
2000: Einwohnergesamtzahl von ca. 108.200, davon ca. 17.730 aus Sachsendorf / Madlow

Ziele des Stadtumbaus:
Vitalisierung der Innenstadt sowie entwicklungsfähiger Siedlungen
Anpassung der städtebaulichen und sektoralen Planungen an die rückläufige Entwicklung
Konzentration des Fördermitteleinsatzes auf Standorte mit Entwicklungsperspektiven
Doppelstrategie (Verbindung von Rückbau und Aufwertung)

Ziele des Projekts:
Auflösung überlanger Gebäudestrukturen, Erhalt städtebaulicher Konturen
Abriss und Umbau schlechter Wohnlagen mit hohem Leerstand
Intensive Aufwertung des Wohnumfeldes

Projektmaßnahmen:
Demontage eines 11-geschossigen Hochhauses und Neubau von fünf 2- und 3-geschossigen Wohngebäuden
Wiederverwendung rückgebauter Bauelemente

Die Situation In der DDR entwickelte sich Cottbus zum Zentrum der Energie- und Textilindustrie, was zu einem drastischen Bevölkerungsanstieg führte. Die Großsiedlung Sachsendorf / Madlow wurde in den Jahren 1974 bis 1986 mit über 12.000 Wohneinheiten in industrieller Bauweise errichtet - hauptsächlich für Beschäftigte des Kraftwerkes Jänschwalde und des Braunkohlekombinats Cottbus. Ein Höchststand der Einwohnerzahl von rund 130.000 konnte 1989 verzeichnet werden.

Als Sparmassnahme der DDR-Regierung in den frühen 80er Jahren wurden Teile der Großsiedlung wesentlich dichter bebaut als ursprünglich geplant. Zugleich wurde dabei auf Dienstleistungs- und Versorgungsfunktionenen sowie weiterer Infrastrukturmaßnahmen, wie zum Beispiel der Ansiedlung von Handel oder Sport- und Freizeitstätten, verzichtet.

Der starke und weiterhin anhaltende Bevölkerungsrückgang der Stadt Cottbus betrifft die Großsiedlung Sachsendorf / Madlow in besonderem Maße. Bis 2015 wird ein Bevölkerungsrückgang auf ca. 8.500 EW erwartet.

Das Umbauprojekt Zwei giebelständige Gebäude (Stormstr. 6 und 8) wurden umfassend modernisiert und instandgesetzt.
Das Wohnhochhaus Th.-Storm-Str. 9 wurde demontiert und Teile der rückgebauten Bauelemente für den Neubau der fünf 2- und 3-geschossigen Wohngebäude verwendet. Deren Außenwandkonstruktionen wurden mit leichten individuellen Fassaden komplettiert, ohne jedoch dabei das typische Erscheinungsbild von "Plattenbauten" aufzugeben.
Insgesamt entstanden durch den Umbau 13 Etagenwohnungen sowie Maisonetten, welche in der Größe voneinander differieren. Die Gesamtwohnfläche beträgt 1050m².

Die Erscheinung Die durch den Rückbau neu entstandene Wohnanlage stellt städtebaulich gesehen einen Übergang zwischen der einst hochverdichteten Großsiedlung und der angrenzenden Kleinsiedlung dar.
Durch eine mäanderartig versetzte Bebauungsstruktur sowie der Errichtung kleiner Terrassen werden gegenseitige Verschattungen zwischen den Gebäuden vermieden und gleichzeitig ein freier Blick in den angrenzenden Grünraum gewährleistet.

Die Planung und weitere Kontakte Hochbau: Architekturbüro Zimmermann + Partner
Bauherr: GWG Gemeinnützige Wohnungsbaugenossenschaft "Stadt Cottbus" e.G.


Weitere Kontakte:
Bund-Länder-Programm "Stadtteilte mit besonderem Entwicklungsbedarf - die soziale Stadt": Programmbegleitung Cottbus Sachsendorf-Madlow
Werkstattnotizen der Stadt Cottbus
Kerstin Jahnke u.a.: Cottbus - Sachsendorf-Madlow
DSK-GmbH: Sanierungsgebiet Cottbus/Sachsendorf-Madlow

(Fotos: Architekturbüro Zimmermann + Partner, Cottbus)


 
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Letzte Änderung: 28.11.2003