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Im Alter arbeiten müssen
Neben einem hohen Anteil von "gut situierten" Haushalten, denen im Alter ausreichende Mittel für Konsum, Reisen und Wohnen zur Verfügung stehen, gibt es noch immer eine beträchtliche Zahl von Haushalten mit niedrig angesiedelten Erwerbsbiografien. |
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Praxisbeispiele und Projekte
Links und Literatur
Die Einkommen der Älteren sind differenziert, ebenso wie ihre Wohnsituation
Der Differenzierung der Einkommenssituation entspricht die Differenzierung der Wohnsituation. Generell ist nach den Jahren der Stadtsanierung und Wohnungsmodernisierung der Ausstattungsstandard der Wohnungen der Älteren im Wesentlichen gut, aber der Lebensalltag und die Versorgung der Älteren ist stark von dem jeweiligen Quartierstypus bestimmt. Insgesamt sind die Wohnungen älterer Menschen in einem schlechteren Zustand: Fast 600.000 Wohnungen älterer Menschen haben kein "richtiges", also den heutigen technischen Anforderungen entsprechendes Bad bzw. WC. Bei einem Viertel aller Wohnungen Älterer fehlt eine Sammelheizung. Fast alle Wohnungen sind für Menschen mit Behinderungen nicht geeignet. Die wichtigsten Mängel sind zu kleine, unzweckmäßig ausgestattete Bäder, keine Aufzüge, Stufen und Schwellen im Zugang zu Haus und Balkon.
Warum im Alter arbeiten?
Auf die Frage, warum über Arbeit im Alter nachzudenken sei, gibt es zwei Antworten: eine wirtschaftliche - arbeiten müssen als Zuverdienst zur Rente, wie auch eine soziale - arbeiten wollen, um integriert zu bleiben.
Arbeit für Ältere im Wohnquartier
Für den Funktionswandel im Wohnen ist die Frage nach der Arbeit im Alter äußerst wichtig. Aber viele Modelle für das Wohnen im Alter berücksichtigen diesen Aspekt überhaupt noch nicht.
Gerade in Wohnsiedlungen des sozialen Wohnungsbaus leben viele ältere Menschen mit geringem Einkommen. Die Rente reicht gerade für das Existenzminimum. Betroffen sind vor allem Frauen. Für die Wohnungswirtschaft bedeutet das eine enorme Einschränkung der wirtschaftlichen Nutzung der Wohnsiedlungen. Selbst die rechtlich auf die Miete anrechenbaren Modernisierungskosten können diese Alten oft nicht tragen. Andererseits liegt in diesem Tatbestand ein Legitimationspotenzial der Unternehmen gegenüber Staat und Gesellschaft. Denn die Problemlösung wird nicht nach den üblichen wirtschaftlichen Effizienzkriterien bewertet werden können. Allein schon die erforderliche Individualisierung jeder Intervention bedeutet einen großen Aufwand.
Weil Arbeit und soziale Integration so eng miteinander verbunden sind, sind Konzepte der "Alterserwerbsarbeit" in den Wohnquartieren der herkömmlichen Sozialarbeit vorzuziehen. Die so genannten Neuen Wohnformen sind hier seit jeher auch Experimentierfelder für neue Formen der Arbeit. Denn wie sollen die alten Menschen in den Wohnungen, den Wohnkomplexen, den Wohnvierteln ihre Zeit verbringen? Wie finden sie Anerkennung, Kontakt, Kommunikation, wenn sie ohne Arbeit sind und die sozialen Beziehungen mit zunehmendem Alter weniger werden? Wenn die tradierten Netzwerke, die auf dem alten Arbeitsbegriff aufbauen, erodieren oder sich überhaupt nur um die Erwerbstätigen kümmern?
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Praxisbeispiele und Projekte
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Seniorenhilfe Dietzenbach
Die Seniorenhilfe Dietzenbach ist eine Selbsthilfeorganisation, in der sich nach dem Genossenschaftsprinzip Personen im Alter oder bei Krankheit gegenseitig helfen. Diese gegenseitige freiwillige Hilfe ist Ziel des Vereins.
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Altersbedingte Schwierigkeiten sollen überwunden werden und dadurch soll alten Menschen die Möglichkeit gegeben werden, am Leben innerhalb der Gemeinschaft teilzunehmen.
Im Einzelnen umfasst dies:
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- Besuchsdienste bei älteren und einsamen Mitbürgern,
- Nachbarschaftshilfe,
- Entlastung pflegender Familienangehöriger,
- Begleitung bei Behörden- und Arztbesuchen,
- Haushaltshilfe bei kurzzeitiger Erkrankung oder nach Entlassung aus dem Krankenhaus,
- Reparaturhilfen,
- häusliche Pflege,
- Fortbildung der aktiven Mitglieder,
- Erweiterung der kommunalen Freizeitangebote für Senioren,
- Fachvorträge speziell für Senioren.
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Die aktiven Helfer erhalten für ihre Einsätze keinerlei finanzielle Vergütung, sondern lediglich Zeitgutschriften, die sie im Bedarfsfall für sich selbst einlösen können.
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Links und Literatur
Krings-Heckemeier, Marie-Therese; Pfeiffer, Ulrich: Die Wohn- und Lebenssituation der älteren Generation. Manuskript. Bonn 1991
Naegele, Gerhard; Frerichs, Frerich: Situation und Perspektiven der Altenerwerbsarbeit in der Bundesrepublik Deutschland. In: Politik und Zeitgeschichte. 23.8.1996, S.38
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Letzte Änderung: 15.09.2003 |
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