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Praxis des Stadtumbaus
Freianlagen in Magdeburg / Sachsen-Anhalt
Errichtung von Freianlagen im Stadtteil Neu-Olvenstedt; Bruno-Taut-Ring 178/179, Scheid 43, Gneisenauring / Torweg, Johannes-Göderitz-Straße / Olvenstedter Scheid.
Das Projekt in Bildern
Aufwertung von Freiräumen durch Umgestaltung, Rahmenplanung zum Kern- und Abrissbereich. Zur Fotogalerie >>
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Luftbild zum Schnitterhof |
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Eckdaten des Stadtumbau in Magdeburg |
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Einwohnerentwicklung:
Wanderungsverluste von ca. 20% in der Gesamtstadt und von knapp 55% in Neu-Olvenstedt zwischen 1990 bzw. 1993 und 2002:
1990: 280.000 Einwohner; davon 1993 32.000 in Neu Olvenstedt
2002: 230.000 Einwohner; davon 15.000 in Neu Olvenstedt
Ziele des Stadtumbaus:
für die Gesamtstadt Magdeburg:
Aktive Steuerung der Umbau- / Schrumpfungsprozesse
Reduzierung des Wohnungsbestandes um 20.000 Einheiten
Stärkung der Kernstadt und der angrenzenden Kernstadtrandgebiete
Rückbau der Großsiedlungen
für den Stadtteil Neu-Olvenstedt:
Erhalt und Sanierung der städtebaulich wichtigen Achsen als Kerngebiet
flächenhafter / quartiersweiser Abriss von ca. 4.500 der 12.500 Wohnungen (Ausnahme bei überdurchschnittlichen Leerständen oder sehr guter Belegungen und bei vorhandenem alten- bzw. behindertengerechten Ausbau)
begleitende Durchführung von Aufwertungsmaßnahmen
Ziele der Projekte:
Beseitigung des Defizits an Spiel- und Freizeitflächen für Kinder und Jugendliche und damit Verbesserung und Stabilisierung der Wohnsituation für Familien.
Projektmaßnahmen:
Gebietstreffpunkt Schnitterhof:
Neugestaltung der Außenanlagen von Sozialeinrichtungen durch Anlage von Bepflanzungen, Wegen, Sitzgelegenheiten sowie Sport- und Spielmöglichkeiten.
Schulhof der Gebrüder-Grimm-Schule:
Entsiegelungen des Hofes und Schaffung verschiedener Nutzungsbereiche, u.a. eines "Pfads der Sinne".
Bauspielplatz der Spielwagen e.V.:
Erstellung eines Erweiterungsbau für die Werkstatt des Bauspielplatz.
Sport- und Spielpark Johannes-Göderitz-Straße:
Anlage neuer Spielflächen für ältere Kinder und Jugendliche, u.a. Skateranlage, Sportplatz, verschiedene Spielgeräte, überdachter Treffpunkt.
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Die Situation |
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Die Bewohnerzahl von Magdeburg hat sich seit 1990 um über 50.000 Einwohner verringert. Da es gleichzeitig noch zu einer Zunahme des Bestandes an Geschosswohnungen um ca. 15.000 gekommen ist, ergibt sich zur Zeit ein Überangebot von 30.000 Wohnungen. Perspektivisch wird bis 2010 mit einer Zunahme der Leerstände auf insgesamt 40.000 Wohneinheiten gerechnet.
Durch ein integriertes Stadtentwicklungskonzept wird versucht, dieser Entwicklung Rechung zu tragen. So sollen - nach dem Prinzip: Reduzierung des Wohnungsbestandes von außen nach innen und Aufwertung von innen nach außen - insgesamt 20.000 Wohnungen abgebrochen werden. Die Zukunft der Großsiedlungen wird generell in einer Reduzierung und Auflockerung des Bestandes gesehen. Von den vier Hauptkategorien, die in dem Entwicklungskonzept gebildet werden (Gebiete ohne Handlungsdruck, sowie Erhaltungs-, Umstrukturierungs- und Schrumpfungsgebiete), liegen die Großsiedlungen sämtlich in den Schrumpfungsgebieten; vor allem hier sollen die vorgesehenen Abrissmaßnahmen realisiert werden.
Die randstädtischen Großsiedlungen waren in den letzten Jahren von den auffälligsten sozial-räumlichen Veränderungen betroffen. So lag die Quote der Arbeitslosen und der Sozialhilfeempfänger in Neu-Olvenstedt 2001 jeweils um 5% über dem städtischen Durchschnitt. Der Bevölkerungsverlust betrug zwischen 1993 und 2000 über 50% bei einer Leerstandsquote von derzeit 35%. Dabei muss mit weiteren Wanderungsverlusten gerechnet werden, da sich der gesamtstädtische Schwerpunkt des Leerstands derzeit noch auf die meist unsanierten Altbauten der Vorkriegszeit konzentriert.
Nach dem beschlossenen Stadtumbaukonzept soll Neu-Olvenstedt funktionsfähig erhalten werden. Hierzu werden die Wohnungen in einem Kernbereich entlang der städtebaulich wichtigen Achsen modernisiert und im Wohnumfeld Aufwertungsmaßnahmen durchgeführt werden. Für die anderen Bereiche besteht ein mit den Eigentümern abgestimmter Plan, der bis 2030 den flächenhaften Abriss von über 4.500 Wohnungen vorsieht. Von flächenhaftem Abriss soll nur bei überdurchschnittlichen Leerständen im "Kernbereich" bzw. bei sehr stabiler Belegung oder bei bereits erfolgtem alten- / behindertengerechten Umbau von Wohngebäuden im "Randbereich" abgewichen werden.
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Die Umbauprojekte |
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Gebietstreffpunkt Schnitterhof:
Für den generationsübergreifenden Gebietstreffpunkt - bestehend aus Kita, Hort, Jugendfreizeit und Seniorentreff - sind die Außenanlagen neugestaltet worden. Es wurden Entsiegelungsmaßnahmen durchgeführt und umfangreiche Bepflanzungen vorgenommen; zudem wurden neue Sitzgelegenheiten sowie Sport- und Spielmöglichkeiten für verschiedene Altersgruppen geschaffen.
Schulhof der Gebrüder-Grimm-Schule:
Für die lernbehinderten Schüler der Gebrüder-Grimm-Schule wurde der Schulhof neu gestaltet. Nach der Beseitigung der großflächigen Betonplatten wurden unterschiedliche Nutzungsbereiche konzipiert: für Sport und Spiel, zur Sitzgelegenheit oder als "Pfad der Sinne". Die ebenfalls neuen Pflanzflächen sollen zukünftig von den Schülern gepflegt werden.
Bauspielplatz der Spielwagen e.V.:
Von einem freien sozialen Träger wird als Bauspielplatz eine integrative Freizeiteinrichtung für ältere Jugendliche betrieben, die auch über das Quartier hinaus Beachtung gefunden hat. Durch die Errichtung eines Erweiterungsbau für die Werkstatt konnte der Bestand qualifiziert und gesichert werden.
Sport- und Spielpark Johannes-Göderitz-Straße:
Auf den Flächen des Spielplatzes einer ehemaligen Kindertagesstätte wurden neue Spielangebote für ältere Kinder und Jugendliche geschaffen. So wurden eine Skateranlage, ein Sportplatz, Spielgeräte und ein überdachter Treffpunkt neu errichtet, sowie Pflanzmaßnahmen durchgeführt.
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Die Erscheinung |
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Den vier Umbaubeispielen gemeinsam ist ihr pragmatischer Ansatz. So werden an verfügbaren Orten konkrete Verbesserungen der Wohnumfeldsituation für Kinder und Jugendliche herbeigeführt. Über die unmittelbaren Maßnahmen hinaus wird für alle Bewohner der langfristige Neuordnungsanspruch der Rahmenplanung sichtbar.
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Die Planung und weitere Kontakte |
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Rahmenplan: StadtBüro Hunger, Berlin - 1998
Gebietstreff: Büro für Freiraumplanung Stefan Pasura, Magdeburg - 2000
Schulhof: Planungsbüro Katja Trippler, Magdeburg - 2001
Bauspielplatz: Architekturbüro Dr. Mühlemann, Magdeburg - 2000
Sport- und Spielpark: Büro für Freiraumplanung Stefan Pasura, Magdeburg - 2000
Bauherr: Landeshauptstadt Magdeburg
Weitere Kontakte:
www.magdeburg.de
(Fotos: Jürgen Hohmuth / zeitort.de)
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© 2001 - 2010 Schader-Stiftung. Alle Rechte vorbehalten.
Letzte Änderung: 19.02.2004 |
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