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Praxis des Stadtumbaus
Stadtvillen in Hoyerswerda / Sachsen


Neubau von Stadtvillen in der Neustadt, Liselotte-Herrmann-Straße 40 - 43, auf einer Abrissfläche


Das Projekt in Bildern
Der Bestand vor dem Abbruch, Ansichten der Stadtvillen, Rahmenplanung und Wohnungsgrundrisse. Zur Fotogalerie >>


Nach dem Abbruch der Platte: Neuerrichtete Stadtvillen in Hoyerswerda Stadtumbau Hoyerswerda/ Stadtvillen / Luftbild Straßenraum
Eckdaten des Stadtumbaus in Hoyerswerda Einwohnerentwicklung:
Wanderungsverluste von ca. 30% in der Gesamtstadt und von 35% in der Neustadt zwischen 1990 und 2002.
1990: 65.000 Einwohner; davon (geschätzte) 50.000 in der Neustadt
2002: 46.000 Einwohner; davon ca. 32.000 in der Neustadt

Ziele des Stadtumbaus:
Neuordnung der städtebaulichen Struktur (durch Abbruch-, Rückbau-, wie durch Modernisierungs- und Neubaumaßnahmen)
Schaffung von differenzierten Wohnangeboten
Entwicklung der städtischen Infrastruktur

Ziele des Projekts:
Auflockerung der Baustruktur
Schaffung von Geschoßwohnungen jenseits des Plattenbaus

Projektmaßnahmen:
Abbruch eines fünf-geschossigen Gebäudekomplexes
Nachnutzung der Abbruchfläche durch Neubau von vier Stadtvillen

Die Situation Bedingt durch den größflächigen Braunkohleabbau erlebte Hoyerswerda seit Mitte der fünfziger Jahre eine Verzehnfachung der Einwohnerzahl; der Höchststand war 1980 mit 70.000 Einwohnern erreicht. Zur Unterbringung der Zuwanderer wurde zwischen 1957 und 1992 in zehn Wohnkomplexen die sogenannten "Neustadt" errichtet. 1989 lebten hier ca. 75% der gesamtstädtischen Bevölkerung.

Standen nach 1990 zunächst Ergänzungen in der städtischen Infrastruktur im Vordergrund (Motto des ausgelobten Wettbewerbs: "Von der Wohnsiedlung zur Stadt"), rückten seit 1997 zunehmend Um- und Rückbaumaßnahmen in den Mittelpunkt der Überlegungen. Dabei wird - konkretisiert im Rahmenplan von 2001 - eine Entwicklung angestrebt, die Rückbau und Abbruch- mit Aufwertungs- und Neubaumaßnahmen kombiniert. Ziel ist es innerhalb der vorhandenen Siedlungsfläche ein differenziertes Wohnangebot zu schaffen, das vom klassischen Geschoßwohnungsbau über die Stadtvilla bis hin zu Reihen-, Doppel- und Einfamilienhäusern reicht. In Zuge dieses Stadtumbaus sollen bis 2013 über 4.000 Wohneinheiten abgebrochen werden. Die freiwerdenen Flächen werden zur Verbesserung der Freiraum- und Stellplatzsituation der umliegenden Gebäude genutzt oder sie werden mit aufgelockerten Gebäudetypen neu bebaut.


Das Umbauprojekt Nach Abbruch einer fünf-geschossigen Gebäudezeile mit mehr als 150 Wohneinheiten wurden vier Stadtvillen mit insgesamt 24 Wohnungen und zwei Artztpraxen neu errichtet. Die drei-geschossigen Stadtvillen sind als Zweispänner organisiert. Bis auf eine Maisonettwohnung besitzen sie jeweils drei Zimmer. Die zugehörigen PKW-Stellplätze sind ebenerdigen angeordnet.

Die Erscheinung Bemerkenswert ist der Entwicklungsansatz der Mischung von (Plattenbau-)Bestand und Neubau. Durch die direkte Nachnutzung vollerschlossener Abrißflächen mit neuen Wohngebäuden wird sowohl der Landschaftzersiedelung, wie der zunehmenden Segregation entgegengewirkt. Die Belegung bzw. die Nachfrage nach den Wohnungen zeigt, dass dieses Konzept erfolgversprechend sein kann.

Die Planung und weitere Kontakte Rahmenplan: Gruppe Hardtberg und Büro Thomas Gröbe - 2001
Hochbau: Architekturbüro Prof. Dr. Steinkopf - 2001
Bauherr: Lebensräume Hoyerswerda eG


Weitere Kontakte:
www.hoyerswerda.de
www.lebensraeume-hy.de

(Fotos: Lebensräume Hoyerswerda eG, Büro Thomas Gröbe)

 
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Letzte Änderung: 27.01.2004