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Praxis des Stadtumbaus
Umgebaute Platte in Leinefelde / Thüringen
Sanierung und Modernisierung von Plattenbauten in der Südstadt, Lessingstraße 10-32
Das Projekt in Bildern
Der Bestand vor der Modernisierung, Rahmenplanung, Rückbauplanung und Wohnungsgrundrisse. Zur Fotogalerie >>
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Hofansicht eines modernisierten Plattenbaus |
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Eckdaten des Stadtumbaus in Leinefelde |
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Einwohnerentwicklung:
Wanderungsverluste von ca. 30% in der Gesamtstadt und von ca. 45% in der Südstadt zwischen 1990 und 2002:
1990: 19.000 Einwohner; davon ca. 13.000 in der Südstadt
2002: 13.500 Einwohner; davon ca. 7.000 in der Südstadt
Ziele des Stadtumbaus:
Entwicklung eines "bedarfsgerechten, lebendigen" Stadtteils
Anpassung der Siedlung an den Einwohnerrückgang
Verhinderung weiterer Abwanderung
Ziele des Projekts:
Individualisierung des Erscheinungsbildes (Unikatbildung)
Verbesserung der Wohnungsgrundrisse und der -belichtung
Änderung der Aussenraumbehandlung und des -bezugs
Projektmaßnahmen:
Außenbereich:
Anheben der Grundstücke auf EG-Niveau
Zuordnung der Freiflächen zur EG-Wohnung
Fassaden:
Vorstellen neuer Balkone
Umbau der bestehenden Balkone zu Wintergärten
Vergrößerung der Fensteröffnungen
Grundrisse:
Vergrößerung der Wohnzimmer durch Wintergärten
Neue Raumaufteilungen der Küchen und Bäder
Anlage von vier Maisonettewohnungen sowie von zwei behindertengerechten Wohnungen im EG
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Die Situation |
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Die stukturschwache, ehemalige Grenzregion wurde ab 1960 auf der Grundlage des "Eichfeldplans" systematisch entwickelt. In Leinefelde entstanden - neben Industriebetrieben - über 5.000 neue Wohnungen. Sie wurden in einer vom alten Stadtkern losgelösten Siedlung, der Südstadt, meist in fünf-geschossigen Plattenbauten realisiert. 1990 lebten hier fast 70% der Leinefelder Bevölkerung; 2002 waren es noch ca. 50%, wobei sich die Einwohnerverluste der Gesamtstadt fast ausschließlich in der Südstadt realisierten.
Der Rahmenplan von 1995 sieht eine Reduzierung des Wohnungsbestandes um 30% vor. Der Rückbau wird dabei als Chance genutzt, die städtebaulichen Mängel der Südstadt, die vor allem in der hohen Dichte, in räumlicher Diffusität und in fehlender Zentralität liegen, zu mildern. Daher wird der zentrale Bereich und die Verbindungsachse zum alten Ortskern gestärkt. Die soll durch Modernisierungmaßnahmen, durch die Ansiedlung von Nahversorgern und Dienstleistern, durch die Gestaltung der öffentlichen Räume und durch die Schaffung von Identifikationspunkten geschehen. Die Randbereiche sollen hingegen flexibel auf zukünftige Entwicklungen reagieren, sei es durch Abriss-, durch Umbau- oder auch durch Neubaumaßnahmen.
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Das Umbauprojekt |
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Die Gebäude der Lessingstraße gehören zu dem im Rahmenplan ausgewiesenen zentralen Modernisierungs- und Aufwertungsbereich. Zur Verringerung der Dichte wurde von den vier vorhandenen Gebäuden der Lessingstraße das Vorderste abgebrochen. Die übrigen drei Gebäude mit insgesamt 120 Wohneinheiten wurden modernisiert und in ihrem Erscheinungsbild sehr weitgehend verändert.
Konkret wurden die Grundstücksfreiflächen auf beiden Gebäudeseiten um 1,5 Meter auf das Niveau der EG-Wohnung angehoben und den Wohnungen zugeschlagen. Die Wohnzimmer wurden um die - zu Wintergärten umgebauten - ehemaligen Balkone vergrößert und mit neuen, umlaufenden Balkonen ergänzt. Nur bei den Dachgeschosswohnungen wurde aus gestalterischen Gründen auf diese Maßnahmen zugunsten großzügiger, überdachter Balkone verzichtet. Alle Balkone haben transparente Geländer erhalten und sämtliche Fensteröffnungen auf der Hofseite sowie die straßenseitigen Fenster im Erd- und Dachgeschoss sind vergrößert worden.
Die Bäder wurden, sofern die Haustechnik noch nicht erneuert war, zu Lasten der Versorgungsschächte vergrößert. Teilweise konnten sie mit separaten Toiletten oder Waschmaschinenräumen ergänzt werden. Die Küchen wurden ebenfalls teilweise neu konzipiert bzw. verlegt. Zwei Wohnungen im Erdgeschoss wurden behindertengerecht ausgebaut und vier Wohnungen zu Maisonetten umgestaltet.
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Die Erscheinung |
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Für die Modernisierung waren - neben den praktischen, funktionalen und technischen Verbesserungen - die ästhetischen Belange von zentraler Bedeutung. So haben die Gebäude durch Anhebung und Fassung der Freiräume, durch Wintergärten, neue Balkone und die Vergrößerung der Fensteröffnungen, sowie durch die Formulierung eines Dachabschlusses eine völlig neue Ausstrahlung erhalten. Durch den Habituswandel wird die Maßnahme zum gelungenen, nachhaltig wirksamen Sanierungsbeispiel. Schließlich ist doch die hochwertige Architektur - nicht nur in der Lessingstraße - inzwischen zu einem wichtigen Imageträger für die Südstadt geworden.
Nichtsdestotrotz hat die "Öffnung" der Wohnungen bei den Bewohnern durchaus zu Unverständnis und Widerständen geführt, da sie die bisherigen Lebens- und Wohngewohnheiten in Frage stellt.
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Die Planung und weitere Kontakte |
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Rahmenplan: GRAS, Darmstadt und Dresden - 1995
Architekten: Forster und Schnorr, Frankfurt/Main
Bauherr: Leinefelder Wohnungsbaugenossenschaft (LWG)
Weitere Kontakte:
www.leinefelde.de
www.stefan-forster-architekten.de
(Foto: Büro Stefan Forster Architekten, Büro GRAS)
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© 2001 - 2010 Schader-Stiftung. Alle Rechte vorbehalten.
Letzte Änderung: 07.12.2004 |
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