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Ca. 1/3 der bis 1918 errichteten innerstädtischen Wohnungen stehen leer |
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Die Zahl der leerstehenden Wohneinheiten in Bezug auf den gesamten Wohnungsbestand in ostdeutschen Städten und Gemeinden stieg von einst 2% im Jahr 1991 auf knapp 18% im Jahr 2003. Ein besonders großes Problem stellt dabei der Leerstand im innerstädtischen Altbaubestand dar. Waren bereits im Jahr 2000 ca. 1/3 der bis 1918 errichteten Wohneinheiten hiervon betroffen - mit weiter steigendem Trend. Weitere Informationen zur wohnungswirtschaftlichen Lage finden Sie hier >>
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Hauptursachen liegen in Wohnungsbaupolitik der ehemaligen DDR sowie im Suburbanisierungsprozess |
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Hauptursachen des Zustandes liegen einerseits in der Wohnungsbaupolitik der DDR, in welcher der Altbaubestand bewusst stark vernachlässigt wurde, sodass ein großer Teil der Wohnungen unbewohnbar wurde. Andererseits ist der intensive Suburbanisierungsprozess, d.h. die Abwanderung der Wohnbevölkerung in Eigenheime im Umland der Städte und Gemeinden, als Ursache zu benennen.
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Neubau auf der "grünen Wiese" günstiger als Sanierung von Altbau |
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Kommissionsbericht (PDF 423 KB) zum wohnungswirtschaftlichen Strukturwandel in den neuen Bundesländern / Kurzfassung (PDF 40 KB):
Die Hauptursache des Leerstandes in innerstädtischem Altbau liegt darin, dass derzeit die Eigentumsbildung durch Neubau günstiger ist als über Sanierung und Modernisierung von Altbausubstanz. Gleichzeitig müssen bei Neubau weitaus weniger Vorlagen beachtet werden. Die Kommission fordert daher: "Das Bestreben zur Bildung von Eigentum an selbstgenutzten Häusern und Wohnungen verdient weiterhin Förderung und Unterstützung. Es wird in den nächsten 10 bis 15 Jahren die treibende Kraft bei der baulichen Entwicklung der Städte und Gemeinden in Ostdeutschland sein. Um weiteren Leerstand und Verfall zu vermeiden, müssen möglichst viele potenzielle Erwerber dazu angeregt werden, modernisierten Wohnraum in Altbauten zu erwerben, bestehende Gebäude ihren Wünschen entsprechend umzubauen oder Eigentum auf Recyclinggrundstücken oder auf den schon bestehenden großen innerstädtischen Flächenreserven zu bilden."
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Neue Prioritätensetzung |
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Um dem Wohnungsleerstand in innerstädtischen Altbauquartieren langfristig entgegenwirken zu können ist ein Umdenken in der Stadtplanung bzw. die Setzung neuer Prioritäten erforderlich. Dies kann sich zum Beispiel äußern in: |
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- einem bewussten "Liegenlassen" von baufälligen Gebäuden in Gebieten mit geringen Erhaltungschancen
- Rückbau / Umbau frühgründerzeitlicher zweistöckiger Gebäude zu innerstädtischen Reihenhäusern
- Umwandlung vierstöckiger Altbauten zu Maisonette-Wohnungen durch Haus-in-Haus-Lösungen
- Herstellung / Bereitstellung von großzügigem familienfreundlichem Wohnen durch Wohnzusammenlegungen. Weitere Informationen hierzu erhalten Sie unter InWIS.
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Programm "Stadtumbau Ost" zur Erhaltung der innerstädtischen Funktions- und Leistungsfähigkeit |
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Aus dem Programm "Stadtumbau Ost - zur Stärkung des innerstädtischen Altbaus sowie erhaltenswerter Stadtquartiere:"Das Programm "Stadtumbau Ost" zielt [daher] darauf ab, dem drohenden physischen Verfall und der sozialen Erosion in den Städten entgegenzuwirken, um ihre Funktions- und Leistungsfähigkeit zu erhalten, zu stärken und weiterzuentwickeln. Insbesondere gilt es, die besonders wertvollen innerstädtischen Altbaubestände, die in besonderem Maße von Leerstand betroffen sind, für die Zukunft zu sichern. Darauf sind die Förderinstrumente des Stadtumbaus ausgerichtet. Das Maßnahmenpaket fördert gezielt die städtebauliche Entwicklung, den notwendigen Rückbau des Wohnungsüberhangs, Instandsetzungs- und Modernisierungsinvestitionen sowie die Eigentumsbildung. Damit lassen sich vor allem die Innenstädte revitalisieren und die Tendenzen zur Zersiedlung des Umlandes vermindern." Weitere Informationen zum Programm finden Sie hier >>
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Förderung des Altbaubestandes durch Bezuschussung von Wohneigentumsbildung sowie der Erhöhung der Investitionszulage für innerstädtische Mietwohnungen |
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Informationen zum Stadtumbau Ost - Teil 1 (PDF 363 KB):Das Programm "Stadtumbau Ost" sieht nicht nur die Bezuschussung für Wohneigentumsbildung in innerstädtischen Altbauquartieren vor, sondern auch eine Erhöhung der Investitionszulage für Mietwohnungen des innerstädtischen Altbaus sowie bestimmter denkmalgeschützter Bauten. Gleichzeitig wird betont, dass "die Stärkung der Innenstädte nur dann erreicht werden kann, wenn es in den nächsten Jahren gelingt, einen Teil der potenziellen Eigenheiminteressenten mit ihren Investitionen von der "grünen Wiese" in die Altstadtzentren zu bewegen." Doch aufgrund unrealistisch hoher Preiserwartungen für innerstädtische Grundstücke seitens privater Hauseigentümer wird der Suburbanisierungstrend stärker gefördert. Die Bundesregierung fordert daher von den Kommunen und städtischen Wohnungsbaugesellschaften eine offensive Liegenschaftspolitik, welche zum Beispiel private Eigentümer bei schwierigen Aushandlungsprozessen zwischen Denkmalschutz, bauordnungs- und -aufsichtsämtern unterstützt, eine stufenweise Erneuerung der Altbausubstanz auf zunächst substanzsicherndem Niveau zulässt oder auch "Altbau-Rohbauten" zu besonders günstigen Konditionen veräußert.
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Informationen zum Stadtumbau Ost - Teil 2 (PDF 581 KB):
"Zuschüsse gibt es für die Modernisierung / Instandsetzung von Wohnungen [in innerstädtischen Altbauquartieren] mit mehr als 70 m² Wohnfläche über acht Jahre als Ergänzung zur geltenden Eigenheimzulage. Dabei ist die Förderung abhängig von der Wohnungsgröße und dem Investitionsvolumen." Außerdem wurde die "Investitionszulage für Mietwohnungen im innerstädtischen Bereich" erhöht, beschränkt sich dabei jedoch auf "förmliche Sanierungsgebiete, Erhaltungs- sowie Kerngebiete".
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Beispiele
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Jüterbog |
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Kulturquartier Mönchenkirche
Ausbau des in der Altstadt gelegenen ehemaligen Franziskanerklosters. Ziele sind die Regeneriung der Innenstadt und die die Entwicklung Jüterbogs zum kulturellen und touristischen Zentrum mit überregionaler Ausstrahlung.
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Stendal |
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Der Stendal-Bonus
Veräußerung innerstädtischer leerstehender Gebäude zu 50% des geschätzten Verkehrswertes |
© 2001 - 2010 Schader-Stiftung. Alle Rechte vorbehalten.
Letzte Änderung: 08.05.2006 |
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