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Forschungs-Praxis-Projekt:
Integrationspotenziale in kleinen Städten und Landkreisen
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Vorankündigung der Fachtagung "Angebotsstrukturen für Integration im ländlichen Raum" am 15./16. September 2010 in Darmstadt
Die Fachtagung wird das Spektrum der Integrationsangebote in den kleinen Städten der ländlichen Regionen beleuchten, Probleme und Handlungserfordernisse diskutieren, Gute-Praxis-Beispiele vorstellen und von Erfahrungen aus dem europäischen Ausland lernen.
Referenten sind u.a. Prof. Heinz Schilling, Kulturanthropologe an der Universität Frankfurt am Main, die Publizistin Hilal Sezgin, Ruth K. Tennenbaum von der Eidgenössischen Kommission für Migrationsfragen in Bern, Verena Wisthaler von EURAC research, Bolzano/Bozen und Prof. Jörg Hüttermann, Konfliktforscher an der Universität Bielefeld.
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Das Forschungs-Praxis-Projekt "Integrationspotenziale in kleinen Städten und Landkreisen" bearbeitet grundsätzliche Fragestellungen der Integration von Zuwanderern in den Klein- und Mittelstädten des ländlichen Raums. Ziel des Projekts ist die Analyse der Bedingungen für Integration in den Kommunen des ländlich geprägten Raums und die Ermittlung der jeweiligen Potenziale für die Integration von Zuwanderern. Projektträger und -koordinator ist die Schader-Stiftung; Partner bei der Projektdurchführung sind das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, das das Projekt inhaltlich begleitet, sowie der Deutsche Städte- und Gemeindebund und der Deutsche Landkreistag, die als ideelle Partner fachliche Unterstützung leisten. Es ist als eine bundesweit vergleichende Untersuchung von insgesamt zwölf Kommunen (aus acht Landkreisen) angelegt und verfolgt einen diskursiven Ansatz. Gefördert wird das auf drei Jahre konzipierte Projekt durch den Europäischen Integrationsfonds, das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge und die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration. Die Schirmherrschaft haben Bundesminister des Innern, Dr. Thomas de Maizière, und Staatsministerin und Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Prof. Dr. Maria Böhmer, übernommen.
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Projektziele und Fragestellungen
Das Forschungs-Praxis-Projekt verfolgt drei Ziele für die ländlichen Räume: Die strukturellen Bedingungen für Integration sollen verbessert, das Zusammenleben von Einheimischen und Zugewanderten gefördert und die Teilhabe der Zuwanderer am gesellschaftlichen und politischen Leben erhöht werden.
Um diese Zielvorstellungen zu realisieren, wird eine Begleitforschung eingesetzt, die in einer laufenden Verständigung mit den teilnehmenden Landkreisen und Städten und dem Lenkungskreis (dem Projekt begleitenden Gremium) stehen.
Unter Berücksichtigung der je spezifischen Situation der peripheren Klein- und Mittelstädte werden zunächst die Voraussetzungen und Potenziale für Integration in den ländlichen Räumen analysiert. Im Vordergrund steht, Handlungs- und Orientierungswissen für die kommunalen Akteure zu gewinnen und Handlungsempfehlungen zur Verbesserung der Integration der unterschiedlichen Zuwanderergruppen (v.a. Drittstaaten-Angehörige) zu erarbeiten.
Zu den strukturellen Bedingungen der Integration sollen im Einzelnen folgende Fragestellungen untersucht werden:
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- Wie gestaltet sich die Integration in den ländlichen Räumen? Sind besondere Problemkonstellationen und Handlungsfelder erkennbar?
- Ist die Ansiedlung dauerhaft? Wie sehen die Entwicklungstendenzen aus?
- Ist eine Zunahme oder eine Abnahme (relativ und absolut) der Bevölkerung mit Migrationshintergrund in den Untersuchungsstädten feststellbar?
- Wie sind die Integrationsangebote in den ländlichen Gebieten organisiert, wie werden sie angenommen, sind besondere Anforderungen erkennbar? Gibt es regionale Unterschiede?
- Welche integrationspolitischen Maßnahmen und Handlungskonzepte werden von den Kommunen verfolgt?
- Wie ist der Erfolg dieser Maßnahmen zu bewerten?
- Wo sehen die Kommunen den wichtigsten Handlungsbedarf?
- Wie stellen sich die Unterschiede zwischen ostdeutschen und westdeutschen Kommunen dar?
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Zudem sollen Empfehlungen zur Stärkung des Zusammenlebens der einheimischen Bevölkerung und der verschiedenen Zuwanderergruppen erstellt werden. Hierbei stehen folgende Fragestellungen im Mittelpunkt:
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- Wie gestaltet sich das Zusammenleben zwischen Einheimischen und Zuwanderern in peripheren ländlichen Räumen?
- Wie kann die Aufnahmegesellschaft für den Integrationsprozess sensibilisiert werden? Wo liegen die dafür notwendigen Ressourcen, wer sind die wichtigsten Multiplikatoren?
- Wie ist das Verhältnis der Zuwanderergruppen untereinander? Sind räumliche Abgrenzungen zwischen unterschiedlichen ethnischen Gruppen erkennbar? Gibt es, den Großstädten vergleichbar, räumliche Konzentrationsgebiete?
- Sind in Abhängigkeit von der Größe der Kommune und ihrer regionalen Einbettung Unterschiede erkennbar?
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Darüber hinaus wird die Frage nach der Teilhabe der Zuwanderer an Bildung, Erwerbsarbeit sowie am gesellschaftlichen und politischen Leben fokussiert. Dabei ist die Situation von ausländischen Frauen gesondert zu betrachten, da sie aufgrund ihrer geringeren beruflichen Einbindung und starken familiären Vernetzung die größten Integrationsdefizite aufweisen. Bezogen auf die Teilhabe von Kindern und Jugendlichen an Bildung haben die Frauen zudem eine Schlüsselfunktion; sie sind diejenigen, die aufgrund ihrer Rolle die Partizipation an Bildung entweder hemmen oder fördern können. Vor diesem Hintergrund wird folgenden Fragestellungen nachgegangen:
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- Wie gestaltet sich die Teilhabe der Zuwanderer im Bereich Erwerbsarbeit? Wie hoch ist der Anteil der Erwerbstätigen bei den Zuwanderern im Verhältnis zur einheimischen Bevölkerung? Relativer Anteil der Arbeitslosen und Transferleistungsbezieher? Wie hoch ist der Anteil der erwerbstätigen Frauen und in welchen Berufen sind die tätig?
- Teilhabe von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund an den Bildungsangeboten? Bildungserfolge und Berufsperspektiven?
- Rolle der Frauen mit Migrationshintergrund im Bildungsprozess ihrer Kinder? Einbindung von Frauen in schulische und außerschulische Gremien (Elternvertretung etc.)?
- In welchem Maße beteiligen sich Zuwanderer am gesellschaftlichen und politischen Leben? In welchem Umfang sind sie in kommunalpolitischen Gremien vertreten? Gibt es Organisationen, Vereine oder Initiativen, in denen sich Zuwanderer engagieren?
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Bausteine des Projekts:
Netzwerk aus ausgewählten Städten und Landkreisen als Forum für den Erfahrungsaustausch
Die teilnehmenden Kommunen spiegeln exemplarisch die Problemkonstellationen in peripheren ländlichen Räumen wider. Es wurden zehn Kommunen (Klein- und Mittelstädte) aus sechs ländlich strukturierten Kreisen und zwei in Ballungsregionen gelegene Landkreise mit jeweils einer Kommune ausgewählt. Letztere fungieren als Referenzgemeinden und ermöglichen, den Einfluss der regionalen Einbettung und der Strukturmerkmale der ländlichen Regionen auf die Integrationsleistung einer Kommune zu ermitteln. Die neuen Bundesländer sind mit zwei Landkreisen vertreten.
Die ausgewählten Projektlandkreise und -kommunen im ländlichen Raum sind:
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- Landkreis Coburg (Bayern) mit den Städten Neustadt und Ebersdorf
- Kreis Emsland (Niedersachsen) mit den Städten Haren und Freren
- Hochsauerlandkreis (Nordrhein-Westfalen) mit den Städten Meschede und Bestwig
- Landkreis Ravensburg (Baden-Württemberg) mit den Städten Ravensburg und Leutkirch
- Jerichower Land (Sachsen-Anhalt) mit der Stadt Genthin
- Vogtlandkreis (Sachsen) mit der Stadt Plauen
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Die beiden Referenzlandkreise und -kommunen aus Ballungsregionen sind:
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- Landkreis München (Bayern) mit der Stadt Garching
- Landkreis Offenbach (Hessen) mit der Stadt Neu-Isenburg
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Diese Landkreise und Städte bilden ein Netzwerk, das dem gegenseitigen Erfahrungsaustausch dient. Während der dreijährigen Projektlaufzeit finden insgesamt vier Netzwerktreffen statt, bei denen sich die Städte und Landkreise sowie die Mitglieder des Lenkungskreises zu den Projektfragestellungen austauschen.
Die Teilnehmerstädte kommunizieren das Projektanliegen in die jeweiligen Stadtgemeinschaften und organisieren zusammen mit den Landkreisen einen öffentlichen politischen Diskurs zum Thema Integration. Ziel ist es, konkrete Projekte und Handlungsansätze zur Verbesserung der Integration von Zuwanderern in den Kommunen zu initiieren.
Lenkungskreis
Der Lenkungskreis ist ein inhaltlich unterstützendes Gremium, das zur Evaluation und Qualitätssicherung des Forschungs-Praxis-Projekts dient. Seine Aufgaben bestehen in der Konkretisierung der Projektfragestellungen, der Unterstützung bei der Auswahl der teilnehmenden Städte, der Durchführung von Expertenhearings zu speziellen Fragestellungen, der Diskussion der Ergebnisse der Begleitforschung sowie in der Teilnahme an den Netzwerktreffen. Insgesamt hat der Lenkungskreis eine beratende Rolle und übernimmt eine Supervisionsfunktion. Er besteht aus maximal zehn Mitgliedern und setzt sich zusammen aus Vertretern des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, der Bundesintegrationsbeauftragten, aus Bundesministerien, aus wissenschaftlichen Experten, Vertretern des Deutschen Städte- und Gemeindebunds, des Deutschen Landkreistags sowie aus Vertretern von Migrantenorganisationen.
Begleitforschung: Ermittlung der Potenziale für Integration in den ausgewählten Kommunen
Im Rahmen der Begleitforschung findet eine Auswertung vorhandener Strukturdaten der ausgewählten Kommunen, bereits bestehender Untersuchungen, politischer Leitlinien sowie Entwicklungs- und Handlungskonzepte statt. Zudem werden Experteninterviews mit den Akteuren der Teilnehmerstädte (z.B. Kommunalpolitik, Kommunalverwaltung, Landkreisverwaltung, soziale Dienste, Bildungseinrichtungen, Anbietern von Integrationskursen und Migrantenselbstorganisationen) und aktivierende Befragungen zum Zusammenleben von Einheimischen und Zuwanderern durchgeführt.
Weiterhin werden der Erfahrungsaustausch der Städte und die Aktivitäten vor Ort wissenschaftlich begleitet und ausgewertet. Abschließend erarbeitet die Forschungsgruppe Handlungsempfehlungen zur kommunalen Integrationspolitik.
Ergebnistransfer
Im Anschluss an die Erhebungsphasen werden die Ergebnisse der Untersuchungen in Zwischenberichten vorgelegt und im Rahmen der Netzwerktreffen mit den Städten und Landkreisen sowie dem Lenkungskreis vorgestellt und erörtert. Nach Abschluss des Erfahrungsaustausches werden ein Endbericht und eine Publikation erstellt. Zudem werden eine Fachtagung und eine abschließende Konferenz durchgeführt, bei denen die Forschungsergebnisse und die von der Forschergruppe erarbeiteten Empfehlungen zur kommunalen Integrationspolitik erörtert werden.
Projektkoordinatorin:
Gudrun Kirchhoff
Schader-Stiftung
Telefon: 06151/17 59 14
E-Mail: kirchhoff@schader-stiftung.de
Projekt-Website >>>
Die Schader-Stiftung hat eine Website zu dem Projekt eingerichtet, die laufend aktualisiert wird. Die Website enthält einen öffentlich zugänglichen Teil sowie einen Passwort geschützten Intranetbereich. Letztere dient dem persönlichen Erfahrungsaustausch und der gegenseitigen Information der Projektteilnehmer.
Ausschreibung der Forschungsbegleitung (PDF) >>>
Ankündigung des Deutschen Landkreistages zur Beteiligung am Projekt (PDF) >>>
Ankündigung des Deutschen Städte- und Gemeindebundes zur Beteiligung am Projekt (PDF) >>>
Anforderungen an die teilnehmenden Städte und Landkreise (PDF) >>>
Auftaktworkshop am 28./29. Mai im BAMF, Nürnberg (PDF) >>> |
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