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Widerspruch und Normativität im globalen Regieren. Nicole Deitelhoff erhält den Schader-Preis 2017

Artikel vom 13.12.2016

Foto: Felicitas von Lutzau

Mit dem Schader-Preis 2017 wird Professor Dr. Nicole Deitelhoff ausgezeichnet. Die Politikwissenschaftlerin ist Professorin für Internationale Beziehungen und Theorien globaler Ordnungspolitik an der Goethe-Universität Frankfurt am Main und zugleich Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Leibniz-Instituts Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK). Die Preisverleihung findet im Mai 2017 im Schader-Forum in Darmstadt statt.

Schader-Preis 2017

Der Preis wird vom Senat der Schader-Stiftung verliehen, dem die Preisträgerinnen und Preisträger der vergangenen Jahre angehören. Für den Senat begründet dessen Sprecher Paul Kirchhof (Heidelberg) die Entscheidung für die diesjährige Preisträgerin: „Nicole Deitelhoff erhält den Preis für ihre Forschungen zu Herrschaft und Widerstand in der Politik unseres globalen Zeitalters, zu Normen und Institutionen von Staatlichkeit und deren Internationalisierung, zum humanen Völkerrecht und der Entpolitisierung staatlicher und gesellschaftlicher Sicherheitsleistungen sowie ihre Mitwirkung in der Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung.“

Nicole Deitelhoff, geboren 1974, studierte Politikwissenschaft, Geschichte und Völkerrecht an der Technischen Universität Darmstadt und der State University of New York at Buffalo. Sie war von 1998 bis 2001 wissenschaftliche Mitarbeiterin in einem Bundestagsbüro und promovierte 2004 in Darmstadt. Anschließend war sie unter anderem als Forschungsprofessorin an der Universität Bremen im Sonderforschungsbereich „Staatlichkeit im Wandel“, als Gastprofessorin an der Hebrew Universität Jerusalem und als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der HSFK und der Technischen Universität Darmstadt tätig. Nicole Deitelhoff hat seit 2009 eine Professur für Internationale Beziehungen und Theorien globaler Ordnungspolitik an der Goethe-Universität Frankfurt inne und leitet die Forschungsgruppe „Konflikt und normativer Wandel. Normkonflikte im globalen Regieren“ an der Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK). Seit 2016 ist sie deren Geschäftsführendes Vorstandsmitglied.

Ihre Forschungsschwerpunkte umfassen internationale Institutionen und Normen, Grundlagen politischer Herrschaft und ihre Legitimation jenseits des Nationalstaats sowie Formen internationalen Widerstands wie Opposition und Dissidenz. Zu ihren bekanntesten Veröffentlichungen zählt „Überzeugung in der Politik“ (Frankfurt am Main 2006), für die sie unter anderem den Heinz Maier-Leibnitz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) erhielt. Zudem gab sie mit Jens Steffek einen Band zum Thema „Was bleibt vom Staat?“ (Frankfurt am Main u.a. 2010) heraus.

Nicole Deitelhoff ist Mitglied des Direktoriums des Frankfurter Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität und leitet dessen Internationales Graduiertenprogramm (IGP). 

„Die Schader-Stiftung widmet sich der Verbindung von Geistes- und Sozialwissenschaften mit der Praxis - eine seltene, aber wichtige Mission im deutschen Fördersystem. Mit Nicole Deitelhoff wird eine engagierte Forscherin ausgezeichnet, die aktuelle gesellschaftliche und politische Debatten maßgeblich mitgestaltet“, sagt die Präsidentin der Goethe-Universität und Mitglied des Stiftungsrats der Schader-Stiftung Birgitta Wolff in einer ersten Reaktion. „Sie ist eine echte Brückenbauerin! Wir freuen uns über die Auszeichnung für sie“, so Wolff weiter.

Weitere Informationen

Dem Senat der Schader-Stiftung gehören die Preisträgerinnen und Preisträger der vergangenen Jahre an: Prof. Dr. Christine Landfried (2016), Prof. Dr. Dr. h.c. Angelika Nußberger (2015), Prof. Dr. Stephan Leibfried (2014), Prof. Dr. h.c. Jutta Allmendinger Ph.D. (2013), Prof Dr. Dres. h.c. Paul Kirchhof (2012), Prof. Dr. Dr. h.c. Wolf Lepenies (2010) und Prof. Dr. Dr. h.c. Klaus von Beyme (2008).