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Projekte der Schader-Stiftung

Tagung „Neue Sichtbarkeit von Armut und Ausgrenzung in der Stadt? Konzepte und Rezepte der Sozialen Stadt auf dem Prüfstand“

2004

Gemeinsame Veranstaltung der Schader-Stiftung mit der Sektion Stadt- und Regionalsoziologie in der Dt. Gesellschaft für Soziologie (DGS) am 23 und 24. April 2004 in Darmstadt.

Seit 1999 besteht die Gemeinschaftsinitiative von Bund, Ländern und Gemeinden „Stadtteile
mit besonderem Entwicklungsbedarf - die Soziale Stadt“. Bereits bei ihren Vorläufern war die Stadt- und Regionalsoziologie früh engagiert; auch die Schader-Stiftung hat das Programm seit Beginn mit Praxis-Wissenschaftsdialogen begleitet.

Vor dem Hintergrund verstärkter Unsicherheiten über das Fortbestehen des Programms hat die gemeinsame Tagung zum Ziel, aus der Perspektive der Disziplin den erreichten Stand des Wissens in vier Bereichen zu reflektieren und ihn auf die Zukunft zu beziehen:

(1) Quartiersbeschreibungen. Die Stadtsoziologie hat die neue Sichtbarkeit von Ungleichheit in städtischen Quartieren nicht nur als städtische Erscheinungsform und bloßen Reflex struktureller Ungleichheit begriffen, sondern selbst als weiteren, mitstrukturierenden Faktor beschrieben: Die Quartiere der Benachteiligten seien selbst benachteiligende Quartiere. Welche Befunde liegen zu den unerwünschten und erwünschten Quartierseffekten vor, die die Prozesse der städtischen Generierung von Ungleichheit verstärken oder abschwächen?

(2) Reichweite von Konzepten der Soziologie. Seit ihrer praktischen Verwendung im Zuge der Stadterneuerung haben soziologische Konstrukte spezifische Praxiskarrieren gemacht. Begriffe wie Milieu und Sozialkapital verloren ihren rein analytisch-beschreibenden Charakter und werden inzwischen an ihrem Ertrag im Verwendungszusammenhang verändernden politischen Handelns gemessen. Sie berühren auch Professionalisierungsfragen der Disziplin. Welche konzeptionelle und praktische Reichweite haben zentrale Begriffe, theoretische Ansätze und methodische Instrumente?

(3) Politikwirkungen. Das Programm zielt darauf, die Realität von Gebieten ebenso zu ändern wie die Politik des Umgangs mit ihnen. Es will Stadt- und Politikerneuerung zugleich. Praxiserfahrungen in Bundes- und Länderprogrammen und systematische Erfolgskontrollen erweisen inzwischen, ob und inwieweit dies gelingt. Welche Gebietseffekte lassen sich erzielen, welche „Impulse“ erreichen das politisch-administrative und zivilgesellschaftliche Handeln?

(4) Konsequenzen. In einer Abschlussdiskussion werden die Konsequenzen diskutiert, die sich für Gesetzgeber, Politik und Planung in Bund, Ländern und Gemeinden ergeben.

Weitere Informationen:
Ansprechpartnerin: Dr. Kirsten Mensch

 
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Letzte Änderung: 15.04.2004