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Porträt des Stifters
Alois M. Schader


Der 1928 geborene Stifter und Namensgeber der Stiftung ist Alois M. Schader.

Von 1953 bis 1993 war er freiberuflich als Beratender Bauingenieur tätig. Stets hatte er dabei das Ziel vor Augen, für jede von ihm bearbeitete Bauaufgabe eine Bauwerkskonstruktion zu entwickeln, deren Realisierung mit einem Minimum an Material- und Zeitaufwand möglich war. Dies brachte ihn früh mit einer der wichtigsten Bauaufgaben der Nachkriegszeit in Verbindung: dem Wohnungsbau. Hier ergab sich ein weites und ergiebiges Feld für die besonderen Fähigkeiten des Stifters zum wirtschaftlichen Bauen.

Wirtschaftliches Bauen im Wohnungsbau konnte sich aber nicht auf die optimale Entwicklung von Bauwerkskonstruktionen beschränken. Auch die spezifischen Aspekte des Wohnungsbaus waren in die Überlegungen einzubeziehen. Das führte zu interdisziplinär besetzten Planungsteams aus freiberuflich tätigen Architekten und Ingenieuren, die unter Leitung des Stifters für ihre Auftraggeber - vorwiegend gemeinnützige Unternehmen im sozialen Wohnungsbau - erhebliche Kosteneinsparungen bei deren Großprojekten erzielen konnten.

Bereits Anfang der 1980er Jahre hat der Stifter systematische Mängel bei den von ihm zu realisierenden Wohnungsbauprogrammen festgestellt. Die schon deutlich erkennbare Tendenz zu kleineren Haushalten wurde von den Auftraggebern ebenso wenig zur Kenntnis genommen wie der Wunsch nach neuen Haushaltsformen. Es wurde noch immer so geplant, als ob die Familie der 1960er Jahre unverändert geblieben sei.

Den entscheidenden Grund für dieses Defizit sah der Stifter darin, dass Praktiker und Gesellschaftswissenschaftler nicht zusammenarbeiteten. Den Gesellschaftswissenschaftlern waren in den 1980er Jahren die veränderten Wohnungsanforderungen aufgrund der geringeren Kinderzahlen und der vielfältigeren Haushaltsformen in Deutschland längst bekannt. Die praxisferne Wissenschaftssprache und die geschlossenen Kontaktkreise der Gesellschaftswissenschaften blieben den Praktikern des Wohnungsbaus jedoch weitgehend unzugänglich.

Unter diesem Eindruck entschloss sich Alois M. Schader 1988 zur Gründung einer gemeinnützigen Stiftung.

Sein erklärtes Ziel war es, die Praxisorientierung der Gesellschaftswissenschaften und damit zugleich die Akzeptanz der Gesellschaftswissenschaften in der Praxis zu fördern. Aufgrund seiner beruflichen Erfahrungen lag ihm vordringlich die Förderung der Kommunikation und der Kooperation zwischen Gesellschaftswissenschaftlern und Praktikern des Wohnungsbaus am Herzen.

Angesichts der demographischen Entwicklung und den sich daraus ergebenden Folgen für den Wohnungsbau galt das besondere Interesse des Stifters zunächst dem Thema "Wohnen im Alter". In Zusammenarbeit mit dem Bundesbauministerium initiierte er ein gemeinsames und von der Schader-Stiftung finanziertes umfangreiches Forschungsprojekt. Die Untersuchungen zeigten unter anderem, dass bei entsprechendem Angebot die Bereitschaft älterer Menschen, ihre oft ungeeigneten Wohnungen zu verlassen, größer ist, als bisher vermutet worden war. Die gezielte Förderung der Umzugsbereitschaft, der Bau von bedarfsgerechten Wohnalternativen für ältere Menschen sowie das Angebot wohnungsnaher Dienstleistungen sollte Älteren das Leben in geeigneten Wohnungen ermöglichen. Auf diese Weise sollte Wohnraum für Familien mit Kindern frei werden und eine Umzugskette in Gang gesetzt werden.

Durch eine Änderung der Stiftungssatzung hat der Stifter inzwischen das Aufgaben- und Fördergebiet der Stiftung erweitert. Neben Problemen der Wohnungsversorgung werden jetzt auch umfassendere Fragen zum gesellschaftlichen Wandel praxisorientiert untersucht. Die Ergebnisse macht die Stiftung in der Praxis bekannt.

Ein besonderes Anliegen des Stifters ist es, das Ansehen praxisorientierter Forschung in den Gesellschaftswissenschaften zu verbessern. Die Stiftung vergibt deshalb jährlich den Schader-Preis in Höhe von 15 000 Euro an Gesellschaftswissenschaftler, die sich in dieser Hinsicht besonders verdient gemacht haben.

Im Einvernehmen mit seiner Familie hat der Stifter einen wesentlichen Teil seines Vermögens auf die Stiftung übertragen und ihr den restlichen Teil zur Nutzung überlassen.

Der Stifter ist Mitglied im Stiftungsvorstand und dort für die Finanzen zuständig.


 
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Letzte Änderung: 31.03.2004