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Mit dem Schader-Preis zeichnet die Schader-Stiftung Gesellschaftswissenschaftler aus, die aufgrund ihrer wissenschaftlichen Leistung und durch ihr Engagement im Dialog mit der Praxis Beiträge zur Lösung gesellschaftlicher Probleme geleistet haben. Das trifft für den diesjährigen Preisträger Professor Dr. Bernd Raffelhüschen in ganz hervorragender Weise zu.

Bernd Raffelhüschen (Jahrgang 1957) ist Professor für Finanzwissenschaft an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und Professor für Finanzwissenschaft an der Universität Bergen in Norwegen. Vor kurzem erhielt er einen Ruf als Leiter an das Institut für Wirtschaftswissenschaften Halle (IWH).
Seine wissenschaftliche Laufbahn begann mit dem Studium der Volkswirtschaftslehre in Kiel, Berlin und Aarhus. An der Universität Kiel promovierte er (summa cum laude) und habilitierte sich auch dort. Zahlreiche Auslandsaufenthalte führten ihn in die USA und immer wieder in die skandinavischen Länder.

Er war Stipendiat u.a. Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD), Boston University, der Fritz Thyssen Stiftung und Ruhrgas Stipendiat des Norwegischen Forschungsrates. Die Zahl seiner wissenschaftlichen Publikationen ist für das Alter des Preisträgers beeindruckend hoch.

Zu den wichtigsten Zeitschriften zählen das American Economic Review, das European Economic Review, Publik Choice, Finanzarchiv und die Nationalökonomisk Tidskrift.

Schwerpunkte seiner Forschung sind die Finanz- und Sozialpolitik und hier insbesondere die angewandte intergenerative Analyse.

Mit seinem Interesse, seinem Engagement und seinen Arbeiten hat Bernd Raffelhüschen seit Jahren einen engen Kontakt zur Praxis gehabt. Besondere Aufmerksamkeit hat dabei sein Wirken im Rahmen der so genannten Rürup-Kommission ausgelöst, in der er seine vom Kommissionspräsidenten auch abweichenden Standpunkte zur Reform der Sozialsysteme und zum Umbau des deutschen Gesundheitssystems deutlich vertreten hat.

Für sein Wirken in der politischen Praxis stehen aber auch die Mitgliedschaften in diversen Aufsichtsräten und Beiräten (u.a. Wirtschaftsrat der CDU, Wissenschaftlicher Beirat der Walter-Raymond-Stiftung, der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, Ausschuss für Bevölkerungsökonomie des Vereins für Sozialpolitik) und eine lange Reihe von Veröffentlichungen in diversen Fachpublikationen im In- und Ausland.

Auffallend - und für die Jury ein zusätzlicher Grund für ihr Votum - sind die vielen Zeitungsartikel und Kommentare zu den brennenden Fragen der Gesellschafts- und Sozialpolitik. Allgemeinverständliche und zum Lesen anregende Beiträge wie "Schafft die Pflegeversicherung ab - bevor es zu spät ist" (Frankfurter Allgemeine Zeitung), "Die Beiträge explodieren" (Die Welt) oder "Zechpreller zu Lasten unserer Kinder - Generationenbilanzen verdeutlichen die enormen Belastungen für die künftigen Generationen" (Handelsblatt) ebenso wie seine Beiträge vom Zahnärzteblatt über die BILD-Zeitung bis zur ZEIT belegen Raffelhüschen's Interesse, mit seinen wissenschaftlichen Erkenntnissen und seinen Überzeugungen auch die "breite Öffentlichkeit" zu erreichen. Hierzu nutzt er gerne auch die elektronischen Medien und vor allem das Fernsehen. Dort war er in fast allen bedeutenderen Talk-Runden und als Kommentator in den Nachrichten zu hören und zu sehen.

Eine so breite und wahrnehmbare Präsenz eines anerkannten Wissenschaftlers ist in Deutschland immer noch eine Seltenheit - und für das traditionelle Bild eines seriösen Wissenschaftlers fast noch ein Makel.

Die Schader-Stiftung möchte mit dem alljährlich vergebenen Schader-Preis gerade die intensive Kommunikation zwischen Wissenschaft und Praxis in den Gesellschaftswissenschaften fördern. Sie sieht in Bernd Raffelhüschen deshalb einen besonders preiswürdigen Träger des Schader-Preises 2004.

 
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Letzte Änderung: 29.01.2004