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Schader-Preis 2011 für Jan Philipp Reemtsma
Der Literatur- und Sozialwissenschaftler Jan Philipp Reemtsma hat den Schader-Preis 2011 erhalten. Die Preisverleihung fand im mit 350 Besuchern voll besetzten Schader-Forum in Darmstadt statt.
"Piraten" war der Titel seiner ebenso unterhaltsamen wie zur Nachdenklichkeit anregenden Rede zur Preisverleihung, in der er indirekt auf den Satz Ciceros zurückkommt: "Sie sind die Feinde des Menschengeschlechts."
Der 1952 geborene Jan Philipp Reemtsma ist einer der bedeutendsten Vertreter einer kritischen, dem Projekt der Aufklärung verpflichteten Gesellschaftswissenschaftler in Deutschland, der sich in seinem Wirken als Wissenschaftler, Stifter und Mäzen um verschiedene Gebiete der Sozial- und Geisteswissenschaften verdient gemacht hat. Als Literaturwissenschaftler widmete er sich als Autor, Herausgeber und Stifter insbesondere den Werken von Arno Schmidt und Christoph Martin Wieland.
"Jan Philipp Reemtsmas überragendes Verdienst als Sozialwissenschaftler besteht darin, dass er die Gewalt - genauer: die physische Gewalt - in die Gesellschaftstheorie der Moderne zurückgeholt hat". Dabei "gelingt es ihm scheinbar mühelos, die Kluft zwischen den unterschiedlichen wissenschaftlichen 'Kulturen' zu überbrücken; weshalb es ihm immer wieder möglich ist, die Erkenntnisse verschiedenster Disziplinen: der Soziologie und Sozialpsychologie, der Anthropologie, der Philologie und der Philosophie produktiv für sein eigenes Erkenntnisinteresse zu nutzen", erläuterte Laudator Edgar Grande, Professor für Politikwissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München.
Mit dem Schader-Preis zeichnet die Schader-Stiftung Gesellschaftswissenschaftler und -wissenschaftlerinnen aus, die durch ihre wissenschaftliche Arbeit und ihr öffentliches Wirken wichtige Beiträge für die Lösung gesellschaftlicher Probleme geleistet haben.
Der Preisträger des Schader-Preises 2011 Prof. Dr. Dres. h.c. Jan Philipp Reemtsma erfüllt diese Anforderungen in ganz besonderem Maße.
Jan Philipp Reemtsma studierte Literaturwissenschaft und Philosophie in Hamburg. Er lehrt seit 1996 als Professor für Neuere Deutsche Literatur an der Universität Hamburg. 1984 gründete Jan Philipp Reemtsma das Institut für Sozialforschung, das sich mit seinen Forschungen zur Entwicklung der bundesdeutschen Gesellschaft, zu Theorie und Geschichte der Gewalt und zu Nationalismus und Fremdenfeindlichkeit zu einem der wichtigsten Zentren einer kritischen Gesellschaftswissenschaft in Deutschland entwickelt hat.
Der Schader-Preis wird jährlich von der Schader-Stiftung verliehen und ist mit 15.000 Euro dotiert. Preisgericht ist das Kuratorium der Stiftung.
Zu den bisherigen Preisträgern zählen unter anderem Wolf Lepenies (2010), Lord Ralf Dahrendorf (2009), Klaus von Beyme (2008), Franz-Xaver Kaufmann (2007), Gesine Schwan (2006), Ulrich Beck (2005), Bernd Raffelhüschen (2004), Hartmut Häußermann und Walter Siebel (2003), Fritz W. Scharpf (2002), Peter Graf Kielmansegg (2001), Meinhard Miegel (2000) und Renate Mayntz (1999).
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Letzte Änderung: 13.05.2011 |
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