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Einkommen
Werden die Armen immer ärmer und die Reichen immer reicher, wie im Jahr 1999 75 % der Westdeutschen und 86 % der Ostdeutschen glaubten? In der Tat hat die Ungleichverteilung seit den späten 70er Jahren leicht zugenommen.
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Ausgewählte Grafiken zu Einkommen in Deutschland
Quelle: Krebs, Thomas / Behrends, Sylvia 2002: Einkommens- und Verbrauchsstichprobe 2003. In: Wirtschaft und Statistik, S. 952f. |
Entwicklung der Einkommen
Auszug aus: Statistisches Bundesamt 2002: Datenreport 2002, Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung, S. 581.
"Die verfügbaren Durchschnittseinkommen der privaten Haushalte sind nach den Daten des SOEP in Deutschland monatlich nominal von 815 Euro im Jahr 1991 auf 1109 Euro im Jahr 2000 gestiegen. Die Jahreseinkommen haben sich in der Zeit von 1992 bis 1999 - die Einkommensangaben beziehen sich hierbei immer auf das jeweilige Vorjahr - von durchschnittlich 11.061 Euro auf 13.431 Euro erhöht.
Bei diesen gesamtdeutschen Betrachtungen sind allerdings die insbesondere unmittelbar nach der Vereinigung noch bedeutsamen Kaufkraftunterschiede zwischen alten und neuen Ländern noch nicht berücksichtigt. Da von Seiten des Statistischen Bundesamtes diesbezüglich keine Angaben im Zeitverlauf vorliegen, werden die nachfolgenden Berechnungen auf der Basis von Realeinkommen durchgeführt, wobei die Einkommen der alten und neuen Länder jeweils getrennt an die entsprechende Preisentwicklung angepasst wurden. Mit Bezug auf das Basisjahr 2000 wird dabei rückblickend unterstellt, dass die Kaufkraftunterschiede sich in dem Maße abgebaut haben, wie die Preise in den neuen Ländern schneller gestiegen sind als in den alten.
Die auf den Realeinkommen basierenden Steigerungsraten weisen ein in der Mitte der 90er-Jahre nachlassendes Einkommenswachstum auf, das sich aber mit Ausgang des Dezenniums wieder steigert. Ein differenzierter Blick auf die Realeinkommensentwicklung verdeutlicht, dass die zu Beginn der 90er-Jahre zu beobachtenden Einkommenszuwächse hauptsächlich in den neuen Ländern stattfanden - ausgehend von einem weit geringeren Wohlstandsniveau.
In den alten Ländern ist der Realeinkommenszuwachs jedoch bereits seit Beginn der 90er-Jahre nur mehr gering ausgeprägt, erhöht sich aber an deren Ende wieder. In den neuen Ländern hat sich der zunächst sehr hohe Einkommensanstieg im weiteren Verlauf der 90er-Jahre sukzessiv verlangsamt. Der damit einhergehende Abbau der Einkommensunterschiede zu den alten Ländern setzt sich damit gegen Ende der 90er-Jahre nicht mehr weiter fort.
Die auf den Vorjahren basierenden Einkommensangaben zeigen einen ähnlichen Phasenverlauf; der Umfang der Wachstumsraten fällt in Zeiten hoher Zuwächse jedoch tendenziell niedriger, in Zeiten geringer Zuwächse jedoch eher höher aus, als der Verlauf der enger gefassten Monatsangaben."
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Entwicklung der Einkommensungleichheit
Auszug aus: Geißler, Rainer 2002: Die Sozialstruktur Deutschlands. Die gesellschaftliche Entwicklung vor und nach der Vereinigung, Wiesbaden: Westdeutscher Verlag, S. 96.
"Die Entwicklung der Einkommensungleichheit gehört zu den gesellschaftspolitisch bedeutsamen und immer wieder diskutierten Problemen. Werden die Armen immer ärmer und die Reichen immer reicher, wie 75 % der Westdeutschen und 86 % der Ostdeutschen im Jahr 1999 glauben? Findet eine ´Umverteilung von unten nach oben´ statt, wie es manche Kritiker der sozialen Entwicklung behaupten?
Die empirischen Daten erhellen lediglich einige Aspekte des Problems und lassen nur Teilantworten zu. Präzise empirische Aussagen erhält man durch den Vergleich von Fünfteln bzw. Quintilen. Dabei wird die Bevölkerung nach der Höhe der Einkommen in fünf gleich große Gruppen unterteilt und danach gefragt, wie groß der Anteil jedes Fünftels am Gesamteinkommen ist.
Abb. 4.8 (pdf-Datei, 100 kb) zeigt die Entwicklung von 1962 bis 1998. Sie macht deutlich, dass es erhebliche Unterschiede zwischen den Gruppen gibt und dass diese ungleiche Verteilung in erstaunlichem Maße stabil geblieben ist.
In den 50er und 60er Jahren vollzog sich eine leichte Umverteilung von oben nach unten. Seit 1978 hat sich jedoch der Trend umgekehrt, die Ungleichverteilung nimmt wieder geringfügig zu. Zwischen 1978 und 1998 hat das untere Fünftel einen Prozentpunkt verloren und das obere Fünftel einen Prozentpunkt gewonnen.
Auch der Gini-Koeffizient - ein häufig verwendetes abstraktes Maß für die Stärke der Ungleichheit - spiegelt diese Trendumkehr wieder.
Andere Statistiken erhellen die Entwicklung der Einkommensverteilung aus einer anderen Sicht. Sie zeigen, dass die Zahl der Haushalte mit hohem und höchstem Einkommen erheblich zugenommen hat und dass sich immer mehr Familien immer weiter vom Durchschnitt entfernen. So hat sich der Anteil der Haushalte mit einem monatlichen Nettoeinkommen über 5.113 Euro (10.000 DM) zwischen, 1972 (1,2 %) und 1998 (8,5 %) versiebenfacht."
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Letzte Änderung: 13.08.2004 |
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