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Öffentliche Daseinsvorsorge in Deutschland
1. Öffentliche Daseinsvorsorge als Thema
Das Thema "Öffentliche Daseinsvorsorge" wurde Gegenstand öffentlicher Debatten durch das Verfahren der Europäischen Kommission wegen angeblich unzulässiger Beihilfen zugunsten der West-LB und der Ankündigung weiterer wettbewerbsrechtlicher Überprüfungen der öffentlich-rechtlichen Kreditinstitute, insbesondere im Hinblick auf Anstaltslast und Gewährträgerhaftung. Es standen sich hierbei gegenüber die innerstaatlichen Ebenen der Bundesrepublik, insbesondere der Bundesländer und Kommunen, die Landesbanken und Sparkassen auf der einen, die privaten Banken und die Kommission auf der anderen Seite.
Im weiteren Verlauf der Debatte um die öffentliche Daseinsvorsorge gerieten nicht nur die öffentlich-rechtlichen Kreditinstitute ins Kreuzfeuer, sondern letztlich die Strukturen der öffentlichen Daseinsvorsorge in Deutschland schlechthin, die durch die europäischen Wettbewerbsregeln, aber auch durch den allgemeinen Trend zur Liberalisierung zur Disposition gestellt werden. Durch mehr Wettbewerb sollen Kosten eingespart, eine effizientere und bessere Versorgung erreicht und Innovationen gefördert werden - so lauten die entsprechenden Vorstellungen.
Lektüretipp:
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 Der Band zum Kolloquium |
Die Dokumentation "Die Zukunft der Daseinsvorsorge. Öffentliche Unternehmen im Wettbewerb" basiert auf einem im März 2001 durchgeführten Kolloquium.
Ziel des Kolloquiums war es, der durch die EU-Kommission angestoßenen, für die deutschen Verhältnisse äußerst bedeutsamen Diskussion über das Thema "Daseinsvorsorge", die aber bis dahin nur auf der politischen Ebenen proklamatisch geführt wurde, eine fundierte Grundlage zu geben und auf dieser eine öffentliche Auseinandersetzung höherer Qualität zu erreichen.
Weitere Informationen hier.
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Informationen zum Kolloquium "Die Zukunft der Unternehmen zur Daseinsvorsorge - eine europäische Diskussion" hier.
2. Konsequenzen für die Öffentliche Hand
Für die öffentliche Hand zeichnet sich eine Entwicklung vom Leistungs- zum Gewährleistungsstaat ab. Wenn es in einzelnen Sektoren zu einer vollständigen Privatisierung und Deregulierung von Dienstleistungen des öffentlichen Interesses käme, verbliebe der öffentlichen Hand nicht einmal mehr die Gewährleistungsaufgabe. Offenkundig ist heute schon, dass der Aufgabenkatalog insbesondere der Kommunen sich verändert und mit ihm zwangsläufig auch die Handlungsfähigkeit und das Selbstverständnis der Gebietskörperschaften. Auch auf unsere Identifikation mit dem Gemeinwesen könnten sich diese Entwicklungen auswirken. Grundlegend stellt sich die Frage: Brauchen wir - zumindest in Teilbereichen - öffentliche Daseinsvorsorge in den bisherigen Strukturen, um unsere Vorstellungen von Zusammenleben und Gemeinwesen umsetzen zu können? Aber: Wie frei sind wir in der Entscheidung solcher Fragen eigentlich noch mit Blick auf die EU-Verträge und die Rechtsetzung der Europäischen Kommission?
Lektüretipp:
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 Dokumentation und weiterführende Materialien |
Der Band "Öffentliche Daseinsvorsorge - Problem oder Lösung? Argumente und Materialien zur Debatte" entstand im Anschluss an ein öffentliches Symposium im Februar 2003. Er enthält Vorträge des Symposiums sowie Berichte über die Podiumsdiskussion des Symposiums und über Diskussionen in zuvor stattgefundenen Expertenrunden, die einzelne Bereiche der Öffentlichen Daseinsvorsorge eingehend betrachteten. Abgerundet wird der Band durch eine umfangreiche Materialiensammlung.
Weitere Informationen hier. |
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© 2001 - 2010 Schader-Stiftung. Alle Rechte vorbehalten.
Letzte Änderung: 13.01.2004 |
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